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Stormarner Tageblatt

18. Dezember 2017 | 00:46 Uhr

Die Moderne hält Einzug - aber nicht zu sehr

vom

Die Karpfenstadt plant ein zentrales Rathausgebäude, einen großen Platz sowie ein Rathaus-Center

shz.de von
erstellt am 10.Aug.2013 | 05:59 Uhr

Reinfeld | Ein weitläufiger, dezent rot gepflasterter Platz, links das alte historische Rathausgebäude, rechts der Neubau - sehr sachlich sehr modern. So könnte bald der Rathausplatz aussehen. Er soll den Blick auf die Matthias-Claudius-Kirche freilassen. Das Fenster im Erdgeschoss des weiß getünchten Gebäudes in der Mitte gibt den Blick auf das Bürgerbüro frei - das wohl meist besuchte Büro des Rathauses als zentraler Punkt. Hinter dem neuen Rathaus, als letztes in der Häuserzeile zum Herrenteich hin, soll außerdem das neue Gebäude der Stadtwerke in ähnlichem, dem so genannten Attika-Stil, entstehen. Auch das geplante Rathauscenter - jetzt wird dort am Abhang noch ordentlich gebuddelt - wird sich architektonisch der modernen Bauweise anpassen.

Viele Reinfelder Bürger, die zur Sitzung des Bauausschusses erschienen waren, kamen nicht umhin, Kritik zu äußern. Viel zu modern und kalt, viel zu streng, unharmonisch mit den älteren Häusern ringsherum. Im Publikum wurde leise diskutiert. Wie passe denn dieser moderne, eher klotzartige Bau zum über 100-jährigen Rathaus gegenüber? Das beiße sich doch ganz gewaltig, so ein Reinfelder wenig begeistert. Das scheine wohl der neue sachliche Baustil zu sein. Zwei ähnliche Häuser seien ja schon direkt am Herrenteich entstanden. Alles Geschmacksache, resümierte ein anderer Bürger.

Auch einige Stadtverordnete äußerten leichte Bedenken und regten Änderungen am Entwurf von Architektin Sigrid Morawe-Krüger an. Das Gebäude wirke sachlich-nüchtern und passe wenig zu den anderen Häusern, meldete sich Manfred Schönbohm (WIR) zu Wort. Und der Ausschussvorsitzende Lorenz Hartwig (CDU) wünschte sich "optische Störer", um das Gebäude aufzuwerten. Auch Giebel und die Wahl zwischen Putz und Backstein seien durchaus möglich. Oder wie wäre es mit dem Reinfeld-Wappen an der Fassade? Am Ende der Sitzung stimmten acht Stadtverordnete (eine Enthaltung) für die Optimierung der Fassade, das Anbringen eines Stadtwappens und die Verschönerung durch angedeutete Giebel. Die Architektin wird die Entwürfe in der nächsten Sitzung noch einmal detailliert vorstellen.

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