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Auf der Bestsellerliste : Die Mordsfrau aus Bargteheide

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Eva Almstädt veröffentlicht ihren mittlerweile elften Pia-Korittki-Roman. Der Krimi kletterte sofort auf Platz 14 der Spiegel Bestsellerliste.

Ihre Augen blitzen und immer wieder kommt da dieses herzliche, tiefe und kräftige Lachen aus ihr heraus. Eva Almstädt sitzt in der Bargteheider Coffee-Lounge. Das Laptop vor sich aufgeklappt, daneben einen Chai-Latte – die Bargteheider Erfolgsautorin genießt das Arbeiten in der Öffentlichkeit. „Wenn mir im Büro die Decke auf den Kopf fällt, mache ich das ganz gerne“, erzählt sie. Den Trubel um sie herum könne sie ganz gut ausblenden. „Das ist dann nur noch ein angenehmes Hintergrundgeräusch.“ Hin und wieder mal angesprochen zu werden – ja, das sei ein schöner Nebeneffekt des „Außenbüros“, halte sich aber in Grenzen.

In diesen Tagen ist der mittlerweile elfte Band aus Eva Almstädts „Pia Korittki“-Reihe erschienen. „Ostseetod“ ist gleich auf Platz 14 der Spiegel Bestsellerliste geklettert. Was für ein Erfolg für die Bargteheiderin. 2004 erschien ihr erster Krimi „Kalter Grund“, 2005 Lesung bei der ersten Ahrensburger Kriminacht im Marstall. Und jetzt Bestsellerliste. Eva Almstädt strahlt über den Erfolg. „Mit dem sechsten Band – „Ostseeblut“ – ist der Verlag intern auf mich aufmerksam geworden“, erzählt sie. Ab dann wurde Werbung gemacht und es ging weiter bergauf. „Aber den Anfang“, erzählt sie nicht ohne Stolz, „habe ich ganz alleine geschafft.“ Sie gibt sich da keinen Illusionen hin: Die Zahlen müssen stimmen. Das ist es, was in der Branche zählt.

Ihre Ermittlerin Pia Korittki hat es nicht leicht. „Der habe ich ein Problem nach dem anderen aufgehalst“, verrät die Autorin. Sie muss sich mit einem neuen Chef rumärgern, hat ein Kind bekommen, sich aber vom Vater getrennt. Zu allem Überfluss hat die alleinerziehende Kripobeamtin jetzt auch noch einen Sorgerechtsstreit an der Hacke. „Die Konfliktszenen machen doch den meisten Spaß“, verrät die Schriftstellerin über ihre Arbeit. Fans verfolgen die Entwicklung der Hauptfigur natürlich, warten gespannt, was es Neues in Pias Privatleben gibt, aber auch Neueinsteiger werden keinerlei Probleme haben.

Eva Almstädt verwendet viel Energie auf die Entwicklung ihrer Romanfiguren. Sie konstruiert komplette Lebensläufe mit Hobbys und Vorlieben. „Ich brauche das, um ein Gefühl für die Figuren zu entwickeln. Die erzählen mir mit ihrer eigenen Stimme, was sie bewegt ... auch wenn es im Text gar nicht vorkommt, ist es für mich ganz wichtig zu wissen, dass derjenige früher in der Schule gehänselt wurde.“

Krimifans müssen sich keine Sorgen machen – für die Ermittlungen bleibt auf den 400 Seiten genügen Raum. „Ostseetod“ spielt in dem Dorf Grotenhagen. Ein elfjähriges Mädchen verschwindet plötzlich spurlos, eine Bürgerwehr wird gegründet, es gibt einen Todesfall, ein weiteres Mädchen verschwindet. Dann tauchen die Kinder wieder auf, können sich aber an nichts erinnern. Pia Korittkis voller Einsatz ist gefordert.

Der elfte Fall soll nicht Korittkis letzter sein. Noch hat Eva Almstädt keine Lust, ihre Protagonistin sterben zu lassen. Sie arbeitet bereits am nächsten Fall, sammelt Material für den übernächsten. Jedes Jahr kommt ein neuer Band auf den Markt. „Da bin ich unter Druck“, gesteht die gelernte Innenarchitektin. Viele Ideen landeten im Papierkorb, weil sie dann doch nicht für einen ganzen Roman taugen. Recherchieren, Szenenplan erstellen, erste Fassung schreiben, überarbeiten – das klappt nur, wenn sie strukturiert vorgeht. „Besser ist das“, sagt die Bargteheiderin: „Meine Kernarbeitszeit ist von 8 bis 13 Uhr. Da habe ich Ruhe. Aber notfalls muss ich auch am Wochenende ran.“

Vergangenes Jahr war Eva Almstädt zu 30 Lesungen von Stormarn bis Cottbus, Weimar und Köln unterwegs. Am Mittwoch, 13. April, stellt sie den „Ostseetod“ bei der Krimilounge im Ratssaal vor. In Bad Oldesloe liest Eva Almstädt am Mittwoch, 27. April, im Rahmen der Jubiläumsfeiern des Alleinerziehenden-Vereins im Bürgerhaus.


Ostseetod von Eva Almstädt ist bei Bastei-Lübbe erschienen. 414 Seiten, 9,99 Euro, ISBN: 978-3-404-17341-9

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23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 21.Mär.2016 | 06:00 Uhr

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