IHK Lübeck : Die IHK wählt eine Frau

Friederike C. Kühn  will sich für mehr Kooperation einsetzen.  Foto: st
Friederike C. Kühn will sich für mehr Kooperation einsetzen. Foto: st

Die 50-jährige Bargteheiderin Friederike C. Kühn ist der erste weibliche Präses in der langen Geschichte. Die Lübecker ist erst die zweite IHK in Deutschland mit einer Frau an der Spitze.

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07. Februar 2013, 09:03 Uhr

Lübeck / Bargteheide | Im 160. Jahr der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Lübeck steht erstmals eine Frau an der Spitze. Friederike C. Kühn aus Bargteheide wurde mit deutlicher Mehrheit zur neuen Präsidentin gewählt. Für die 50-Jährige votierten 30, für Lutz Kleinfeldt 19 Mitglieder der Vollversammlung. Es war auch das erste Mal, dass es zwei Bewerber gab. Die Bargteheiderin tritt die Nachfolge von Christoph Andreas Leicht an, der nach dreijähriger Amtszeit nicht kandidierte.
Die Lübecker ist erst die zweite IHK in Deutschland mit einer Frau an der Spitze. "Wir waren schon immer Exoten", sagt Friederike C. Kühn , "vor sechs Jahren hatten wir die erste Frau im Präsidium, in den vergangenen Jahren waren wir die einzigen mit zwei Frauen", sagt die Stormarnerin, die diese Zeit als "sehr bereichernd" für beide Seiten bezeichnet.
1999 waren sie und ihr Mann Thomas mit ihrer Werbeagentur MWS von Hamburg nach Bargteheide umgezogen. Im Verband deutscher Unternehmerinnen war sie Regionalleiterin und im Landesvorstand. 2004 zog sie erstmals in die Vollversammlung der IHK ein, 2009 ins Präsidium seit 2011 engagiert sich bei den Hanse-Unternehmerinnen.
Dass sie der erste weibliche Präses ist, war für ihre Bewerbung "nicht entscheidend. Ich weiß, dass es von außen aufmerksam wahrgenommen wird und sicherlich auch ein Zeichen ist. Mir geht es aber darum, mich in der Region, wo ich lebe und arbeite, ehrenamtlich zu engagieren und Dinge anzupacken", sagt Friederike C. Kühn.
Und da gibt es nach ihrer Erfahrung als Unternehmerin in Hamburg und Schleswig-Holstein genug zu tun. "Wir können und müssen mehr machen und den Schulterschluss suchen. Landes- und Kreisgrenzen spielen für die Betriebe keine Rolle", so die 50-Jährige. Den bürokratischen Hürden sehen sich aber nicht nur Unternehmen gegenüber, auch das Gastschulabkommen ist für sie so ein Thema, das man anders gestalten kann. "Im Präsidium haben wir schon einiges angestoßen. Als Präses möchte ich die Strategie Schleswig-Holstein 2030 mit Sacharbeit und Fleiß begleiten. Es gibt eine Menge zu tun", so Friederike C. Kühn.
Sie wünsche sich, dass die die IHK "mehr als bisher zum Motor für die Entwicklung unserer Wirtschaftsregion wird". Die Voraussetzungen dafür seien vorhanden. In das neue Präsidium wählte die Vollversammlung Ilona Jarabek, Jochen Brüggen, Dr. Jens-Uwe Janssen, Bernd Jorkisch, Ralph Kamenz, Wolfgang Pötschke und Dr. Arno Probst.
Die Bargteheiderin gehört zu den Mitbegründern der Notfallbetreuung in Stormarn. "Es war mit ein persönliches Anliegen, weil ich mein Kind auch betreuen lasse. Das klappt hervorragend." Auch auf einen anderen Feld ist sie erfolgreich. 2012 gewann sie den Kochwettbewerb des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags (sh:z). Den Hauptgewinn, eine Einbauküche im spendierte sie dem Kinderhaus Bargteheide.

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