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Stormarner Tageblatt

19. November 2017 | 00:36 Uhr

Bad Oldesloe : Die Innenstadt als Atelier

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Fünf Jahre nach der Aufregung um unbekannte Mosaikfliesen gibt es weiterhin in der Kreisstadt ein wenig Streetart

shz.de von
erstellt am 20.Okt.2017 | 15:00 Uhr

Für ein paar Monate war Bad Oldesloe überregional im Fokus von Street-Art-Liebhabern. Vom Sommer 2011 bis in das Frühjahr 2012 tauchten in der Innenstadt immer wieder neue Fliesen mit Symbolen auf. Ob ein Pärchen in der Nähe des Standesamtes, eine Überwachungskamera gegenüber der Polizei oder eine Kamera beim Kinoparkplatz– die Mosaik-Fliesen waren immer an eine Örtlichkeit angepasst.

Zeitungen berichteten, Kunstmagazine wurden neugierig, das Fernsehen drehte Reportagen. Als dann QR-Codes auf den Fliesen auftauchten, schien die Lösung des Rätsels nah, doch irgendwann war der Hype vorbei, es tauchten keine neuen Fliesen mehr auf und die hängenden Kunstwerke verfallen langsam. Doch wer mit offenen Augen durch die Oldesloer Innenstadt geht, der entdeckt viele weitere größere und kleinere offensichtliche Streetartprojekte. So gibt es eine zweite Kachelart, die mit eingravierten, eher sozialkritischen Sprüchen aufwartet. Im Tunnel vom Exer zum Travestadion gibt es außerdem quasi eine sich stetig im Wandel befindliche Open-Air-Galerie. Denn hier ist das „Graffitisprayen“ ganz offiziell erlaubt. Die meisten gesprayten Werke dort überdauern einige Tage oder Wochen und werden dann wieder von anderen Sprayern überdeckt.

Außerdem entdeckt das aufmerksame Auge auch Kopien von Fotos, die an mehreren Punkten in der Stadt aufgeklebt wurden. So etwa ein Junge, der mit einer Weinflasche durch die Straßen geht. Dieses großflächige Foto ist am Mühlenplatz angebracht. Direkt neben den offiziellen Fotowänden in der Mühlenstraße gibt es weitere aufgeklebte Fotos. Eine große Grafik am Peters-Gebäude wurde relativ früh nach ihrem Auftauchen entfernt. Das Verschwinden und der Verfall von Street-Art gehört allerdings mit zu ihrem Konzept. Auch an anderen Stellen in der Stadt – wie zum Beispiel beim Inihaus – sind Bilder zu entdecken, die an den Stil des berühmten Straßenkünstlers Bansky erinnern.

„Ich finde es generell gut, wenn Streetart existiert und es etwas im öffentlichen Raum zu entdecken gibt. Aber natürlich muss sich das im legalen Rahmen abspielen, keine Sachbeschädigungen verursachen“, so Inken Kautter, Kulturchefin der stadt. Es sei auffällig, dass es auch in diesem Bereich hier offenbar eine lebendige Szene gebe.  

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