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Stormarner Tageblatt

21. Oktober 2017 | 23:46 Uhr

Bad Oldesloe : Die Familienkasse zieht um

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Neue Räume im Oldesloer Stadtzentrum: Die Familienkasse residiert mit dem Jobcenter zukünftig unter einem Dach.

An den ehemaligen Sitzungssaal im alten Gebäude des Oldesloer Arbeitsamts erinnert nichts mehr. Der sehr große Raum wurde zu zehn Büros umgebaut. In der kommenden Woche ziehen dort die 30 Mitarbeiter der Familienkasse ein. Fast zehn Jahre hatten die ihre Büros am Sandkamp im ehemaligen Katasteramt. 1100 Quadratmeter stehen dort zur Verfügung. Am Berliner Ring werden es nur noch 500 sein, was aber nicht zu lasten der Mitarbeiter gehen soll.

„In Spitzenzeiten hatte die Familienkasse einen Bestand von 190  000 Akten zu verwalten“, verrät Pressesprecher Knut Böhrnsen: „Das entspricht 650 Regalmetern.“ Die Familienkasse setzt inzwischen voll auf die E-Akte. Knut Böhrnsen ist überzeugt: „Damit sind wir Vorreiter.“ Null Meter, null Gramm Gewicht nur noch einige Terabyte Daten in einem Rechenzentrum. „Ich habe ja schon einige Umzüge mitgemacht“, sagt Reimund Bornau, stellvertretender Leiter der Oldesloer Familienkasse: „Das wird des erste Mal ein richtig bequemer Umzug.“ Sein Chef Guntram Bombor, Leiter der Familienkasse Nord stimmt ihm zu: „Die Kollegen müssen nur Kugelschreiber, Kaktus und Kaffeetasse einpacken.“ Mittwochmittag werde der Dienst am Sandkamp eingestellt, am nächsten Morgen gehe es nahtlos am neuen Standort weiter. Schreibtische aufstellen, Computer anschließen – schon kann gearbeitet werden.

Die Immobilie gehört der Bundesagentur für Arbeit und sollte eigentlich verkauft werden. Doch das klappte nicht: Ein Teil stand leer, ein Teil wurde an den Kreis für das Jugendamt vermietet. Gleichzeitig muss aber für den Sandkamp Miete an Hako gezahlt werden. „Der Rechnungshof wird sich freuen. Natürlich spielen finanzielle Aspekte bei dem Umzug auch eine Rolle“, erklärt Kai Kistenmacher, Leiter der internen Infrastruktur-Abteilung. Andere Gründe hätten aber auch eine zentrale Rolle gespielt. So sei die Nähe zum Bahnhof für Kunden die mit öffentlichen Verkehrsmitteln kämen Ideal. Außerdem sei die räumlich enge Verzahnung mit Arbeitsamt und Familienkasse vorteilhaft. Obwohl die Familienkasse ab 1. Oktober im zweiten Stock unterm Dach gelegen ist, sind die Räume barrierefrei mit einem Fahrstuhl zu erreichen. „Ob gehbehindert oder mit Kinderwagen – wir haben an alles Gedacht“, verspricht Kistenmacher.

Die Familienkasse ist für Kindergeld und -zuschlag zuständig. Bundesweit werden jährlich 32 Milliarden Euro ausgezahlt. Das entspricht zwölf Prozent des Bundeshaushalts. Die Oldesloer Familienkasse ist für Stormarn, Lauenburg, Lübeck und Ostholstein zuständig. Knapp 103  000 Kinder leben in dem Bereich, für sie werden monatlich gut 16 Millionen Euro Kindergeld gezahlt.

 

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