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Stormarner Tageblatt

21. Oktober 2017 | 14:55 Uhr

Mit Video : Die Invasion der Meerjungfrauen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Ein voller Erfolg war Sonntag die Premiere des Meerjungfrauen-Schnuppertages im Travebad mit rund 100 großen und kleinen Nixen.

shz.de von
erstellt am 13.Feb.2017 | 06:00 Uhr

Das hat es in der Geschichte des Travebads noch nicht gegeben: Eine Invasion von lachenden, plantschenden und bunt schillernden Meerjungfrauen. Rund 100 kleine und große „Nixen“ wollten sich gestern den Meerjungfrauen-Schnuppertag auf keinen Fall entgehen lassen, den Franziska Ernst alias Meerjungfrau „Doriell“ aus Hamburg zum ersten Mal in der Kreisstadt anbot.

„Das ist wirklich Wahnsinn. Alle sechs Gruppen waren ruckzuck ausgebucht und ein paar Mädels musste ich leider wegschicken, weil sie nicht gut genug schwimmen konnten“, sagt Alexandra, die am Beckenrand die Anmeldungen entgegen nimmt und die passenden Kostüme verteilt. Vor ihr bildet sich eine mehr als zehn Meter lange Schlange , und auch einige Mütter und sogar ein Vater wollen sich heute mal in eine Meerjungfrau oder einen Meermann verwandeln.

„Wie soll ich mich denn im Wasser verhalten?“, fragt ein Mädchen Doriell. „Ganz einfach – fröhlich und unbeschwert“, ist die simple Antwort der 45-Jährigen, die sich ein Leben ohne Meerjungfrauenkostüm gar nicht mehr vorstellen kann. Denn was gibt es Schöneres, als schwerelos durchs Wasser zu gleiten mit einer Flosse als Antrieb? Die Flossenkostüme gibt es in allen Größen und Farben, von XS bis XXL. Wichtig sei, dass die Anzüge auch richtig passten, betont Sabrina, die die erste Nixengruppe des Nachmittags im Wasser einweist. „Einatmen bis in den Bauch und durch den Mund wieder aus. Wir brauchen alle Luft, die wir bekommen können. Wenn es in den Ohren knackt und weh tut, dann seid ihr zu tief getaucht“, so die Meerjungfrau, die ihre Chefin Doriell seit anderthalb Jahren bei den Schnupperkursen begleitet.

Auch Meermann Thaylen gehört seit einem Jahr zum sechsköpfigen Team des Meerjungfrauentreffs Nord. Er erklärt den Aufbau der Schwimmflosse. „Die ist aus einer stabilen Polycarbonatplatte gefertigt. Zuerst fühlt sich das etwas sperrig an, aber man gewöhnt sich schnell dran“, so der junge Wassermann. Es wird weniger geschwommen als getaucht. Nixen gleiten durchs Wasser wie ein Delfin oder wie ein Walross – je nachdem.

Nach einer kurzen Wassergymnastik springen die Meerjungfrauen eine nach der anderen aus dem Wasser auf eine Matte, die auf dem Wasser treibt, und „springen“ dann durch einen Reifen – ein bisschen Unterwasserzirkus muss sein.

Der Spaß steht im Vordergrund, es geht nicht um Leistung. „Das ist total toll“, sagt Victoria (9) aus Elmenhorst, die mit ihren Freundinnen Lili (8) und Lina (10) zum Nixentreff gekommen ist. „Es ist ein tolles Gefühl, wenn man in der Flosse drin ist.“ Die Schwestern Lili und Lina haben schon erste Erfahrungen als Meerjungfrauen auf einem Kindergeburtstag in Hamburg gesammelt. Jetzt wollen die beiden jungen Bargteheiderinnen ihre Schwimm- und Tauchkünste mit Flosse weiter perfektionieren. Lili hat schon ein eigenes Meerjungfrauenkostüm, was nicht ganz billig ist. „Das kostet so um die 100 Euro. Da hat man immer was zum Geburtstag oder zu Weihnachten“, sagt Ute Kath, die Mutter der beiden kleinen Nixen.

Mit Feuereifer ist auch Laureen bei der Sache. Die Achtjährige ist mit ihrer Mutter Petra Wulf extra aus Kiel gekommen, um beim Schnuppertag mitzumachen. Für Laureen ist es etwas ganz Besonderes dabei zu sein, denn sie leidet seit ihrem zweiten Lebensjahr an einer tückischen Form von Diabetes und trägt unter ihrem Badeanzug eine kleine Insulinpumpe. „Das ist ein Riesenerlebnis für sie, denn sie kann ja sonst nicht viel ohne Begleitung machen. Toll, dass das Team so flexibel ist und uns hier mitmachen lässt“, sagt Petra Wulf, die ihrer Tochter im Wasser nicht von der Seite weicht, denn der Blutzuckerspiegel von Laureen schwankt oft extrem. Als die kleine Nixe strahlend aus dem Becken steigt, wird gleich gemessen. „Der ist von 180 auf 130 gesunken, super!“, sagt Petra Wulf ungläubig. Tja, ein Nachmittag als Meerjungfrau kann also auch eine Art Therapie sein.

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