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Stormarner Tageblatt

17. August 2017 | 06:04 Uhr

Abgefischt : Die ersten Karpfen der Saison

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Reinfelds Wappentier kommt zur Karpfenprobe und zu den Geschmackstagen rechtzeitig auf den Tisch. die ersten Spiegelkarpfen werden aus dem Schulteich gefischt.

Schon ganz früh am Morgen sind die Männer, in Fischerhose mit mit langen Gummistiefeln, bei der Arbeit: Die Karpfensaison hat begonnen, und die ersten Spiegelkarpfen werden aus dem Schulteich gefischt. Das geschieht noch ganz traditionell mit einem Kescher. „Vor vier Tagen haben wir hier mit dem Ablassen des Wassers begonnen“, sagt Frank Storm, der zusammen mit seinem Sohn Jan mitten im See steht und nach und nach die Karpfen aus dem niedrigen und moderigen Wasser fischt.

Das Ablassen müsse ganz langsam geschehen, damit die Fische auch mitschwimmen können. Sonst gerieten sie in Gefahr und könnten auf dem modrigen Teichboden liegen bleiben. Immer wieder wird ein Brett am „Mönch“, dem Teichabfluss, geöffnet, damit die Karpfen immer näher zusammen gedrängt werden. So ist das Herausfischen für die Männer leichter. Doch sie müssen sich auch beeilen. In zwei Stunden sollten schon alle Karpfen aus dem Teich gefischt sein. Denn, weiß auch Annegret Wenskus, die Frau des Teichwirtes Alfred Wenskus, wenn das Wasser flacher wird, bekommen die Fische zu wenig Sauerstoff.

Jan und Frank Storm packen so manchen Karpfen auch mit der Hand und legen ihn in große, weiße Bottiche. Je mehr das Wasser sinkt, umso schwerer wird das Abfischen für die Mannschaft, die dem Teichwirt schon jahrelang beim Karpfenfischen zur Seite steht. Denn dann müssen sie durch den Schlick waten, um auch noch den letzten Karpfen aus dem Teich zu keschern. Die mit Karpfen gefüllten Bottiche werden dann von Olaf Storm und Lothar Schwarzer schnell zum Fischwagen getragen. Von da aus werden sie in die Hälterteiche an der Heimstättenstraße gelassen. „Dort schwimmen sie sich dann aus, um ihren modrigen Geruch zu verlieren“, erklärt Annegret Wenskus. Anschließend können sie frisch verkauft werden.

Ihr Mann „Ali“ – so wird er gern von vielen Reinfeldern genannt – überprüft derweil die Qualität der frisch gefangenen Karpfen. Kritisch nimmt er einen Dreipfünder aus dem Bassin und zeigt sich sehr zufrieden: eine gute Ernte, die Karpfen sind von bester Qualität. Die Fische werden nach Größe sortiert, die ganz kleinen wieder ins Wasser gesetzt. „Wir brauchen schon verschiedene Gewichtsklassen, denn der Verbraucher will auch mal einen kleineren Spiegelkarpfen und nicht nur die großen“, weiß Olaf Storm. Der Herrenteich wird erst am 20. Oktober abgefischt. Drei Wochen zuvor wird das Wasser abgelassen.

„Diese Karpfen sind schon für die Karpfenprobe am 26. September“, sagt Annegret Wenskus – und natürlich für das fünfgängige Karpfen-Menu, das am 28. September zum dritten Mal im Fischhaus statt findet. Mit einigen Helfern – die Gasstätten Forsthaus Bolande und Kalkgraben beteiligen sich auch daran – zaubert sie im Rahmen der Geschmackstage unter dem Motto „Aus dem Hälter auf den Teller“ Kreationen rund um Reinfelds Wappentier – in Schleswig-Holstein fast einzigartig. Alle weiteren Zutaten stammen aus der Region. Wenskus: „Wir richten unseren Fließkanal zu einem gemütlichen Speiseraum her. Dort, wo sonst unsere Karpfen zu sehen sind, sitzt man in rustikalem Ambiente. Für diese Zwecke heizen wir ordentlich ein.“


Anmeldung: 0151/172 266 24, (04533) 56 38 oder 208 69 84.

 


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erstellt am 16.Sep.2013 | 13:22 Uhr

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