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Mensch des Jahres : Die Powerfrau mit der Hospiz-Vision

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Kandidatin 2: Sabine Tiedtke aus Bad Oldesloe.

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erstellt am 14.Nov.2014 | 18:15 Uhr

Die Frau hat Power, verbreitet eine ansteckende Fröhlichkeit und versteht es, Leute mitzuziehen und sie von ihrer Idee zu begeistern. Vor ziemlich genau zwei Jahren hatte sie in einem kleinen Kreis mit elf locker Interessierten zum ersten Mal über ihre Idee eines stationären Hospizes berichtet. Wenige Monate später wurde ein Förderverein gegründet. Inzwischen kann der Verein „Lebensweg“ auf mehr als 100 Mitglieder blicken. „Der Bürgerwunsch für ein Hospiz ist weiter ungebrochen“, freut sich die Initiatorin.

Der Verein sah sich schon auf der Zielgeraden, als eine Ahrensburgerin ein Grundstück für ein stationäres Hospiz zur Verfügung stellte. Eine Reinfelder Architektin erstellte eine dazu passende Planung. Auch die Oldesloer Politiker waren ohne Wenn und Aber von dem geplanten Projekt am Schwarzen Damm überzeugt. Allein die Verwaltung machte einen Strich durch die Rechnung. Die Landesplanung lehnte eine Bebauung des Grundstücks ab. Auch ein nachdrücklicher Beschluss des Bauausschusses und ein weiterer Gesprächstermin in Kiel konnten daran nichts ändern – dort wird kein Hospiz gebaut.

„Da war ich natürlich erst mal total geknickt“, erzählt Sabine Tiedtke. Aber auch von diesem Rückschlag lässt sich die Oldesloerin nicht aufhalten: „Im Grunde ist es egal, wo das Gebäude steht. Die Vision bestand ja schon, als wir noch kein Grundstück hatten“, erzählt Tiedtke. Der Rückschlag habe dazu geführt, dass sie viele Leute aufgemuntert hätten. „Jetzt suchen wir gemeinsam was“, wurde als Motto ausgegeben. In nur einer Woche habe der Verein fünf neue Mitglieder gewonnen.

Die Anstrengungen zeigten Erfolg. Eine alternative Immobilie rückte in den Fokus des Hospiz-Vereins Lebensweg. Es werden viele Gespräche geführt, auch wenn es noch kein spruchreifes Ergebnis gibt, ist Sabine Tiedtke zuversichtlich: „Es sieht ganz gut aus.“

Die Vision von Sabine Tiedtke, dass Oldesloe ein stationäres Hospiz braucht, ist bei vielen Menschen auf offene Ohren gestoßen. Der Verein erfährt breite Unterstützung – die gut 100 Mitglieder legen davon ein beredtes Zeugnis ab.

Doch „Lebensweg“ ist mittlerweile mehr als nur eine Vision von Sabine Tiedtke. Der Verein verfügt über Büroräume an der Lübecker Straße und bietet dort regelmäßige Sprechstunden an. Sponsoren wurden und werden gesucht, darüberhinaus steht die Hospizbewegung mit Holsteins Herz für Förderung in Kontakt.

Seit 30 Jahren lebt die gebürtige Hamburgerin Sabine Tiedtke in Oldesloe. Ihren Mann lernte sie bei der Arbeit in der Sparkasse kennen, sie hat zwei Kinder und zwei Enkel. Doch der Beruf als Bankkauffrau erfüllte sie nicht und eigentlich wollte sie schon immer viel lieber Krankenschwester werden. Deshalb schulte sie 2003 um, arbeitete im damaligen Kreiskrankenhaus, bildete sich zur Pflegedienstleitung weiter und entwickelte während einer Fortbildung die Idee eines stationären Hospizes. Für deren Realisierung setzt sie sich jetzt mit aller Kraft ehrenamtlich ein.

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