Die Frage: Und das alles um jeden Preis ...?

 Karikatur: Megi Balzer
Karikatur: Megi Balzer

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31. August 2018, 18:49 Uhr

Lieb und teuer:

Der Oldesloer Friedhof an der Hamburger Straße ist ein Kleinod – sogar ein sehr vielfältiges Kleinod. Man da kann dort eben nicht nur beispielsweise einen Angehörigen zur letzten Ruhe betten – übrigens auch das auf sehr vielfältige Art. Das Areal bietet sich als ruhiges, schönes Naherholungsgebiet mit seinen Wegen zum Spazieren an. Interessenten finden dort Interessantes zur Stadtgeschichte oder zu „Promis“, die dort beerdigt sind. Und das Ganze ist auch noch eine ökologische Oase.

Von alleine kommt oder entwickelt sich sowas allerdings nicht. Auf dem Friedhof gibt es beispielsweise Uhus.

Damit die sich dort heimisch fühlen, hat Friedhofsleiter Jörg Lelke nicht nur entsprechende Nistkästen aufhängen lassen. Damit die aber auch angenommen werden, müssen die Voraussetzungen stimmen. So hat er beispielsweise Äste entfernen lassen, um für die Greifvögel vernünftige Einflugschneisen zu schaffen. Eigentlich kein großes Ding, aber man muss es wissen und vor allem machen.

Andere Sachen sind nicht so schnell und einfach zu erledigen. Das verlangt nach ordentlich Arbeitskraft und kostet auch immer wieder Geld. Zwölf Menschen arbeiten auf dem Friedhof. Natürlich haben die nicht alle ausschließlich die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass es schön aussieht und sicher ist. Der Friedhof trägt sich nicht aus Steuermitteln, sondern aus den Gebühren für die Gräber.

Das sollte man sich vor Augen halten, wenn grade mal wieder über die Sanierung des historischen Friedhofs an der Bahnhofstraße geredet wird. Es ist ja schön, wenn das üppig mit Fördermitteln von Land und Bund bezuschuss wird, mit den Folgekosten wird die Stadt nachher alleine da stehen. Kritik über unansehnlich oder gar vermüllte Ecken gibt es doch bereits genug.

Lieb und noch teurer

:

Ist es wirklich das Größte sich immer auf Biegen und Brechen auf den kleinsten gemeinsamen Nenner zu einigen? Ob diese Form der Polit-Beliebigkeit beim Wähler wirklich gut ankommt. Der Sache kann es jedenfalls nicht gut tun. Aber beim Kreis hält man das Stormarner Modell ja um jeden Preis hoch. Und bei der Erweiterung der Beruflichen Schulen haben wir jetzt ein echtes Preisschild an politischer Abstimmverweigerung. Wolfgang Gerstand (CDU), Vorsitzender des Kreis-Planungsausschusses, beziffert die Verschiebung der Ausschreibung mit 400 000 Euro. Für nix.

Was könnte man mit diesem Geld alles Schönes realisieren. Wenn die Kasse leer sein sollte, wird eben wieder mal bei den Sozialausgaben gespart oder die kurzerhand die Kreisumlage erhöht. Und das alles bloß, weil eine Fraktion es nicht hinbekommen hat, rechtzeitig zu tagen und sich eine Meinung zu bilden. „Wir haben noch Beratungsbedarf“, heißt das dann lapidar – obwohl es für die Mehrheitsfindung in diesem Fall absolut unerheblich gewesen wäre.

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