Bad Oldesloe : „Die praktische Arbeit hat mir viel Spaß gemacht“

Anissa Hillebrandt aus Zarpen von der Tagespflege „Aichengrün“ in Reinfeld nimmt die Urkunde zur bestandenen Zusatzqualifikation entgegen von Mathias Steinbuck, Vorsitzender BPA Schleswig-Holstein) und Projektleiterin Verena Hansen.
Anissa Hillebrandt aus Zarpen von der Tagespflege „Aichengrün“ in Reinfeld nimmt die Urkunde zur bestandenen Zusatzqualifikation entgegen von Mathias Steinbuck, Vorsitzender BPA Schleswig-Holstein) und Projektleiterin Verena Hansen.

Junge Menschen haben erstmals mit dem Freiwilligen Sozialen Jahr eine Zusatz-Qualifikation erhalten

shz.de von
27. Juli 2018, 06:00 Uhr

Sieben junge Menschen – darunter auch die 18-jährige Anissa Hillebrandt aus Zarpen – haben sich als erste in Schleswig-Holstein zu zusätzlichen Betreuungskräften qualifizieren lassen. Sie nutzte dazu ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in der Tagespflege „Aichengrün“ in Reinfeld.

In einer zentralen Veranstaltung wurde Anissa Hillebrandt das Qualifizierungszertifikat in der Jugendherberge Bad Oldesloe von Mathias Steinbuck, Vorsitzender Landesgruppe Schleswig-Holstein im Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (BPA), und der im Verband für verantwortlichen Projektleiterin Verena Hansen übergeben.

„Der BPA ist einziger Anbieter dieser Zusatzqualifikation in Schleswig-Holstein und zudem im Hinblick auf den Fachkräftemangel begeisterter Träger der vom Sozialministerium des Landes Schleswig-Holstein im Anschub finanziell geförderten Maßnahme“, so Mathias Steinbuck.

Anissa Hillebrandt gehört zu den ersten Teilnehmern eines FSJ im Land, die im Laufe des Jahres in 160 zusätzlichen Stunden zur Betreuungskraft ausgebildet wurde. „Die praktische Arbeit im Pflegeheim hat mir viel Spaß gemacht“, sagt Anissa Hillebrandt. Im Projekt habe die Gruppe unter anderem Beschäftigungs- und Betreuungsangebote für Senioren entwickelt. Es sei schön zu sehen, dass das Angebot bei den Senioren sehr gut ankommt. Entwickelt wurden Aktionen, die sowohl Gedächtnistraining als auch Bewegung beinhalteten.

Anissa Hillebrandt spricht von einer prägenden Erfahrung. Sie will nach ihrem FSJ zunächst eine kaufmännische Ausbildung absolvieren und dann zurückkehren in die Tagespflege.

Im Freiwilligen Sozialen Jahr lernen die jungen Leute den Arbeitsalltag in einer Tagespflege oder einem Pflegeheim kennen und erhalten unter Anleitung erste Einblicke in die Arbeitsfelder Altenpflege und Altenbetreuung. Das Fachwissen für die Qualifizierung zur Betreuungskraft in Pflegeheimen neben dem FSJ wird in Schleswig-Holstein derzeit in drei Modulen vermittelt. Dabei geht es unter anderem um Kommunikation und Interaktion, soziale Kompetenz, Alltagsaktivitäten, Teamentwicklung oder Biografiearbeit. Mit der Zusatzqualifikation wird den jungen Menschen der spätere berufliche Einstieg in den Bereich Betreuung und/oder Pflege erleichtert.

„Sie erhalten mit dieser Zusatzqualifikation einen beruflichen Mehrwert“, sagt Mathias Steinbuck. Jetzt gelte es für die jungen Menschen, ihren eigenen Weg zu finden. Sehr gute berufliche Aussichten warteten auf sie in den Pflegeheimen. „Es schadet nicht, sich auf den Austausch der Generationen einzulassen“, so Steinbuck und wird bestätigt: Viele der jungen Menschen bleiben dem Pflegeberuf treu, wollen eine Ausbildung zu Pflegehelfern oder Pflegefachkräften beginnen. Deshalb wolle sich der BPA bemühen, neue Wege für eine Weiterführung des FSJ-Projektes zu finden.

Anissa Hillebrandt wollte im FSJ die Chance der zusätzlicher Qualifikation unbedingt nutzen: „Es schadet nicht und ist gut für meine Zukunft.“ Sie nehme viele positive Eindrücke mit. Andere Teilnehmer freuen sich durch die Ausbildung aber auch über eine gute Qualifikation für einen Ferienjob im Pflegeheim. „Es wäre super, wenn junge Menschen in unsere Senioreneinrichtungen und Pflegeheime kommen und helfen wollen“, so Steinbuck. Alltagsbegleiter seien ein Gewinn für alle: Sie könnten zudem eine wichtige Entlastung an Nachmittagen auch in Familien sein.

>Kontakt: Interessierte junge Menschen für die Zusatzqualifikation aber auch Ferienjobs könnten sich direkt beim Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste in Kiel melden Telefon (0431) 66947060,

hansen@bpa.de.




zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen