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Stormarner Tageblatt

18. Dezember 2017 | 19:49 Uhr

Reinfeld: : Die Tafel hat ihr Limit erreicht

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Um dem großen Ansturm gewachsen zu sein, wurden neue Räume angemietet.

shz.de von
erstellt am 05.Dez.2015 | 06:00 Uhr

57 freiwillige Helfer sind für die Reinfelder Tafel im Dauereinsatz. „Wir stoßen an unsere Belastungsgrenze“, sagt Vorsitzender Gerald Witzmann. Es seien zwar ein paar neue Helfer hinzugestoßen, doch weitere sind herzlich willkommen.

„Am letzten Ausgabetag drängten sich hier 85 Kunden“, erinnert er sich. Zu viel für die winzigen Kellerräume im Haus des ev. Kindergartens. „Wir platzen hier aus allen Nähten“, so Ehrenamtler Willi Klüver, der gemeinsam mit Magda Schirrmann, 85 Jahre alt und seit 2010 aktiv bei der Tafel, und Flüchtling Ahmed aus Afghanistan die Gemüsekisten sortiert und für die Ausgabe bereitstellt. Flüchtling, Shakir Azizi aus Afghanistan, der seit fünf Monaten in Reinfeld lebt, packt ebenfalls kräftig mit an. „Es macht mir Freude, anderen Menschen zu helfen. Ich habe hier viel bekommen und möchte etwas zurückgeben“, sagt er auf Deutsch.

Durch die Flüchtlingswelle habe sich die Zahl der Bedürftigen in diesem Jahr verdoppelt, so Ehrenamtler Wolfgang Westphal. 317 sozial Schwache sind registriert. Das seien 160 Haushalte, davon 30 Prozent aus Nordstormarn. Die Lebensmittel, die die Freiwilligen täglich aus fast allen Reinfelder Supermärkten abholen, würden jedoch nicht mehr reichen. „Das wird nach und nach immer weniger, weil viele Supermärkte ihre eigenen Rabattaktionen machen“, bedauert Willi Klüver.

Doch klagen wollen die Ehrenamtlichen nicht. „Wir wollen bewusst keinen Aufnahmestopp verhängen wie andere Tafeln, denn wir möchten, dass alle Bedürftigen versorgt werden“, betont Witzmann. Spannungen zwischen Flüchtlingen und anderen Bedürftigen habe es hier bisher nicht gegeben.

Um allen gerecht zu werden, arbeitet das Team inzwischen in drei Schichten mit zwei Ausgaben am Vor- und Nachmittag – und das jeden Donnerstag. Einen Lichtblick gibt es: Die Kirchengemeinde hat mit großer Unterstützung der Stadt, dem Amt Nordstormarn und der Kirche in Zarpen neue, doppelt so große Räumlichkeiten in der Joachim-Mähl-Straße 1, im ehemaligen Fahrradgeschäft, angemietet. Umzug in sechs Wochen.

Pastor Bernd Berger hat von Anfang an die Unterbringung der Tafel im Keller gestört: „Die Menschen, die zu uns kommen, sind sowieso schon sozial im Keller. Da sind die neuen Räume angemessener.“ Die Reinfelder Tafel unter dem Dach der Kirche sei neben dem Claudius-Mahl, den Sprachpatenschaften und der Arbeit mit Behinderten eine der Säulen der diakonischen Arbeit. Die Armut, so Berger, werde nicht weniger, immer mehr Lebensmittel müssten auf immer mehr Menschen verteilt werden. Eigentlich sei dies ja Sache der Politik, umso so mehr freue er sich, dass die Stadt jetzt Verantwortung übernehme. Mit der Weihnachtsaktion, an der sich Konfirmanden und Schüler der Immanuel-Kant-Schule beteiligen, bittet die Tafel in fast allen Supermärkten um eine Spende an haltbaren Lebensmitteln. Das Motto lautet „Eins mehr ist nicht schwer!“

>Die Aktion „Eins mehr ist nicht schwer!“ findet am Freitag, 11. Dezember, und am Sonnabend, 12. Dezember, in den Reinfelder Supermärkten statt.

Die Ausgabe ist immer am Donnerstag in der Zeit von 11.30

bis 14 Uhr und von 14 bis 16 Uhr geöffnet. Zurzeit noch im Keller des Kindergartens an der Neuhöfer Straße. >Weitere Infos: Gerald Witzmann r (04533)79 28 12.

Spenden und Mithilfe im Team erwünscht.

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