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Stormarner Tageblatt

16. August 2017 | 17:46 Uhr

Die heikle Sache mit dem Po ...

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Das A und O der Proktologen ist der Po, und deshalb steht er im Mittelpunkt des nächsten Gesundheitsforums am kommenden Mittwoch

Die Proktologie führt im medizinischen Krankenhausbetrieb ein
Nischendasein. Das ist nicht verwunderlich, denn die Proktologen beschäftigen sich – wie der Name (proktós für „After“) schon sagt - mit den Erkrankungen des Enddarms, also genauer des Grimmdarms, des Mastdarms und des Analkanals. Diese Körperteile und Organe arbeiten sozusagen im Verborgenen und niemand beschäftigt sich gerne mit ihnen und ihren Endprodukten. Doch das sollte man beizeiten tun, rät Dr. Georg Aschmotat.

„Rund 60 bis 70 Prozent aller Menschen haben irgendwann in ihrem Leben ein Problem damit oder leiden sogar unter einer ernsthaften Erkrankung“, weiß der Chefarzt der Chirurgie der Asklepios Klinik. Und dabei handelt es sich nicht nur um die lästigen und schmerzhaften Hämorrhoiden, sondern es gibt noch jede Menge andere Erkrankungen „rund um den Po“. Deshalb steht er auch im Mittelpunkt des nächsten Gesundheitszentrums der Asklepios Klinik, des Stormarner Tageblatts und der Barmer Krankenkasse und zwar am kommenden Mittwoch, 15. Februar, ab 19 Uhr im Bürgerhaus.

Der Po ist ein immer noch schambesetztes Stiefkind der Medizin, mit dem sich niemand so genau beschäftigen möchte. Es gibt mehr oder wenige nette Umschreibungen für den Popo, dennoch bleibt auch er nicht verschont von vielerlei Erkrankungen, wie Rötungen, Entzündungen, Schmerzen und Juckreiz durch Schleimhautrisse (Fissuren) und Analfisteln. „Die meisten Patienten, die Beschwerden am After haben, glauben, sie hätten Hämorrhoiden. Es gibt aber noch jede Menge andere und sehr vielfältige Krankheitsbilder“, weiß Dr. Jörn Vollrath. Das Spezialgebiet des Oberarztes der Asklepios Klinik sind genau diese Erkrankungen. Das Fachgebiet der Proktologie gibt es schon lange an der Asklepios Klinik und in Kürze wird hier sogar eine eigene Proktologie-Abteilung eingerichtet. „Wir warten noch auf die Lieferung des proktologischen Untersuchungsstuhls“, sagt Dr. Jörn Vollrath. Außerdem wird seit Anfang des Jahres jeweils freitags von 8 bis 15 Uhr im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) nach Voranmeldung eine proktologische Sprechstunde angeboten.

Den Asklepiosärzten ist es sehr wichtig zu betonen, dass es keine Konkurrenz zu den niedergelassenen Haus- und Fachärzten gibt, sondern eine sinnvolle Ergänzung. Viele Patienten gehen nämlich erst einmal zum Urologen oder Gynäkologen, wenn sie Probleme rund um den Po haben. „Wir wollen die Hemmschwelle bei den Patienten senken, denn die Krankheiten des Enddarms und Afters sind immer noch etwas tabubehaftet“, weiß Dr. Georg Aschmotat, der als Chirurg erst dann aktiv wird, wenn nur noch eine Operation hilft.

Die erste Untersuchung nimmt Dr. Vollrath mit dem Finger vor, indem er den Enddarm abtastet. Erst dann kommen Geräte, wie das Rekto- oder Proktoskop zum Einsatz. Die Proktologie ist ein hochspezialisiertes Gebiet, was aber in der Gesellschaft leider nicht so hoch bewertet werde, wie etwa die Kardiologie, bedauert Dr. Georg Aschmotat. „Für die Proktologie braucht man viel Erfahrung und sehr teure Instrumente“, so Dr. Vollrath. „Die Patienten haben zwar eine gewisse Scham, aber meist auch ausgeprägte und schmerzhafte Befunde. Da wollen wir gerne helfen“, betont Dr. Aschmotat.


>Das Gesundheitsforum am kommenden Mittwoch beginnt um 19 Uhr im Bürgerhaus. Am Mittwoch, 22. Februar, sind die beiden Mediziner mit ihrem Vortrag um 19 Uhr im Seniorendorf Bargteheide zu Gast. Der Eintritt ist frei.


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erstellt am 09.Feb.2017 | 09:55 Uhr

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