Rümpel : Die Kastanien müssen weg

Januar 2015: Im Ortskern von Höltenklinken mussten jetzt zahlreiche der ortsbildprägende Rosskastanien gefällt werden. Und es werden nicht die letzten sein, die der Motorsäge zum Opfer fallen.
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Januar 2015: Im Ortskern von Höltenklinken mussten jetzt zahlreiche der ortsbildprägende Rosskastanien gefällt werden. Und es werden nicht die letzten sein, die der Motorsäge zum Opfer fallen.

Der Rümpeler Ortsteil Höltenklinken verändert dramatisch sein Gesicht. Ersatz für die gefällten Bäume ist noch nicht in Sicht.

shz.de von
09. Januar 2015, 06:00 Uhr

Die Rosskastanien prägen im Rümpeler Ortsteil Höltenklinken das Bild. Allerdings: Es werden immer weniger Bäume. 13 von 46 Kastanien mussten bereits gefällt werden. Sie waren von Pilz befallen und konnten nicht mehr gerettet werden. Aber auch die übrigen Bäume – wie die in der Allee zum Gut Klinken – werden in absehbarer Zeit der Motorsäge zum Opfer fallen.

Jetzt stellt sich der Gemeinde Rümpel die Frage, welche Baumart als Ersatz für die Rosskastanien gepflanzt werden sollte.

Es ist hoffentlich das Ende einer langen Leidensgeschichte: Die Rosskastanien haben das Dorf in den vergangenen zwölf Jahren sehr viel Geld gekostet. 2003 sollte bereits ein Teil der Bäume gefällt werden. Dagegen liefen die Anwohner Sturm, und so wurden die das Ortsbild prägenden Rosskastanien zum Politikum.

Mehrere Gutachten wurden eingeholt, dann wurde beschlossen, den Versuch zu unternehmen, die Kastanien zu erhalten. „Das war seinerzeit eine Fehlentscheidung“, stellt der amtierende Bürgermeister Torben Schmahl (CDU) rückblickend fest. Zwischen 5000 und 8000 Euro hat Rümpel seit 2003 jährlich in die Pflege der Rosskastanien gesteckt – mindestens. Trotzdem mussten immer wieder einzelne gefällt werden. Dafür wurden dann kleine Kastanien neu angepflanzt.

Eine Dauerlösung kann das aber nicht sein, denn die zum Teil mehr als 130 Jahre alten Bäume sind nicht nur von der Miniermotte befallen, sie sind auch so geschwächt, dass Krankheiten und Pilzbefall bei ihnen leichtes Spiel haben. „Mit dem für die Pflege ausgegeben Geld hätte schon einiges neu gepflanzt werden können“, bedauert Schmahl.

Die Neuanpflanzungen sind derzeit Thema in der Gemeinde. Von der ABB-Fraktion wurden Blutbuchen ins Spiel gebracht. „Auf der Bauausschusssitzung stellte sich nun aber heraus, dass die Blutbuche als Alleebaum ungeeignet ist“, erläutert Bürgermeister Schmahl, „weil ihr Wurzelwerk zu schwach ist.“ Rümpel will sich jetzt von einem Fachmann beraten lassen. Er soll den Kommunalpolitikern Vorschläge unterbreiten, was als Ersatz gepflanzt werden kann.







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