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Stormarner Tageblatt

23. November 2017 | 19:54 Uhr

Aufstiegsrennen : Die große Leere

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Im Endspurt der Fußball-Kreisliga ist dem VfL Oldesloe die Puste ausgegangen. Die Kreisstädter mussten im Aufstiegskampf den Bargfelder SV vorbeiziehen lassen, die die Nacht zum Tage machten.

Dramatischer hätte das Saisonfinale in der Fußball-Kreisliga nicht verlaufen können. Der VfL Oldesloe, der bis zuletzt die besten Karten auf die Vizemeisterschaft und damit den direkten Aufstieg in die Verbandsliga hatte, gab noch alles aus der Hand. Ein 0:0 – trotz bester Chancen – gegen den Ratzeburger SV reichte am Ende nicht. Die Kreisstädter rutschten sogar noch auf Rang vier ab. Jubeln durften schließlich die Spieler des Bargfelder SV, die nach einem 4:2-Erfolg gegen Mölln den Aufstieg gebührend feierten. Derweil zog auch noch der WSV Tangstedt dank eines kampflosen Sieges gegen GW Siebenbäumen II am VfL Oldesloe vorbei.

Ähnlich spannend lief der letzte Spieltag im Tabellenkeller ab. Die SG Großensee/Brunsbek steigt nach einem 0:8 gegen Meister Reinfeld ab – und der SV Hamberge, bis dahin auf dem ersten Nichtabstiegsplatz, muss nach einem 1:2 beim Krummesser SV den direkten Konkurrenten noch vorbeiziehen lassen und spielt kommende Saison nur noch in der Kreisklasse A.

 


VfL Oldesloe – Ratzeburger SV 0:0

Der VfL Oldesloe stand mit leeren Händen da, 17 Kilometer entfernt jubelte der Bargfelder SV. Oldesloes Coach Marius Kuhlke sagte: „Ich bin momentan einfach nur leer. Wir hatten in zwei Wochen zwei Mal die Chance aufzusteigen – es wäre gelogen, wenn ich behaupten würde, ich wäre nicht enttäuscht.“ Der Coach aber machte seinen Spielern keinen Vorwurf. „Wir mussten mit angeschlagenen und kranken Spielern antreten, die haben alles gegeben. Das Spiel war eine Kopf- und Nervensache“, so Kuhlke. Sein Team versagte letztlich gegen schwache Ratzeburger, packte im Angesicht des Remis zu früh die Brechstange aus, anstatt kontrolliert weiterzuspielen. Ein Dialog auf der Ratzeburger Ersatzbank spiegelte die Geschehnisse wider. Während ein RSV-Akteur fragte: „Versauen wir denen gerade tatsächlich den Aufstieg?“, antwortete sein Teamkollege: „Ja, aber die dürfen sich nicht beschweren – die haben genug Chancen.“

 

Tore: Fehlanzeige.

 

 

Bargfelder SV – Möllner SV 4:2 (3:1)

Mit Verspätung wurde die Partie angepfiffen – und ein Spion beim VfL Oldesloe unterrichtete die Bargfelder über die Geschehnisse in der Kreisstadt. Die Gastgeber gestalteten die erste Spielhälfte nach dem 0:1-Rückstand drückend überlegen. Im zweiten Durchgang schalteten sie allerdings einen Gang zurück. Dennoch musste Bargfeld nur kurz zittern, ehe Florian Onur Kuhlmeier mit dem 4:2 die Weichen endgültig auf Sieg stellte. Als dann die frohe Kunde vom 0:0 des VfL Oldesloe ihren Weg nach Bargfeld-Stegen fand, hatte der BSV noch drei Minuten zu überstehen. „Da haben wir an alles gedacht, nur nicht mehr an Fußball“, verriet Co-Trainer Torben Knuth: „Nach dem Schlusspfiff sind dann alle Dämme gebrochen. Dass wir aufsteigen, hätte sich hier vor der Saison niemand erträumt. Wir wollten einen einstelligen Tabellenplatz – jetzt haben wir für den Verein etwas Einmaliges erreicht.“

 

Tore: 0:1 Albert Oldenburger (10.), 1:1, 2:1, 3:1 Carsten Rüder (30., 33., 43.), 3:2 Albert Oldenburger (47.), 4:2 Florian Onur Kuhlmeier (55.).

 

 



SV Preußen Reinfeld – SG Großensee 8:0 (4:0)

Mit gemischten Gefühlen beschlossen die Gastgeber die Saison. Die Preußen feierten die souveräne Meisterschaft, mussten aber auch Abschied nehmen von Trainer Jochen Prieß und Co-Trainer Christopher Naatz (wir berichteten). Neben kleineren Präsenten erhielten Prieß und seine Frau eine Ehrenkarte, mit der sie auf Lebenszeit alle Spiele der Reinfelder besuchen dürfen. „Eine tolle Geste. Das hatte ich mir gewünscht“, erklärte der scheidende Coach bei seinem emotionalen Abschied. Auch Offensivspieler Mark Lange lief zum letzten Mal für Reinfeld auf, hing nach seine Fußballschuhe buchstäblich an den Nagel – die zieren jetzt die Kabinenwand der Preußen. Auf dem Feld hatten die Karpfenstädter noch einmal ihre Klasse bewiesen. „Wir wollten noch die 150-Tore-Marke knacken – und uns bei Großensee dafür revanchieren, dass sie uns beim 2:2 im Hinspiel geärgert hatten“, so Prieß. Ganz nebenbei schossen die Reinfelder den Konkurrenten damit endgültig in die Kreisklasse A. „Das ist ärgerlich für uns, aber kein Fiasko“, sagte SG-Coach Carsten Holst gelassen.

 

Tore: 1:0, 3:0, 5:0, 7:0 Ronny Tetzlaff (9., 38., 54., 82.), 2:0, 8:0 Thomas Aldermann (36., 85.), 4:0 Maximilian Funke (45.+2), 6:0 Christoph Böckelmann (67.).

 

 


Borussia Möhnsen – Hagen Ahrensburg 2:1 (1:1)

Die Gastgeber feierten einen glücklichen Erfolg in einer hektischen, zerfahrenen Partie. Hagen ging zwar durch Felix Last in Führung, doch Ron Landahl egalisierte kurz vor dem Wechsel. In der zweiten Hälfte gaben die „Kuckucksberger“ mehr Gas und kamen durch Kapitän Tim Eiberg zum Sieg.

 

Tore: 0:1 Felix Last (21.), 1:1 Ron Landahl (42.), 2:1 Tim Eiberg (51.).

 

 


TSV Gudow – SV Eichede III 3:0 (0:0)

Absteiger Gudow drehte gegen den Tabellensechsten noch einmal auf. Christian Hingst, Christian Behrendt und Arne Riewe schossen die Platzherren zum Erfolg.

 

Tore: 1:0 Christian Hingst (58.), 2:0 Christian Behrendt (72.), 3:0 Arne Riewe (86.).

 

 

Krummesser SV – SV Hamberge 2:1 (1:1)

Bei den Gästen sah man lange Gesichter, schließlich hatte SVH-Coach Matthias Beeck vor der Partie angekündigt, man habe die besten Karten aller Teams im Abstiegskampf. Die Gastgeber schafften schon früh die Führung durch Tim Schlichting. Aber auch die Stormarner investierten viel – und hatten Pech, als KSV-Keeper Marvin Isler einen Elfmeter parierte. Dennoch blieb Hamberge am Drücker und kam durch Bastian Beth zum Ausgleich, der zum Klassenerhalt gereicht hätte. Die Hausherren jedoch kamen durch einen Strafstoß zum Siegtreffer. Kurios: Schütze Benjamin Seebauer beschenkte sich selbst mit dem Klassenerhalt – er wird neuer Trainer beim KSV.

 

Tore: 1:0 Tim Schlichting (4.), 1:1 Bastian Beth (22.), 2:1 Benjamin Seebauer (70., Foulelfmeter).

Bes. Vork.: Isler (KSV) pariert Strafstoß (15.).

 

 

TSV Berkenthin – SC Elmenhorst 2:2 (1:2)

Für beide Teams ging es um nichts mehr – und so präsentierten sich die Mannschaften. Zunächst war Berkenthin bereits mit den Gedanken in der Sommerpause, lief dann einem 0:2-Rückstand hinterher. Anschließend verabschiedeten sich die Elmenhorster gedanklich in die spielfreie Zeit – und kassierten noch den Ausgleich.

 

Tore: 0:1 Jan-Hendrik Jobmann (15.), 0:2 Alexander Agne (25.), 1:2, 2:2 Mirco Trautmann (26., 47.).

 

 


SG Wentorf – TSV Bargteheide 1:4 (0:2)

Die SG verabschiedete sich mit einer ordentlichen Leistung aus der Spielklasse. Dennoch war Bargteheide eine Nummer zu groß. Trotz großer Bemühungen lagen die Platzherren durch Treffer von Frederik Kühn und Tjark Schlötel zum Seitenwechsel 0:2 zurück. Die Weinroten ließen sich auch vom Anschlusstreffer durch Kim Fabian Tiedemann nicht aus dem Konzept bringen und sorgten im Endspurt durch Mario Kuschmietz und Kühn für einen deutlichen Erfolg.

 

Tore: 0:1, 1:4 Frederik Kühn (23., 90.+2), 0:2 Tjark Schlötel (36.), 1:2 Kim Tiedemann (73.), 1:3 Mario Kuschmietz (72.).

 

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