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Stormarner Tageblatt

17. Dezember 2017 | 19:23 Uhr

Bad Oldesloe : Die Sommer-Biotonne kommt

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Ab 2017 wäre eine wöchentliche Abfuhr in warmen Monaten ohne Gebührenerhöhung machbar.

von
erstellt am 12.Jun.2016 | 12:00 Uhr

Wie bekommt man Bioabfälle aus der grauen in die braune Tonne. Darüber denken die Politiker in Stormarn nach, seit ein Gutachten vor mehreren Jahren ergeben hatte, dass bis zu 40 Prozent Bioabfall in der grauen Restmülltonne landen. Der finanzielle Anreiz durch das neue Tarifsystem mit günstigen Preisen für Biomüll haben für mehr braune Tonnen gesorgt, aber den Anteil von Bio im Restmüll nicht groß gesenkt.

Die Gründe sind aus Kundensicht pragmatisch: Eine größere Biotonne wird nicht bestellt, da auch die kleinere im Winter meist leer ist. Grundsätzlich wird der vorhandene Platz in der grauen Tonne ausgenutzt. Im Sommer landen dort grundsätzlich mehr Küchenreste, weil man aufgrund der 14-täglichen Abfuhr Geruchsentwicklung und einen Madenbefall befürchtet.

Fast 80 Prozent aller Haushalte in Stormarn und Herzogtum Lauenburg haben mittlerweile eine Biotonne. Im Umkehrschluss bedeutet dass aber auch, dass sich jeder fünfte Haushalt mit dem Argument „Eigenkompostierung“ befreien ließ. Müllanalysen haben allerdings ergeben, dass Eigenkompostierer statistisch 20 Kilogramm mehr organische Abfälle pro Person und Jahr in die graue Tonne werfen. Gekochte Essensreste locken allerdings Ratten an und landen deshalb nicht auf dem Gartenkompost. „Auch Menschen mit Biotonne werfen Essensreste oft lieber in die graue Tonne“, sagt Olaf Stötefalke, Sprecher der Abfallwirtschaft Südholstein GmbH (AWSH). In der Biogasanlage sind solche Abfälle aus energetischer Sicht geradezu erwünscht.

Einfachste und naheliegendste Möglichkeit, organische Abfälle aus der grauen Tonne herauszuhalten, ist die Umstellung auf eine wöchentliche Leerung im Sommer, wenn durch die Gartenabfälle signifikant höhere Mengen anfallen. Genau das schlagen der Aufsichtsrat und AWSH-Chef Dennis Kissel vor. In Stormarn wird im Umweltausschuss am Mittwoch, 15. Juni, ab 18 Uhr in Raum D  132 der Mommsenstraße 11 über die SommerBiotonne entschieden.

„Es löst genau die Probleme, die uns immer wieder genannt werden“, sagt Kissel, „rechtlich könnten wir schon heute die Biotonne durchsetzen, aber das wollen wir gar nicht. Wir hoffen, dass es über den Vernunftfaktor geht und die Kunden das Angebot annehmen.“

Umsonst ist das natürlich nicht zu haben. Schließlich ist die Abfuhr einer der Hauptkostenverursacher bei der Müllentsorgung. Mit der Grabau Entsorgungs GmbH (GEG ), die seit Jahresbeginn die Tonnen in Stormarn abholt, hat die AWSH bereits Gespräche geführt, wie es organisatorisch und technisch umsetzbar ist. Eine neue Ausschreibung ist nicht notwendig. Da eine separate Vergabe zu einem „erkennbar zu unwirtschaftlichen Ergebnissen führen“ würde, sei eine Erweiterung des bestehenden Vertrags grundsätzlich möglich, so ein Gutachten der Econum. Die hat auch Nachverhandlungen mit der GEG empfohlen, da deren bisheriges Angebot deutlich über einem „angemessenen Kostenrahmen“ liege.

Über die Summen will Dennis Kissel schon aus wettbewerbsrechtlichen Gründen nichts sagen, „aber 2017 hätten wir die Luft, um das finanziell umzusetzen“. Nächstes Jahr greifen die Verträge mit den neuen Konditionen für die Müllverbrennung in Stapelfeld. Nicht nur die Mengen, vor allem die Preise liegen deutlich unter dem, was die AWSH bisher bezahlen muss.

Eine Senkung der ohnehin niedrigen Kosten für die Müllentsorgung sei aus ökologischer Sicht nicht sinnvoll. 2017 sei der optimale Zeitpunkt für die Einführung einer Sommer-Biotonne, weil man die Gebühren nicht erhöhen müsse. Ohne die wöchentliche Abfuhr könnten die Müllgebühren vielleicht um acht Euro je Haushalt und Jahr gesenkt werden. Dafür kann man nicht mal einmal mit Gartenabfällen zum Recyclinghof fahren.

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