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Geschützter Betonklotz : Die neue Liebe zum Ahrensburger Rathaus

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Am Tag des offenen Denkmals kann man das umstrittene Bauwerk mit anderen Augen sehen.

Ist das Beginn einer neuen großen Freundschaft? Am Ahrensburger Rathaus scheiden sich die Geister. Doch das könnte sich ändern: Wer sich mit dem Bau aus dem Jahr 1970 nicht anfreunden kann, erhält jetzt Gelegenheit zum Umdenken. Zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 14. September, öffnet der Verwaltungssitz seine Pforten. In der Zeit von 11 bis 16 Uhr gibt es zwei Vorträge im Foyer, danach werden begleitete Führungen angeboten. Seit dem vergangenen März ist das Gebäude im Denkmalbuch des Landes eingetragen. „Das kann positive Folgen für uns haben“, sagt Ahrensburgs Bürgermeister Michael Sarach, „denn damit könnten auch Fördermittel für die Sanierung fließen.“ Darüber würden zurzeit Gespräche in der Landeshauptstadt Kiel geführt.

Der Brandschutz und der Energieverbrauch des Rathauses entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen. Auch die Fassade aus Waschbeton mit italienischen Marmorkieseln hat in den Jahren gelitten und wird gereinigt. „Strahlend weiß, so wie vor 40 Jahren soll sie werden“, erläutert Michael Sarach, „das Gebäude wird damit ganz anders wirken.“ Der Bürgermeister wird am Tag des offenen Denkmals anwesend sein, und er gibt auch sein Dienstzimmer zur Besichtigung frei.

Fast alles im Hause sei noch im Originalzustand von 1970 erhalten. Sarach hofft, dass die Besichtigung bei einigen zu einer neuen Bewertung des Verwaltungssitzes führt: „Wer sich damit intensiver beschäftigt, denkt anders.“ Die Besonderheiten des Gebäudes möchte auch die Leiterin der Volkshochschule, Gisela Euscher, stärker ins Bewusstsein rücken: „Wer sich damit beschäftigt, sieht es mit anderen Augen.“ Um 11 Uhr beginnt ein Vortrag von Dr. Astrid Hansen vom Landesamt für Denkmalpflege. Sie erklärt die Gründe, warum das Gebäude jetzt unter Denkmalschutz steht. Einen entwicklungsgeschichtlichen Rückblick auf Verwaltungsbauten allgemein bietet anschließend die Kunsthistorikerin Sybille Schulz.

Um 12.30 Uhr beginnen die Führungen. Neben dem Sitz des Bürgermeisters werden dabei beispielhafte Büros des Bauamts im vierten Stock besichtigt. Auch die ehemalige Kantine mit dem Rundum-Balkon im sechsten Stock steht auf dem Programm. Dort wird auch das Modell ausgestellt, mit dem Architekt Karl-Heinz Scheuermann 1967 den Ideen-Wettbewerb fürs Rathaus gewann. Auch das mit Palisanderfurnier getäfelte Magistratszimmer steht für die Besucher offen. Parallel gibt es Angebote für Kinder. Die Architektin und Leiterin der Malschule „Holstenhüpfer“, Julia Bühring, leitet einen Malkursus unter dem Motto „Wir erkunden und malen das Rathaus“. Gemalt wird auf Leinwand, das Denkmal selbst bleibt tabu.

In der Stadtbücherei wird von 11 bis 17 Uhr außerdem ein Familienspieltag organisiert. „Wir haben dafür 150 Spiele zusätzlich bestellt“, sagt Büchereileiter Thomas Patzner. Vier Spiele-Erklärer sind tätig und es gibt ab 13 Uhr ein Dominion-Turnier für Spiele-Experten. Ab 14 Uhr wird ein Brettspiel-Flohmarkt veranstaltet. Bereits am Donnerstag, 11. September lädt die Buchhandlung Stojan ab 19 Uhr zu einem Spiele-Abend in die Bibliothek ein. Am Dienstag, 16. September gibt es dort außerdem von 15 bis 18 Uhr einen Kinderspiele-Nachmittag mit einer Lego-Bauaktion.





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