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Stormarner Tageblatt

20. November 2017 | 10:56 Uhr

Reinfeld : Die Rettung der grünen Oase

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Laubenpieper in Reinfeld verhinderten die Bebauung ihres Areals.

shz.de von
erstellt am 14.Okt.2017 | 16:12 Uhr

„Wir Kleingärtner gehen jetzt in den Winterschlaf – und das mit großer Erleichterung“, sagt Hans-Jürgen Wolf, der sich im Vorstand des 61 Mitglieder zählenden Vereins engagiert und beim traditionellen Herbstputz gemeinsam mit 50 Laubenpiepern das 35  000 Quadratmeter große Areal von Laub und Unkraut befreit.

„Jetzt haben wir endlich wieder Schwung bei der Arbeit“, freut er sich. Denn die letzten Monate waren schwierig für den Traditionsverein, der bereits seit 1946 zuerst an der Feldstraße und seit 1971 am heutigen Standort tätig ist. Die Mitglieder wussten zwei Jahre lang nicht, ob sie am Standort bleiben konnten. Denn im Gespräch war eine Bebauung der Fläche, die direkt an das boomende Gewerbegebiet an der Autobahn grenzt. Die Stadt Reinfeld interessierte sich brennend für die Fläche, hat sich aber nun mit den Kleingärtnern gütlich einigen können.

Dem Verein sollten die Pachtverträge, die noch bis 2019 und 2020 laufen, nicht verlängert werden. Doch die findigen Laubenpieper machten sich schlau und entdeckten im überarbeiteten Bundeskleingartengesetz, dass befristete Verträge nicht erlaubt sind. Jetzt beschloss der Haupt- und Finanzausschuss einstimmig, dass die Laubenpieper unbefristet bleiben können. Außerdem hätte man, so Bürgermeister Heiko Gerstmann, eine Ersatzfläche suchen und teuer bezahlen müssen.

„Ich bin sehr erleichtert, nun können wir endlich in der Winterpause die Planungen für das nächste Jahr beginnen“, sagt Vorsitzender Wilfried Lemke. Keiner habe eine Parzelle neu bewirtschaften wollen, auch die Planungen für einen neuen Schuppen, von Bienenstöcken und einem Gartenprojekt für Kinder hätten auf Eis gelegen. Zwei freie Parzellen gibt es noch, auf der Warteliste stehen sieben Interessenten. Auch möchte der Verein weiter junge Familien mit Kindern gewinnen.

Ein Aufatmen gibt es auch bei den Mitgliedern, die jetzt das Areal winterfest machen. Das gemeinsame Arbeiten stärke die Gemeinschaft, man lerne sich untereinander kennen und helfe sich gegenseitig, sagt Wolf. „Der Abriss der Parzellen ist endgültig vom Tisch. Unser Verhältnis zur Stadt Reinfeld war immer gut und ist jetzt wieder völlig ungetrübt“, betont der Vorsitzende. Im kommenden Jahr feiert der Kleingartenverein seinen 70. Geburtstag – aufgrund der unsicheren Lage der vergangenen zwei Jahre nachträglich.



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