Kinderschutzbund Stormarn (DKSB): : Die Mittel reichen nicht aus

Ingo  Loeding.
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Ingo Loeding.

Deutscher Kinderschutzbund Stormarn will sich noch in diesem Monat an die Kreisverwaltung und die Politik wenden und bitten, die Mittel deutlich aufzustocken.

shz.de von
17. Mai 2015, 16:32 Uhr

Entstanden vor 35 Jahren aus einer kleinen Gruppe engagierter Frauen und Männer in Bargteheide beschäftigt der Verein Deutscher Kinderschutzbund Stormarn (DKSB) mittlerweile fast 60 haupt- und 231 ehrenamtliche Mitarbeitern in den Kinderhäusern Blauer Elefant in Ahrensburg, Bad Oldesloe und Bargteheide. Das geht aus dem Jahresbericht hervor, den der DKSB vorgelegt hat.

Auch wenn die vielen Hilfsangebote sehr gut angenommen werden, macht sich der DKSB doch erhebliche Sorgen. Vorsitzende Birgitt Zabel: „Viele unserer Angebote sind öffentlich gegenfinanziert, das sind Hilfsmaßnahmen, auf die Eltern laut Gesetz ein Recht haben. Wir stellen aber fest, dass viele Mittel in wichtigen Bereichen nicht ausreichen.“

Eigenmittel von 80  000 Euro habe man für die „Frühen Hilfen“, 25  500 Euro in die Beratungsarbeit, je 10  000 Euro bei den Angeboten für Alleinerziehende und beim Elterntelefon, 32  000 Euro für die offene Arbeit im Kinderhaus Ahrensburg und 22  000 für den Familienhilfe-Notfonds aufbringen müssen.

„Das sind nahezu 180  000 Euro, die wir vor allem aus Spenden finanzieren mussten“, sagt DKSB-Geschäftsführer Ingo Loeding: „Meist handelt es sich um eine Ausweitung der Angebote, weil der Bedarf in vielen Familien höher ist als vermutet. Insbesondere in Bezug auf die Frühen Hilfen werden wir uns deshalb noch in diesem Monat an die Kreisverwaltung und die Politik wenden und darum bitten, die Mittel deutlich aufzustocken.“ Dort arbeiten zurzeit vier Familienhebammen und fast 30 ehrenamtliche Familienpaten. Belasteten Familien wird schon vor der Geburt ihres Kindes eine Unterstützung gegeben. Das Angebot wurde in enger Kooperation mit dem Kreis eingerichtet. Im vergangenen Jahr wurden 125 Familien betreut.

Der Notfonds unterstützt Familien in akuten finanziellen Situationen mit kleinen Zuschüssen. Die Nachfrage ist seit Einführung von Hartz  IV beständig gewachsen, sagt Ingo Loeding. 2014 wurden über 42  000 Euro ausgeschüttet, von denen knapp die Hälfte von der Sparkassen-Sozialstiftung getragen wurde. Der Rest waren Spendengelder.

>Der DKSB-Jahresbericht kann bestellt werden in der Geschäftsstelle, Tel. (04532) 280  680, info@dksb-stormarn.de. Unter der Adresse www.kinderschutzbund-stormarn.de ist er im Internet einsehbar.

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