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Sexueller Missbrauch : „Die Kirche hat auf vielen Ebenen versagt“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Eine Kommission sollte die Missbrauchsfälle in der Ahrensburger Kirchengemeinde aufarbeiten – stieß aber an Grenzen. Der 500 Seite starke Bericht enthält 155 Empfehlungen.

„So einer von uns macht doch so etwas nicht.“ Für Dr. Dirk Bange, Abteilungsleiter in der Hamburger Sozialbehörde, ist diese Wahrnehmungsblockade eine der Ursachen des wohl dunkelsten Kapitels der Nordkirche – sexuelle Übergriffe durch zwei Ahrensburger Pastoren. Die Kirche hat versucht, die Schmerzen zu lindern – nicht immer ist das geglückt.

Auch die unabhängige Kommission zum Thema „Missbrauch in der Kirche“ stieß bei ihrer Arbeit an Grenzen. „Wir konnten nicht mit allen Personen sprechen“, sagte Dr. Dirk Bange bei einem Gesprächsabend der Kirchengemeinde zu dem 500 Seiten starken Abschlussbericht.

„Die Kirche hat auf vielen Ebenen versagt – damals und bei der Aufarbeitung der Vorfälle“, ist wohl die Haupterkenntnis des Berichts, der 155 Empfehlungen ausspricht. Für viele der rund 40 Besucher in der Schlosskirche – Betroffene und Gemeindemitglieder – ist das Unverständnis geblieben. „Es gab viel zu wenig Informationen für die Gemeinde und auch für die anderen Pastoren“, sagte eine der Betroffenen, „die Menschen wurden einfach im Regen stehengelassen.“

Die Folgen sind bis heute zu spüren: Tiefe Gräben durchziehen die Kirchengemeinde, „es muss in der Kirche eine Diskussion darüber geben, wie man mit dem Amt des Geistlichen umgehen will“, lautete eine der Forderungen – verbunden mit dem Vorschlag, Pastoren auf Zeit einzuführen.

Der so genannte Zehn-Punkte-Plan aus dem Abschlussbericht konnte leider nicht ausführlich besprochen werden. Jedenfalls hat die Unabhängige Ansprechstelle für Menschen, die sexuelle Übergriffe erlebt oder davon erfahren haben, ihre Arbeit aufgenommen.

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