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Diskussionsfreudig : Die Streitbare aus Ahrensburg

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die 15-jährige Caroline Ruth von der Stormarnschule ist Landessiegerin im Wettbewerb „Jugend debattiert“.

von
erstellt am 11.Mär.2015 | 16:44 Uhr

Junge Gesichter auf den Rängen im Landeshaus: Auf der Bank der Regierung sitzen die Finalisten des Landeswettbewerbs „Jugend debattiert“. Eine von ihnen: Die 15-jährige Caroline Ruth aus Ahrensburg. Das zierliche Mädchen ist eine von vier Schülern ihrer Altersklasse, die es in die gestrige Endrunde geschafft haben. „Bis jetzt geht es noch mit der Aufregung“, sagt sie 15 Minuten, bevor die Final-Debatte beginnt.

Bevor sie es zum Landesentscheid nach Kiel schaffte, musste sie zunächst den Debattier-Wettbewerb an ihrer Schule und später den Regionalentscheid gewinnen. Gestern in Kiel galt es vor dem eigentlichen Finale, eine Qualifikationsrunde mit zwei weiteren Debatten zu meistern.

Jeweils vier Kontrahenten diskutieren 24 Minuten lang eine Streitfrage. Welche zwei Debattanten die Pro- und welche die Contra-Seite vertreten, wird erst kurz vor der Debatte ausgelost. Die Themen sind durchaus speziell: „Soll im Landesjagdgesetz Schleswig-Holstein eine achtmonatige Jagdruhe festgeschrieben werden?“, lautete zum Beispiel eine Streitfrage. Caroline hat in letzter Zeit viel vor dem Computer gesessen, um sich vorzubereiten. „Debattieren heißt streiten, obwohl es ja eigentlich kein richtiger Streit ist“, sagt die 15-Jährige. „Das macht mir total Spaß.“ Zwar streite sie mit Freunden eher selten, dafür aber beim Wettbewerb umso lieber.

„Wir schaffen das“, raunt Caroline kurz vor der Final-Debatte ihrer Sitznachbarin Franziska Vollstedt (15, Sachsenwaldschule, Reinbek) zu. Mit ihr zusammen vertritt sie die Contra-Seite zur Frage „Sollen an weiterführenden Schulen in Schleswig-Holstein alle Schülerinnen und Schüler verpflichtet werden, im Rahmen eines Schulausflugs die ehemalige innerdeutsche Grenze zu besuchen?“.

Die Aufregung hat sie mittlerweile doch gepackt. Mit zittrigen Knien geht sie auf ihren Platz. Als die Vertreter der Pro-Seite ihre Argumente vortragen, macht sich die Ahrensburgerin ununterbrochen Notizen. Erst nach einer Minute blickt sie auf und schaut nach oben, wo auf der Tribüne 75 ihrer Mitschüler von der Stormarnschule sitzen.

Nur wenige Sekunden nach dem ermutigenden Blick darf sie loslegen: „Die Lehrpläne sind schon streng genug. Man sollte den Lehrern nicht vorschreiben, welche Ausflüge sie machen müssen“, begründet sie ihre Position. Die 24 Minuten vergehen wie im Flug. Caroline lächelt, als sie bei ihrem Schluss-Statement, die lange Titel-Frage der Debatte fehlerfrei aufsagt.

Aus dem Lächeln wird ein Lachen, als die Jury – bestehend aus Lehrern und Experten – ihr Urteil verkündet: Caroline ist Landessiegerin in ihrer Altersstufe. „Man merkt, du stehst mit Leidenschaft hinter der ganzen Sache. Du kannst scharf sein und angreifen, aber bleibst trotzdem sachlich“, begründet Jurorin Monika Obieray das Urteil. Caroline blickt strahlend nach oben zu ihren Mitschülern, reißt kurz ihre Arme hoch zum Jubel. Dann fasst sie sich wieder, um der Debatte der Altersstufe zwei zu folgen. Hier tritt die 17-jährige Judith Rusch, ebenfalls von der Stormarnschule, an, die schließlich auf dem vierten Platz in ihrer Altersstufe landet.

Beide dürfen am Ende des Finals ihre Urkunden aus den Händen von Landtagspräsident Klaus Schlie entgegennehmen. Schlie lobt den Einsatz der Teilnehmer für die Debattenkultur und vor allem ihre Disziplin: „Was meinen Sie, wie froh ich wäre, wenn alle Landtagssitzungen so gesittet ablaufen würden.“

 

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