Die Schlossstadt hat ein Bedürfnis-Problem

Die Tage der Luxus-Toilette am Rathaus sind gezählt.
Die Tage der Luxus-Toilette am Rathaus sind gezählt.

Zum Jahresende läuft Vertrag für feudales WC aus / Umweltausschuss berät über drei Anträge

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12. Dezember 2017, 11:56 Uhr

Den Vertrag mit der Wall GmbH als Eigentümer und Betreiber der „Luxus-Toilette“ am Rathaus hatte Ahrensburg zwar – zu deutlich günstigeren Konditionen – noch mal um ein Jahr verlängert, aber zum Jahresende läuft er aus. Für den Neubau einer barrierefreien Bedürfnisanstalt waren 100 000 Euro vorgesehen. Die strich die Verwaltung aber wieder aus dem Haushaltsentwurf für 2018, weil die Voraussetzungen noch nicht vorliegen würden.

Für den Umweltausschuss heute Abend ab 19.30 Uhr im Peter-Rantzau-Haus liegen nun Anträge von drei Fraktionen vor, wie dem Bedürfnis-Problem begegnet werden soll. Nach Meinung der Grünen soll das Geld wieder in den Haushalt eingestellt werden und die Verwaltung die Planung fortsetzen.

Die CDU legt noch einen drauf. Man sei sich einig gewesen, dass es eine öffentlichen Toilette an einem anderen Standort in der Innenstadt entsprechend den Forderungen aus dem Senioren- und dem Behindertenbeirat geben solle, zum Beispiel in der Großen Straße. Eine selbstreinigende Toilette sei laut Verwaltung nicht unter 150 000 Euro zu haben, und genau diese Summe soll auch in den Haushalt, so die CDU.

Die FDP strebt zwar grundsätzlich das Konzept der „Netten Toilette“ an, Menschen mit körperlichen Einschränkungen könnten die Räumlichkeiten in Geschäften oder Gaststätten aber nicht immer erreichen. Deshalb schlägt die Fraktion vor, die Toilettenanlage im Peter-Rantzau-Haus zugänglich zu machen, die „gerne von Menschen mit Assistenzbedarf genutzt“ werde. Es solle geprüft werden, ob sich eine Seitentür mit einer elektronischen Zugangskarte öffnen lasse und ob im Haus durch kleine Umbauten ein Weg ausschließlich zu den Toiletten möglich sei. Dafür sind 20 000 Euro im Haushalt vorgesehen. Zum Neubau einer Skateranlage liegen ebenfalls drei Anträge vor. Von der FDP der im Bauausschuss nicht mehr abgestimmte Antrag, bei der Planung der Tiefgarage unter dem Stormarnplatz die Rathaussanierung und die Skater zu berücksichtigen. Die WAB möchte die 300 000 Euro für eine Skateranlage aus dem Haushalt 2018 streichen, weil ein Neubau erst geplant werden könne, wenn die Tiefgarage fertig sei. Die Grünen wollen das Geld im Haushalt belassen, den Ansatz aber mit einem Sperrvermerk versehen.

Auch die CDU-Fraktion bezieht sich auf die 300 000 Euro für eine Skateranlage. Die dürften nämlich nicht als Begründung dafür herhalten, dass es im Haushaltsentwurf für 2018 keinen Ansatz für eine Spielplatz-Sanierung gibt. Schließlich habe sich der Umweltausschuss fraktionsübergreifend dafür ausgesprochen, jährlich einen Spielplatz zu sanieren oder zu bauen. 80 000 Euro sollten dafür bereitgestellt werden. Nach Rücksprache hat die Verwaltung vorgeschlagen, den Spielplatz am Blockhaus teilzusanieren und mit einem Wasserspielplatz zu erweitern.

Beraten werden im Ausschuss zudem Anregungen aus der Einwohnerversammlung. Es geht um Schallschutzwände an der Bahnstrecke, den Nichtausbau des Gleises 5 in Ahrensburg und die Eingabe der „IG Tunneltal“. Aufgrund der archäologisch bekannten Ahrensburger Kultur und dem einmaligen geologischen und ökologischen Naturraum würde das Tunneltal mehrere Aufnahmekriterien für das Unesco-Welterbe erfüllen, so die Initiative.

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