Die Reinfelder Wunschbox erlebte gleich regen Zulauf

Bürgermeister Heiko Gerstmann prostete den rund 200 Gästen beim Neujahrsempfang mit einem Glas Sekt zu.
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Bürgermeister Heiko Gerstmann prostete den rund 200 Gästen beim Neujahrsempfang mit einem Glas Sekt zu.

Erster Neujahrsempfang in Reinfeld mit dem neuen Bürgermeister Heiko Gerstmann

shz.de von
19. Januar 2015, 11:38 Uhr

Für Bürgermeister Heiko Gerstmann war es der erste Neujahrsempfang. 200 Gäste, so viele wie schon lange nicht mehr, waren in der Mensa der Immanuel-Kant-Schule (KGS) gekommen. Neu war auch ein knallroter „Wunschomat“, den Bürgervorsteher Gerd Herrmann (SPD) schon vor Jahren aktivieren wollte. Die Wünsche der Bürger zu hören und – wenn möglich – auch zu berücksichtigen, sei ein wichtiges Anliegen, betonte der neue Reinfelder Bürgermeister.

Die Wunschbox erlebte einen regen Zulauf. Immer wieder schrieben Bürger ihre Anliegen auf kleine Zettel. Wie Nicole Russ, deren größter Wunsch es ist, dass die Ahrensböker Straße endlich saniert wird. Wer einen Zettel einwarf, erhielt einen Teebeutel mit guten Wünschen wie „Ruhe und Gelassenheit“, „Glück und Kraft“ oder „Sonne und Wohlgefühl“.

Gerd Herrmann sagte dem neuen Bürgermeister seine volle Unterstützung zu. Viele Baumaßnahmen hätte sein Vorgänger Gerhard Horn bereits angestoßen, nun gelte es für Heike Gerstmann, auch neue Spuren zu hinterlassen. Plötzlich sei das Thema Jugendtreff im alten Schützenhaus nicht mehr in weiter Ferne, auch die gute Kooperation mit der KGS – mit einem Politik-Planspiel, werde mit Heiko Gerstmann sicher fortgesetzt.

Größtes Anliegen ist Gerd Herrmann jedoch die Unterbringung der Asylbewerber in Reinfeld und Umgebung. Er bedankte sich bei all den vielen Ehrenamtlichen, die in diesem Bereich tätig sind und hoffte, die Öffentlichkeit noch mehr für die Situation der Flüchtlinge zu interessieren und vor allem Wohnungseigentümer zu gewinnen, um Wohnraum zur Verfügung stellen zu können. Auch die städtischen Unterbringungen müssten in einen „vernünftigen Zustand“ gebracht werden. „Es gibt noch viel zu tun“, so Herrmann. Dabei müsse die Koordinierung von Verwaltung, Diakonie und Ehrenamtlichen noch weiter verbessert werden. „Pegida oder gar ‚Reigida‘ gibt es bei uns nicht. Wir haben die Chance, das in Reinfeld zu demonstrieren“, schloss er seine Rede.

Bürgermeister Heiko Gerstmann nahm vor allem die Stadtsanierung in den Fokus seiner Ansprache. Die Arbeiten „Am Zuschlag“ und in der Paul-von-Schoenaich-Straße konnten erfolgreich abgeschlossen werden. Noch bis zum Frühjahr werde weiter an der Bahnhofstraße gearbeitet. Leidig für die Anwohner und Geschäftsinhaber, doch hinterher sei die Innenstadt eine „schöne Flaniermeile“. 2014 wurde der Schulverband aufgelöst, Famila eröffnete. Es gebe viele Anfragen für das Reinfelder Gewerbegebiet, man sei sogar bereits auf der Suche nach neuen Flächen.

Wann nun endlich die Bahnquerung komme, hätten ihn viele Bürger gefragt. Wenn alles gut laufe, so Gerstmann, 2018/19, wenn nicht, noch später. „Hauptsache, sie kommt“, so Gerstmann.

Positiv schaute er in die nahe Zukunft. Der barrierefreie Bahnhof sei nicht mehr in weiter Ferne, ein neues Baugebiet sei am Stavenkamp gegenüber der Kastanienallee geplant. Die Sanierung der Bergstraße/Jungfernstieg soll bald in Angriff genommen, ebenfalls der Bau des Verwaltungsgebäudes und die Neugestaltung des Marktplatzes. Im Herbst rechnet er mit der Realisierung des Jungendtreffs. Die Matthias-Claudius-Schule werde grundlegend und Schritt für Schritt saniert. Ebenso müsse eine Lösung für den Sportplatz und die Sanierung des Rettungszentrums gefunden werden.

Gerstmann sprach von „dermaßen vielen Maßnahmen in der Pipeline“. Für alle Projekte seien sicherlich keine Fördergelder zu erwarten. Deshalb müssten Prioritäten gesetzt werden. Für seine Satz „Ich bin gern Bürgermeister. Das soziale Leben in der Stadt ist mir sehr wichtig“ erntete Gerstmann viel Applaus.

Landrat Klaus Plöger versprach den Reinfeldern, an der Senkung der Kreisumlage zu arbeiten. In der Karpfenstadt habe sich, so Plöger, in den letzten 25 Jahren viel bewegt. Bei seinem Amtsantritt 1998 habe er immer nur das Wort „Karpfen“ gehört, inzwischen sei man hier doch sehr aktiv und habe viele Maßnahmen und Ideen auf den Weg gebracht.

Reinfelds ehemaliger Bürgervorsteher Hans-Peter Lippardt fand die Idee, auch Bürger beim Neujahrsempfang zu Wort kommen zu lassen, ausgesprochen gut und nutze sogleich die Gelegenheit, um auf den fehlenden Zebrastreifen in der Paul-von-Schoenaich-Straße aufmerksam zu machen. Trotz der Gesetzeslage sei es dem Kreis durchaus möglich, hier eine Ausnahme zu machen. Lippardt weiter: „Wir sind die Bürger Reinfelds, und wir sollten bestimmen, wie unsere Verkehrsführung aussieht.“ Falls sich da nichts tue, werde er im Sommer die Bürger zu einem halbtägigen Sit-in aufrufen.

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