zur Navigation springen
Stormarner Tageblatt

21. August 2017 | 18:24 Uhr

Saugut! : Die Reklame-Ferkel von Rehhorst

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Tiertrainerin Elke Schwaiger vom Filmtierpalast bereitet die Ferkel Gerti und Erika liebevoll für ihren Auftritt im Werbespot eines bekannten Herstellers von Gummibären vor.

„Schweine sind intelligenter als Hunde“, sagt Elke Schwaiger. Sie weiß, wovon sie spricht, denn für ihren Tierpalast trainiert sie normalerweise ihren Border Collie für Film- oder Werbeaufnahmen – und diese gelten als die schlausten Hunde überhaupt. Doch die beiden Ferkel Gerti und Erika übertreffen ihn bei weitem mit ihrer schnellen Auffassungsgabe. Nur wenige Tage hatte Elke Schwaiger Zeit, um die zwei Monate alten Schweinchen für ihren großen Auftritt in einem Werbespot zu trainieren.

Sie war selbst erstaunt, wie schnell Gerti und Erika die Aufgaben bewältigten. „Das ging ruckzuck, dann wussten sie genau Bescheid“, so die Tiertrainerin. Sie kaufte die beiden Geschwisterschweinchen bei einem renommierten Züchter – als vierwöchige Leihgabe für das Training. „Erst haben wir überlegt, ob wir sie behalten können, doch dazu haben wir hier nicht genügend Möglichkeiten“, bedauert die Tierfreundin, die am Tag des Tierschutzes geboren wurde und deren Berufung ihr mit in die Wiege gelegt wurde. So haben Gerti und Erika nur einen provisorischen Auslauf im Haus, bekommen täglich Futter aus Kartoffelpüree, Haferflocken und Bananen. Eine mit Kissen ausgelegte Transportbox dient ihnen als Schlafstätte.

„Gerti und Erika haben sich schnell an die Kissen gewöhnt und lieben sie“, sagt Schwaiger. Und das hat auch seinen Grund: Sie lernen für ihren Aufritt in Hamburg. Im Werbespot für einen bekannten Hersteller für Gummibären sollen die Ferkel nämlich im Haus auftreten, wobei auch ein Sofa eine Rolle spielt. „Mehr darf ich leider nicht verraten“, so die Hundetrainerin. Nur so viel vorweg: Gerti und Erika haben ihre Rolle bereits perfekt gelernt. „Das Zauberwort ist Käse“, erklärt Schwaiger. Sobald beide das Leckerli nur riechen, sind sie außer Rand und Band, wackeln mit ihren Stummelschwänzchen und meistern so (fast) jede Aufgabe. In ihrem eigenen Fotostudio gewöhnt sie ihre Schützlinge an Blitzlicht und Geräusche, an Menschen. „Das ist schon ein wenig stressiger als bei Hunden“, gibt sie zu. Denn Schweine seien geräuschempfindlich und kämen sonst ja wenig mit fremden Menschen in Kontakt.

Wenn sie nach Hamburg fährt, hat sie nicht nur Gerti und Erika in ihrer geräumigen Transportbox mit dabei, sondern ein großes, zusammenklappbares Gehege, das dem zu Hause auf dem Flur ähnelt: „Die Ferkel sollen dort ihre gewohnte Umgebung vorfinden.“ Tierschutz steht bei der Rehhorsterin an erster Stelle. Schon oft hat sie Termine abgesagt, weil ihr die Bedingungen für ihre Schützlinge nicht optimal genug waren. „Den Tieren soll es gut gehen. Sie sollen Spaß haben und ich möchte ihnen am Abend mit gutem Gewissen in die Augen sehen können“, so Schwaiger.

Erst vor zwei Wochen hatte die Filmproduktionsfirma angerufen, um ihr den Auftrag für den Werbespot zu erteilen. „Sie hatten bereits bei anspruchsvollen Drehs gute Erfahrungen mit mir gemacht. Immer wenn es schwierig wird, kommt Elke“, schmunzelt die aus Bayern stammende Tierliebhaberin, die quasi auf dem Bauernhof ihrer Freundin mit Tieren groß geworden ist. Ihre Leidenschaft machte sie bald zum Beruf und betreibt seit vielen Jahren ihre renommierte Hundeschule sowie seit 2008 ihren Filmtierpalast, arbeitet in einem Netzwerk bundesweit mit Tierbesitzern, Züchtern, Tiertrainern zusammen.

Bald muss Elke Schwaiger ihre Schützlinge wieder zum Züchter zurückbringen – mit einem weinenden und einem lachenden Auge, denn, gibt sie mit einem Augenzwinkern zu: „Mir sind sie schon jetzt sehr ans Herz gewachsen, aber sie stinken auch ganz schön in der Wohnung und müssten auf Dauer natürlich im Stall mit Freigehege gehalten werden.“

zur Startseite

von
erstellt am 02.Feb.2017 | 06:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen