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Stormarner Tageblatt

23. Oktober 2017 | 15:58 Uhr

Bad Oldesloe : Die Sternstunde der Berliner

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Ansturm auf die süßen Rundstücke: Am Silvestertag ist das Schmalzgebäck in aller Munde.

shz.de von
erstellt am 31.Dez.2016 | 06:00 Uhr

Berliner gehören für viele Stormarner so fest zum Silvesterprogramm wie Fondue, Raclette, Wunderkerzen oder ein großes Feuerwerk. Das bedeutet für die Bäcker im Kreis Schwerstarbeit zwischen den Tagen. In den Backstuben wird aufgerüstet und auch im Verkauf in den Filialen geht es rund.

So zum Beispiel bei der Bäckerei „Junge“ im Famila-Einkaufsmarkt in Bad Oldesloe. Bereits gestern wurden die ersten Pakete gepackt und schon abgeholt. „Morgen gehen dann rund 7000 frische Berliner über den Tresen“, erklärt Filialleiterin Vanessa Vos. 150 Kunden haben den Großteil dieser Berliner bereits vorbestellt und werden sie an einem Extra-Schalter abholen können.

Auch in anderen Bäckereien in der Kreisstadt sind bereits Vorbestellungen eingegangen. Zum Teil wurden sogar kurzfristig noch Mitarbeiter für die Bäckereien gesucht, die bei der Befüllung der Gebäcke aushelfen können.

Doch worauf geht dieser Brauch – der in Norddeutschland besonders stark vertreten ist – zurück und wer erfand den „Berliner“? Der Ursprung des Gebäcks reicht historisch weit in die Antike zurück, stand dort aber noch nicht in Zusammenhang mit dem Jahreswechsel. Die Namensgebung „Berliner“, „Krapfen“ oder „Berliner Pfannkuchen“ soll auf einen Soldaten zurückgehen, der unter dem preußischen Herrscher Friedrich dem Großen diente, aber als wehruntauglich befunden wurde. Der gelernte Zuckerbäcker blieb dem Heer erhalten und versorgte mit dem Gebäck, das – so die Legende – daher die Form von Kanonenkugeln hat. Erstmalig soll 1756 ein „Berliner“ ausgegeben worden sein.

Warum das Schmalzgebäck sich ausgerechnet zu Silvester einer so großen Beliebtheit erfreut, ist nicht geklärt. Eventuell könnte des damit zu tun haben – zumindest wird dieser Gedanke immer wieder geäußert – dass man sich in früheren Zeiten mit dem kalorienreichen Happen auf die Fastenzeit im Frühjahr beziehungsweise auf magerere Zeiten im Januar und Februar einstellte. Darauf könnte auch hindeuten, dass sie im Rheinland besonders zur Karnevalszeit verputzt werden.

Mittlerweile gibt es die Berliner in unterschiedlichsten Sorten von Marzipan über Kirsche, Erdbeer bis hin zu Nougat oder Eierpunsch-Füllungen. Als Witz gehören auch „Senfberliner“ dazu, die aber nur auf Wunsch verkauft werden.

In anderen Regionen Deutschlands gibt es statt Berlinern „Neujahrsbrezeln“. Zu Silvester gibt es international übrigens auch weitere interessante Bräuche. In Italien trägt man nur rote Unterwäsche, in Argentinien werden alte Unterlagen zu Konfetti geschreddert und in Spanien werden um Mitternacht zwölf Weintrauben gegessen.

 

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