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Stormarner Tageblatt

23. November 2017 | 17:56 Uhr

Olympische Flamme : Die mit dem Feuer läuft

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Hoisdorferin Birgit Hollnagel übernimmt eine Etappe des Olympischen Fackellaufs in Brasilien. Ihr Arbeitgeber hat dieses einmalige Erlebnis möglich gemacht.

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erstellt am 19.Mai.2016 | 06:00 Uhr

Die Begeisterung, die Aufregung, die Freude – das alles ist Birgit Hollnagel immer noch deutlich anzuhören. Die gebürtige Hoisdorferin durfte im brasilianischen Belo Horizonte die Fackel mit dem olympischen Feuer eine Etappe tragen.

Beim eigentlichen „Lauf“ war für Aufregung gar keine Zeit. „Boah, sieht das toll aus“, denkt die 28-jährige noch, als sie beim „Kuss der Fackeln“, das Feuer von ihrem Vorläufer übernahm. Umringt von zahlreichen Bodyguards ging es dann auf die Strecke. „Oh, nein, nun ist es schon vorbei“, sind dann nur wenige Sekunden später die nächsten Gedanken. Eine Etappe ist 250 Meter lang. Alles ist streng und minutiös durchgetacktet. „Mein Einsatz war genau genommen von 18.59 bis 19.02 Uhr. Das hat mit Sport nichts zu tun. Aber es ist für jeden Sportler eine Ehre bei Olympia mitmachen zu dürfen, ein absolutes Highlight“, schwärmt Birgit Hollnagel. Sportlich bleiben die Olympischen Spiele für sie ein unerfüllter Traum, dem sie aber nicht nachtrauert. In ihrer Jugend spielte sie in Ahrensburg Hockey. Wegen des Studiums mussten sie den Wohnort und damit auch den Verein wechseln. In Magdeburg studierte sie Sportwissenschaften sowie Maschinenbau und trainierte daneben noch drei- bis viermal pro Woche in Leipzig. Aufstieg in die Bundesliga und gleich Hallenhockey-Torschützenkönigin. „Ja, das war ein erster Schritt in Richtung Nationalmannschaft“, gibt sie zu. Ohne Verletzung wäre sie diesem Ziel sicher einen großen Schritt näher gekommen. „Ich trauere dem jetzt nicht hinterher“, sagt die Produkt-Managerin. Und der Tonfall wie sie es sagt macht mehr als deutlich, dass sie es auch genau so meint und sich nicht selber darüber hinwegtrösten muss. Auf einem anderen Weg hat sie es ja gewissermaßen doch noch geschafft. Birgit Hollnagel: „Ich bin einfach superdankbar. Das war ein einmaliges Erlebnis.“

Schon Stunden vorher müssen sich die Staffelläufer treffen. Ins Trikot schlüpfen, seine Laufnummer abholen, die mit ausgefeilter Technik versehene Fackel übernehmen. Die Einweisung ist auf portugiesisch, eine Generalprobe gibt es nicht, und dann ab in den Bus der die Läufer zu ihren Startpunkten brachte. „Die anderen waren fast alle Brasilianer – mit toller Musik hatten wir Superstimmung.“ Birgit Hollnagel muss als eine der letzten auf die Strecke, da wächst natürlich die Anspannung. Um 19 Uhr ist es in Brasilien zu dieser Jahreszeit schon stockdunkel. Vom Treiben längs der Strecke sehen die Akteure kaum etwas. „Hui, jetzt wird es ernst“, denkt die 28-Jährige noch, als sie den Fackelschein ihres Vorläufers sieht. Dann geht alles ganz schnell.

Ihr Arbeitgeber, die Bauerfeind AG im thüringischen Zeulenroda, als Partner des Olympischen Komitees hat das Erlebnis möglich gemacht. Das Unternehmen ist Hersteller von medizinischen Hilfsmitteln wie Bandagen, Kompressionsstrümpfen oder orthopädischen Einlagen. Birgit Hollnagel ist weltweite Produkt-Managerin für Orthesen. Zwei Fackelläufer durfte das Unternehmen stellen, neben einem brasilianischen Arzt fiel die Wahl des Vorstands auf Birgit Hollnagel.

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