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Stormarner Tageblatt

17. Oktober 2017 | 04:18 Uhr

Die Kirche wird zur Kapelle

vom

Die Gemeinde Witzhave hat die renovierungsbedürftige Bethlehemkirche erworben / Die Entwidmung wird im Juni vollzogen

shz.de von
erstellt am 15.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Witzhave/Trittau | Die Bethlehemkirche wird zur Kapelle: Das hat die Kirchengemeinde Trittau mit Zustimmung der Landeskirche beschlossen. Die politische Gemeinde Witzhave hat das 3000 Quadratmeter große Gelände der stark renovierungsbedürftigen Kirche für 50 000 Euro gekauft. "Auf dem Gelände soll eine Krippe für zwei Gruppen und eine Tagesmutter entstehen, Kosten etwa 800 000 Euro", sagt Bürgermeister Jens Feldhusen. Dafür wird das marode Gemeindehaus abgerissen.

Zudem soll die Kirche saniert werden. Eine neue Heizung und eine Turmsanierung sind nötig. Anschließend soll die Kapelle für Trauerfeiern weiter genutzt werden. Der kommunale Friedhof liegt gleich nebenan.

"Das war den Witzhavern wichtig, weiterhin eine Stelle für die Feiern zu haben", berichtet Pastorin Anke Schäfer, die früher regelmäßige Gottesdienste dort gefeiert hat. Der Bürgermeister kann sich in Zukunft auch Konzerte und Lesungen dort vorstellen.

Als die Bethlehemkirche 1967 geweiht wurde, kamen 15 bis 20 Menschen pro Gottesdienst, der zwei Mal im Monat abgehalten wurde. Jetzt wohnen in Witzhave mit 1450 Einwohnern zwar inzwischen doppelt so viele Menschen, aber die Kirche besuchten immer weniger. "Nur noch besondere Gottesdienste zu Weihnachten, zum Erntedank und im Advent wurden besser besucht", berichtet Anke Schäfer. Manchmal stand sie auch vor einer ganz leeren Kirche und konnte wieder nach Hause fahren.

So kamen schon die Überlegungen auf, die Kirche zu entwidmen, abzureißen oder anders zu nutzen. 2010 beschloss das der Kirchengemeinderat, doch erst jetzt stimmte auch die Landeskirche den Plänen zu. "Das lag daran, dass wir die erste Kirche sind, die nicht komplett anders genutzt wird, sondern als Kapelle weiter bestehen soll", erklärt Jens Dittmers, stellvertretender Vorsitzender des Kirchengemeinderats, der die Verhandlungen mit Bürgermeister Feldhusen geführt hat. Daher bleiben der Altar und das Kreuz sowie Betonreliefs der Künstlerin Karin Hertz in der künftigen Kapelle, anderes wie Taufbecken, Abendmahlszubehör und Bibel kommen in die Martin-Luther-Kirche nach Trittau. "Warum einiges in der Kirche bzw. Kapelle bleibt, musste ausführlich begründet werden", so Dittmers.

Als die Bürger vor Jahren über die zunächst formulierten Abrisspläne informiert wurden, hielt sich die Entrüstung in Grenzen. "Ein weiteres Zeichen dafür, dass die Kirche an der Stelle nicht nötig ist. Viele kommen zur Taufe und anderen Amtshandlungen sowieso gern nach Trittau", weiß Anke Schäfer. Der günstige Kaufpreis ist auf 35 Jahre festgeschrieben. Sollte in dieser Zeit die Gemeinde dort Wohnungsbau oder eine gewerbliche Nutzung beschließen, wird nachgezahlt. "Beide Seiten haben an der Umwidmung keine wirtschaftlichen Interessen", betont Pastor Matthias Heitmann.

Im Umkreis sind bereits vor ein paar Jahren je eine Kirche in Brunsbek und Bargteheide entwidmet worden.

Die formelle Entwidmung wird in einem Gottesdienst vollzogen. Am Donnerstag, 13. Juni, um 19 Uhr sind alle Witzhaver und andere Interessierte eingeladen, an dieser besonderen Feier teilzunehmen. Die Gemeindepastoren Matthias Heitmann und Anke Schäfer begrüßen auch die Bischöfin des Sprengels Hamburg und Lübeck, Kirsten Fehrs sowie Propst Hans-Jürgen Buhl.

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