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Schönheits-Op an der Kreuzung : Die „Kosmetiker“ rücken an

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Dem „Bargteheider Buckel“ soll am Wochenende die Spitze genommen werden. Dafür wird die Kreuzung gesperrt und Autofahrer werden umgeleitet. Für einen Kreisverkehr fehlt das Geld.

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erstellt am 10.Okt.2013 | 06:00 Uhr

„Um den Fahrkomfort und die Fahrdynamik für den querenden untergeordneten Verkehr auf der Alten Landstraße zu verbessern, soll die vorhandene Kuppe am Rand der späteren durchgehenden vorfahrtberechtigten Straße im Knotenpunktbereich ausgerundet werden“, schreibt das Straßenbauamt in einer Pressemitteilung. „Boah, das ist doch mal ein Behördendeutsch!“, gibt selbst Bargteheides Bürgermeister Dr. Henning Görtz zu: „Aber ich habe verstanden, worum es geht.“ Gemeint ist: Der zu einiger Berühmtheit gelangte Bargteheider Buckel wird umgebaut.

„Das ist genau das, war wir mal besprochen hatten“, erläutert Dr. Görtz: „Baumängel, Haftungsfragen – das ist ja alles geklärt worden. Es ist nicht besonders schön, entspricht aber den Regeln der Technik.“ Das war der Grund, warum vor ziemlich genau einem Jahr die eigentlich favorisierte Kreisel-Lösung beerdigt werden musste. Stadt und Land hätten den Bau aus eigener Tasche bezahlen müssen. Görtz: „Das können wir uns alle nicht leisten.“ Was blieb, ist die Kosmetik-Lösung. „Mehr war nicht drin“, ist der Bargteheider Verwaltungs-Chef überzeugt. Der als Kreiselpapst bekannte ehemalige Hamburger Baudirektor Eckehard Knoll ist da anderer Meinung. „Finanzminister Rainer Wiegard hat damals gesagt, der Buckel kommt weg. Wäre er nach der Landtagswahl Minister geblieben, hätte er zu seinem Wort stehen müssen“, ist Knoll überzeugt. Die Regierung hat aber gewechselt, es gibt neue Prioritäten, da könne man von Bürgermeister Görtz kaum erwarten, dass der gegen die Landesbehörden ins Feld ziehe, schließlich wolle er die nächstes Abschnitte der Umgehungsstraße auch noch finanziert bekommen. „Fachkunde ist eben nicht immer gewünscht“, lautet sein ernüchtertes Fazit. Knoll stand damals an der Spitze einer Initiative geben den Buckel. Seitdem ist es ruhig geworden. Knoll: „Die gute Radikallösung, einen Kreiseln zu bauen, kommt nicht. Da haben wir etwas die Lust verloren.“

Vor kurzem wurde mit dem nächsten Abschnitt begonnen. Der Landesbetrieb baut zurzeit die Verbindung zwischen „Alter Landstraße“ und „Jersbeker Weg“. In dem Zusammenhang wird auch der Buckel angefasst – ein Jahr später. Für Bürgermeister Görtz ist das nachvollziehbar: „Es macht keinen Sinn, da vorher mit Baumaschinen anzurücken und den Asphalt aufzureißen.“

Von Morgen bis einschließlich Sonntag ist die Kreuzung komplett gesperrt. Aus Richtung Ammersbek wird der Verkehr nach Bargteheide deshalb in Timmerhorn über die K 55 nach Delingsdorf zur B 75 geleitet und dort in Richtung Bargteheide geführt. Aus Richtung Elmenhorst werden Autofahrer in Bargteheide über die Jersbeker Straße (K56) zur Hamburger Straße (B75) und dann über die K55 in Timmerhorn wieder auf die Alte Landstraße (L 225) geführt. Beide Umleitungen gelten natürlich auch in die jeweilige Gegenrichtung. Für den Fall, dass das Wetter absolut nicht mitspielen sollte, müssten die Arbeiten um eine Woche verschoben werden.

Auf einer Fläche von 160 Quadratmetern soll der Asphalt abgefräst und dann etwas von Unterbau entfernt werden, um den Buckel „auszurunden“. So kann das Gefälle etwas entschärft werden. „Die nötige Fahrbahnstärke wird natürlich wieder hergestellt“, betont Jens Sommerburg, Chef des Straßenbauamts.

 

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