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Stormarner Tageblatt

20. Oktober 2017 | 04:28 Uhr

Reinfeld : Die Standortfrage Sportplatz

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Zieht der SV Preußen um, oder werden die in die Jahre gekommenen Sportstätten grundsaniert?

shz.de von
erstellt am 05.Feb.2016 | 06:00 Uhr

Immer wieder Land unter auf den Sportanlagen. Das Unkraut bahnt sich seinen Weg durch den maroden Boden der Laufbahn, die Drainage funktioniert schon lange nicht mehr, so dass die drei Sportplätze des TSV Preußen oft nicht bespielbar sind.

Preußen-Chef Adelbert Fritz fürchtet, dass die Sanierung der Sportanlagen in weite Ferne rückt – trotz intensiver Vorbereitungen einer 2012 eingerichteten AG mit Vertretern aus Politik, Vereinen und Schulen, trotz eines Gutachtens und eines Berichts der Unfallkasse. „Mir ist nicht an einem Disput mit Politik und Verwaltung gelegen. Wir sind doch alle aufeinander angewiesen“, sagt Fritz. Aber er sei doch enttäuscht darüber, dass das Thema Sportplatz kaum erwähnt werde, während andere „sicher auch genauso wichtige Themen“ den Vorrang hätten.

„Eigentlich sollte bereits im Sommer 2015 die Standortentscheidung getroffen worden sein“, erinnert Fritz. Denn es gehe nicht nur um die Sanierung der Sportstätten, sondern auch um einen eventuellen Umzug an den Ortsrand, was dem Verein doch große Sorgen bereite. Immer werde er von Vereinsmitgliedern angesprochen, was denn nun aus dem Sportplatz werde. Immer müsse er sie vertrösten. Viele Leichtathleten seien aufgrund der maroden Sportstätten bereits abgewandert.

Der Mitgliederschwund sei zum Teil auch auf den Zustand der Sportanlage zurückzuführen. „Wir haben 100 Mitglieder weniger als ein Jahr zuvor“, bedauert Fritz. Für den SV Preußen sei die jetzige Lage im Herzen der Stadt und in unmittelbarer Nähe der Immanuel-Kant-Schule ideal. Er wünscht sich eine „vernünftige Sanierung“ der Anlage mit einem Kunstrasenplatz direkt an der Schule. Dadurch werde auch die gefürchtete Lärmbelästigung für die Anwohner der Jahnstraße geringer.

Fritz: „Wir sind ein Breitensportverein und brauchen sicher keine Luxusausstattung, aber wir möchten auch unsere anerkannte Jugendarbeit fortsetzen können.“ Ihm sei klar, dass die Stadt nicht sämtliche Kosten übernehmen kann: „Wir sind bereit, da mitzuhelfen.“

Lorenz Hartwig (CDU), Leiter des Bauausschusses, stellt klar, dass bei einem eventuellen Umzug eine Spielfläche für die Schule erhalten bleibt. „Wenn wir umsiedeln sollten, werden auch drei Fußballfelder wieder neu gebaut“, unterstreicht der Kommunalpolitiker. Die Stadt würde in diesem Fall Bauland gewinnen und aus dem Erlös den Neubau der Sportstätten finanzieren. Momentan sei dies aber nur ein Gedankengang, ein Beschluss sei noch nicht gefasst. Im Rathaus wartet man die Masterarbeit eines Lübecker Studenten ab, der sich mit dem Für und Wider und den Kosten bei Umzug und Erhalt der Anlagen auseinandergesetzt hat. Das Ergebnis soll im März vorliegen.

Der Stadt liege außerdem noch nicht der Bericht der Unfallgenossenschaft vor. „Wenn Klagen von Anwohnern wegen Lärmbelästigung kommen, nützt uns die bestsanierteste Sportanlage nichts“, betont Hartwig. Ein Horrorszenario könnte der Stadt durch erzwungene Lärmschuzwälle oder -wände drohen. Richter hätten in ähnlichen Fällen meist für lärmgeplagte Anwohner entschieden, mahnt er.

Im Gespräch für den Neubau der Sportanlagen sind eine Fläche bei Lidl und an der Grenze zu Heidekamp. Letztere sei laut Hartwig schnell auch zu Fuß von der KGS aus zu erreichen. Sollte man in ein altes Sportlerheim investieren, das nicht mehr dem Standard (nicht barrierefrei, Duschen im Keller) entspreche, oder statt dessen lieber ein neues bauen?

Diese Frage stellt der CDU-Politiker in den Raum. Leider habe das Land die CDU-Sportplatz-Kampagne von 2013 nicht bewilligt. Das Geld fehle nun. Doch im Haushalt, der erst in der kommenden Woche beschlossen wird, sei natürlich eine Summe für die Instandsetzung mit eingeplant. Noch ist alles offen.

Lorenz Hartwig ist froh, dass man über alle Parteien hinweg vernünftige Lösungsansätze gefunden hat. Und Adelbert Fritz hofft, dass endlich Bewegung in die Sache kommt.

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