Reinfeld : Die Polizei muss draußen bleiben

Im Rettungszentrum ist nach der Sanierung kein Platz mehr für die Polizeistation. Nun müssen neue Räumlichkeiten her.
1 von 2
Im Rettungszentrum ist nach der Sanierung kein Platz mehr für die Polizeistation. Nun müssen neue Räumlichkeiten her.

Freiwillige Feuerwehr, DRK und DLRG können nach der Sanierung im Rettungszentrum bleiben. Für die Polizei wird nach einer geeigneten Immobilie gesucht.

shz.de von
27. März 2017, 06:00 Uhr

Acht Jahre ist es her, seit die Unfallkasse erhebliche Mängel am Rettungszentrum in der Ahrensböker Straße festgestellt hatte. „Die Stadt muss die Sanierung so schnell wie möglich realisieren, dafür müssen wir das Geld in den Haushalt mit einplanen“, sagte Bürgermeister Heiko Gerstmann bereits vor einem Jahr. Die Freiwillige Feuerwehr, die DLRG und das DRK warten seit langem auf eine Lösung. Denn alle drei Institutionen sind gemeinsam mit der Polizei im Gebäude untergebracht. Lange werde die Unfallkasse kein Auge mehr zudrücken, ist sich Gemeindewehrführer Torben Struck sicher. Er macht auch die Verzögerungen bei den Sanierungsplänen mit für seinen Amtsrücktritt verantwortlich: „Die Motivation sinkt.“

Die Unfallkasse, so Struck, gehe davon aus, dass die Reinfelder Wehr 2019 neue Räumlichkeiten beziehen könne. Er monierte vor allem den Zustand der zu klein bemessenen Fahrzeughalle: „Die Fahrzeuge sind größer geworden, eines muss daher bereits draußen stehen.“ Auch die sanitären Anlagen aus den 1970er Jahren ließen zu wünschen übrig. Die Gutachter waren weder mit den sanitären Anlagen, den Umkleidekabinen, mit den fehlenden Stellplätzen im Anbau und dem fehlenden Platz für die Anhänger zufrieden. Der Bau aus den 70er Jahren entspreche nicht mehr den gesetzlichen Vorgaben, so ihr Fazit. Aus Sorge um eine Bleibe suchte die DLRG bereits seit 2014 nach neuen Räumlichkeiten. Diese Sorge konnten die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses dem Verein nun aber nehmen.

Denn diese beschlossen, dass DLRG und DRK gemeinsam mit der Feuerwehr im Rettungszentrum bleiben können – nicht jedoch die Polizeistation. Die Anforderungen für die Renovierungen seien dermaßen hoch, so Gerstmann, dass eine andere Lösung nicht möglich gewesen sei. Doch selbstverständlich bleibe die Polizei in Reinfeld. Die Suche nach einer geeigneten Immobilie in der Karpfenstadt hat begonnen. Die neue Polizeistation soll wegen der höheren Personaldecke größer sein als zuvor.

2  000 Quadratmeter soll das Rettungszentrum nach den neuesten Berechnungen groß sein und durch eine öffentlich-private Partnerschaft finanziert werden. Die Kosten können bisher nur geschätzt werden: 1,45 bis 2,8 Millionen Euro. Man stehe auf der Seite der Feuerwehr, so Ausschussvorsitzender Lasse Karnatz (SPD). Keiner wolle, dass die Feuerwehrstation geschlossen werde, ergänzt Lorenz Hartwig (CDU). Man gehe vielmehr davon aus, dass mit den Bauarbeiten noch in diesem Jahr begonnen werden könne. Die weiteren Planungen hierzu müssten laut Meinung aller Stadtverordneten vorangetrieben werden. Ausschreibungen und Ausgaben können jedoch noch nicht in Angriff genommen werden, weil für das Jahr 2016 noch kein Haushalt aufgestellt wurde.

Um das Vorhaben dennoch voranzubringen, braucht die Stadt die Genehmigung der Kommunalaufsicht. Bis zum 30. April müssen sich DRK und DLRG entscheiden, ob sie weiterhin im Rettungszentrum bleiben wollen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen