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Ahrensburg sucht Bank-Tester : Die Musterbank im Härtetest

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Genau 282 Bänke hat das Team des Seniorenbeirats in Ahrensburg vorgefunden – viele sind in schlechtem Zustand. Das soll sich ändern.

shz.de von
erstellt am 03.Aug.2015 | 06:00 Uhr

Verschmutzt, beschädigt, verrottet oder beschmiert – über ein Drittel der Bänke in Ahrensburg ist als Sitzgelegenheit nicht mehr oder nur bedingt nutzbar. Das geht aus einem neuen Bankkataster hervor, das der Seniorenbeirat der Stadt in sorgfältiger Kleinarbeit erstellt hat. Damit nicht genug: In vielen Bereichen der Schlossstadt sind keine Sitzgelegenheit anzutreffen – so das Fazit.

„Man möchte im Leben lange eigenständig und mobil bleiben. Dazu gehört es aus unserer Sicht auch, dass man sich so gut es geht, in der Stadt bewegen kann. Für viele Senioren bedeutet das, dass sie auch mal einen Ort brauchen, an dem sie sich ausruhen können“, erklärt der Beiratsvorsitzende Christof Schneider. „Wobei das übrigens auch nicht exklusiv nur für Senioren gilt. Manche sind mit 80 Jahren noch fit wie ein Turnschuh, andere haben auch schon mit 20 erste Probleme und benötigen mal mehr Pausen“, so Schneider.

Georg Harz, ebenfalls im Beirat aktiv, hat das ehrgeizige Projekt vorangetrieben. 282 Bänke hat das Team in ganz Ahrensburg bisher gefunden. 188 waren noch nutzbar, 60 waren stark verschmutzt, 34 komplett verrottet oder zerstört. „Aus unserer Sicht besteht großer Handlungsbedarf. Das gilt nicht nur für den Bestand, sondern auch für die erwähnten Bereiche in denen gar keine Sitzgelegenheiten vorhanden sind. Es gibt auch Bushaltestelle ohne Bänke. Senioren sind aber oft nicht mehr auf die letzte Minute unterwegs zum Bus, sondern warten dort eine ganze Weile“, führte Schneider weiter aus.

Bei dem Kataster möchten es die engagierten Schlossstädter nicht belassen. „Bei Neuanschaffung sollten dann gleich besonders gut geeignete Bänke gekauft werden. Wir haben ein individuelles Testexemplar herstellen lassen. Das kann nun hinter dem Peter Rantzau Haus ausprobiert werden“, so Schneider. „Das Modell das jetzt hier steht, ist grau, aber es könnte auch farblich angepasst werden. Das ist dann auch noch eine Aufwertung das Stadtbildes“, erklärte der Senioorenbeiratsvorsitzende. Manche der Anwesenden waren beim öffentlichen Sitztest der Meinung, dass nicht unbedingt die Bänke selbst das Problem sind, sondern eher ihre zu geringe Pflege. „Was bringt es, wenn man da jetzt neu investiert, aber niemand sie pflegt? Dann sehen die Sitzgelegenheiten in Windeseile so aus wie die aktuellen“, lautete ein zentraler Einwand. Mehr Personal sei daher dringend notwendig, wurde aus den Reihen der Besucher angeregt. Im Ahrensburger Haushalt sind aktuell 10  000 Euro im Jahr für Bänke und ihre Pflege eingeplant. „Es wird aus meiner Sicht auch nicht mehr Personal geben. Wir sind sehr knapp besetzt. Das stimmt. Diese Kapazitäten werden sich nicht kurzfristig erhöhen“, sagte Annette Kirchgeorg von der Stadtverwaltung, die im Bereich der Stadtplanung für städtische Grünflächen und Parks verantwortlich ist. Bei 1000 Euro Kosten für die Neuanschaffung einer Bank und 10  000 Euro ist klar, dass keine Quantensprünge zu erwarten sind. „Ich danke dem Seniorenbeirat. Tatsächlich hatten wir so ein Kataster nicht, darauf lässt sich aufbauen. Das ist für uns interessant und aufschlussreich“, so Annette Kirchgeorg.

Christof Schneider und seine Mitstreiter hoffen nun, dass sich noch möglichst viele Ahrensburger Senioren zu Wort melden und den Fragebogen ausfüllen, der im Peter-Rantzau-Haus ausliegt. Darauf kann angegeben werden, wie zufrieden man mit der aufgestellten Testbank ist und auch sonst noch im Stadtgebiet Bänke aufgestellt werden sollten. „Wir hoffen selbstverständlich auf entsprechende Resonanz“, so Schneider. Ende August soll dann die Auswertung der Antworten beginnen. „Erste Fragebögen sind bereits zurückgekommen.“

 

 










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