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Stormarner Tageblatt

21. September 2017 | 21:30 Uhr

Ahrensburg : Die Sommerwerkstatt ruft

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Im Marstall trifft man an diesem Wochenende auf „Gereimtes und Ungereimtes“. 16 Künstler lassen sich bei der Sommerwerkstatt in die Arbeit schauen.

Der Marstall ist in dieser Woche zum 17. Mal das Zentrum kreativen Geschehens in der Schlossstadt: Die Sommerwerkstatt hat am vergangenen Wochenende begonnen. Zum Thema „Gereimtes und Ungereimtes“ arbeiten täglich 16 Künstler verschiedener Richtungen an ihren Werken.

Viele bekannte Gesichter sind dabei, das Alter liegt bei 50 bis 80 Jahre. „Wir wünschen uns fürs nächste Jahr neue Künstler, die hier mitarbeiten, es darf auch eine Verjüngung geben“, so Metta Braake, eine der Organisatorinnen. Das Organisationsteam, zu dem auch Ala von Kraft und Erika Kokott gehören, braucht ebenfalls Unterstützung. „Es ist ein Luxus, solch tolle Räume zum Arbeiten zu haben“, schwärmt Erika Kokott. Ala von Kraft betont: „Die Atmosphäre ist toll, man kann konzentriert arbeiten, sich austauschen.“

Viele verschiedene Ansätze verfolgen die Künstlerinnen in ihrem Wirken und Schaffen: Maja Laban ist Malerin und hat das „Ordentliche, Gereimte“ in ihrem Bild „Gedanken sind frei“ am unteren Rand in Form von Blumen angeordnet. Das Füllhorn aus Gedanken strömt im oberen Teil völlig „ungereimt“ aus dem Kopf.

Fliegenklatschen als Sommerblumen, die es so vielleicht nicht mehr lange gibt, symbolisieren bei Metta Braakes Installation das Gereimte und Ungereimte. „Eine Fliegenklatsche als Blütenform, einfach grotesk“, meint sie. Braake engagiert sich stark für die Initiative „InBienA“, die sich für Grünflächen als Bienenweiden einsetzt. „Wenn es so weitergeht, müssen wir bald die Bestäubung selbst vornehmen, wie es in China schon Alltag ist“, berichtet sie. Folgerichtig ihre Installation „Bestäuberbar“ – Wattestäbchen, wie sie in China von Menschen genutzt werden, die in Bäumen sitzend die Blüten bestäuben. (Filmtipp: „More than honey“).

Um die Vielfalt der Menschheit, der Kulturen und Hautfarben geht es Marianne Schäfer, die Skulpturen aus Ton herstellt. „Ungereimt ist der rohe Tonkübel, gereimt der fertige Kopf“, erklärt sie den Bezug zum Motto. Ihre Köpfe entstehen alle aus der derselben Grundform, unterscheiden sich dann aber im Farbton. Nach dem Brand bei 1200 Grad sind es für den Garten geeignete Objekte.

Im Außenbereich zeigt Ursula Freitag eine Installation aus Naturmaterialien. Vom Hinterausgang des Marstalls über den Parkplatz zu einer dahinter gelegenen Ruine legt sie einen Pfad aus Blüten und Blättern sowie Gedichten Ernst Jandls. Ziel ist ein Graffiti an der Wand „Ich liebe dich“, dass sie bereits mit Kirschzweigen, symbolisch für die Liebe und einer „Schlange“ aus Holz für die Versuchung geschmückt hat. „Wie es nach dieser Liebeserklärung, die langsam im Grau verblasst, wohl weiter gegangen ist“, sinniert sie. Innen gibt es die Möglichkeit für Besucher der Abschlusspräsentation, begonnene kleine Skulpturen aus Naturmaterial weiter zu bauen.

Die Künstlerinnen laden dieses Wochenende zur Abschlusspräsentation in Werkstattatmosphäre in den Marstall ein. Am heutigen Sonnabend von 14 bis 18 Uhr, am Sonntag, 21. Juni, von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

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