Verabschiedung : Die erste Kulturreferentin blieb nur zwei Jahre

Dr. Friederike Daugelat.  Foto: Blase
Dr. Friederike Daugelat. Foto: Blase

Dr. Friederike Daugelat trat in große Fußstapfen, hat in Stormarn aber in ihrer kurzen Amtszeit dennoch viel Neues auf die Beine gestellt.

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29. Dezember 2012, 09:10 Uhr

Bad Oldesloe | "Gern und engagiert" hat sie in Stormarn gearbeitet, aber nicht sehr lang. Nach gerade mal zwei Jahren als Kreiskulturreferentin verließ Dr. Friederike Daugelat den Kreis in Richtung Hamm, wo sie die Leitung des Gustav-Lübcke-Museums übernimmt. Ein Verlust, aber einer, der auch positiv nachwirken wird. In den zwei Jahren hat die 36-Jährige Dinge auf den Weg gebracht, die auch ohne sie weiterlaufen werden. An erste Stelle steht sich die Aktion "Der Kreis Stormarn liest ein Buch" gemeinsam mit Rowohlt. Auch wenn der Reinbeker Verlag ein glückliches Händchen und mit "In Zeiten des abnehmenden Lichts" ein Buch auswählten, das nicht nur die Abstimmung im Kreis gewann, sondern auch den deutschen Literaturpreis, die rund 80 Veranstaltungen rund um das Buch wurden mit Begeisterung von den Stormarnern angenommen und zu einem großen Teil auch gestaltet.

Auch die ersten Stormarner Kirchenmusiktage mit 50 Veranstaltungen an zwölf Orte fanden mehr als 4000 Besucher. Kirchenmusikalische Angebote sollten in einem ungewohnten Rahmen präsentiert werden, auch um neue Publikumsschichten anzusprechen. Die Begegnung verschiedener Kunstgattungen führte zwar auch mal zu Irritationen, die Vielfalt und -zahl der Konzerte war aber vor allem eine Bereicherung und keine Konkurrenz.

"Im Licht des Nordens" heißt eine von ihr initiierte Ausstellungsreihe, die mit historischen Werken des Worpsweder Malerpaars Fritz und Hermine Overbeck startete. Rund 2500 Menschen nahmen die Bildern im Marstall und im Schloss Ahrensburg in Augenschein. Die Fortsetzung 2013 hat Friederike Daugelat noch selbst vorbereit. Im Mai, begleitend zum Evangelischen Kirchentag in Hamburg, ist eine Schau mit biblischen Bildern des amerikanischen Expressionisten Clifford Holmead Phillips geplant. Im August geht es mit "Im Licht des Nordens" weiter mit einer Ausstellung zu Wenzel Hablik.

Und auf die Initiative der ehemaligen Kreiskulturreferentin gehen auch das Stormarner Kinderatelier und der Stormarner Kulturpreis zurück. Der wurde im November zum Thema "Heimat Stormarn" erstmals vergeben. Gewinnerin war Lucia Schoop aus Bargteheide, die sich auf besondere Weise mit der Flüchtlingsproblematik auseinandergesetzt hatte. Motive aus Familienfotos sowie historische Landkarten verfremdete sie in Holz- und Li nolschnitten. Und sie sammelte zurückgesandte Briefe von Neu-Stormarnern an ihre alten nicht mehr existierenden Heimatadressen.

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