An die Urne : Die Trittauer haben das Wort

Bürgermeister Oliver Mesch und Bürgervorsteherin Ulrike Lorenzen präsentierten die Unterlagen für die Bürgerbefragung.
Bürgermeister Oliver Mesch und Bürgervorsteherin Ulrike Lorenzen präsentierten die Unterlagen für die Bürgerbefragung.

Eine Bürgerbefragung wird über den Fortbestand des sanierungsbedürftigen Freibades entscheiden.

shz.de von
05. Mai 2015, 16:22 Uhr

In diesen Tagen startet die große Bürgerbefragung zum Thema Fortbestand des Freibads. Von den 8990 Einwohnern sind 7087 stimmberechtigt. Gehandhabt wird die Befragung wie eine Kommunalwahl: Alle Bürger ab 16 Jahren dürfen ihr Votum abgeben. Das Votum erfolgt in einer Briefwahl, die Rücksendeumschläge können direkt bei der Verwaltung abgegeben oder per Post gesendet werden.

„Das ist eine einmalige groß angelegte Aktion, um die Bürger bei einer schwierigen politischen Entscheidung zu beteiligen“, so Bürgermeister Oliver Mesch. Seine Verwaltung habe großen Arbeitsaufwand, von der Formulierung der vierseitigen Erklärung, der Zusammenstellung der Unterlagen, der Vorbereitung der entsprechenden Beschlüsse in den politischen Gremien bis zur Planung des Freibads und der Auszählung.

Zudem steht man unter Zeitdruck: Das vom Land aufgelegte Schwimmsportstättenförderprogramm muss in einem engen Zeitrahmen bearbeitet werden. Erst im April lagen die Richtlinien vor. Bis zu 250  000 Euro pro Projekt werden gewährt, unter der Voraussetzung, dass einerseits die Sanierungsarbeiten noch nicht begonnen haben und die Sanierung andererseits in diesem Jahr noch fertig wird. Deshalb wird im Hintergrund auch schon am Antrag für die Fördermittel gearbeitet, sollte die Befragung zugunsten des Bads ausgehen. Aber auch im gegenteiligen Fall wartet Arbeit: Was soll mit dem Gelände des Bads am Naturschutzgebiet passieren, was mit dem Personal?

Aber soweit ist es noch nicht, zunächst steht eine Einwohnerversammlung in der kommenden Woche, Dienstag, 12. Mai, 19.30 Uhr im Forum des Gymnasiums auf der Tagesordnung. Bürgermeister Mesch, die Planer und die Fraktionen führen in das Thema ein. Anschließend kann diskutiert werden.

Das Bad hat eine Folie, die porös geworden ist. Daher gab es im Vorjahr einen großen Wasserverlust. In diesem Jahr ist die Folie notdürftig repariert worden. Die Gemeindevertreter haben nach intensiven Beratungen eine Variante gefunden, wie sie das Bad sanieren wollen: Es soll verkleinert werden und eine neue Folie sowie einige Attraktionen bekommen (wir berichteten). Bis zur Einwohnerversammlung sollen die genauen Kosten dafür von einem Ingenieur ermittelt worden sein.

Schon immer produzierte das Bad ein jährliches Defizit von knapp 300  000 Euro. „Es ist ein emotionales Thema in Trittau. Einerseits die hohe finanzielle Belastung, andererseits der hohe Stellenwert bei den Nutzern“, so Mesch, der sich freut, eine „transparente, demokratische Entscheidung“ mit der Befragung herbeizuführen. Die Gemeindevertreter haben sich verpflichte, bei mindestens einer 20-prozentigen Wahlbeteiligung entsprechend des Bürgerwillens abzustimmen. Liegt die Beteiligung gleich oder herrscht Stimmengleichheit entscheidet die Gemeindevertretung ohne Berücksichtigung des Ergebnisses.

Zur Gegenfinanzierung des aufzunehmenden Kredits für die Sanierung sind unter anderem Grundsteuererhöhungen angedacht, die aber auch von anderen Faktoren abhängen. Eine dauerhafte Senkung des Defizits wird nicht möglich sein. 35  000 Besucher nutzen das Schönaubad pro Saison, die Einnahmen liegen zwischen 70- und 90  000 Euro.



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