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Stormarner Tageblatt

18. Dezember 2017 | 10:43 Uhr

Bad Oldesloe : Die erschröcklich Geschicht

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Vier Stadtführer bieten in Bad Oldesloe ihre Dienste an. Ein „Nachtwächter-Spaziergang“ ist neu im Programm und feiert am Wochenende Premiere.

„Seit 22 Jahren bin ich Stadtführerin und es macht mir immer noch viel Spaß“, sagt Sieglinde Demiss-Voigtmann. Die Oldesloer Stadtführerin führte im vergangenen Jahr rund 700 Interessierte durch die Innenstadt, insgesamt begaben sich 2600 Gäste auf die Spuren der Stadtgeschichte. Denn neben Sieglinde Demiss-Voigtmann fungieren noch Christiane Iwohn und seit kurzem auch Jürgen Schneider als offizielle Stadtführer, die in diesem Jahr insgesamt wieder zwölf kostenlose Führungen für alle interessierten Oldesloer und Besucher anbieten.

Daneben gibt es Führungen bei Klassentreffen, Geburtstagen, Jubiläen oder für Touristen, die mit Reisebussen kommen und in der Kreisstadt Station machen. „Wir haben eine ganze Menge Tourismus in unserer Stadt, das ist nicht zu unterschätzen“, freut sich Agnes Heesch vom Stadtmarketing. Die Touristen würden Bad Oldesloe als Zwischenstation oder auch als „Basislager“ für Touren nach Hamburg und Lübeck nutzen, oder um die Karl-May-Spiele in Bad Segeberg zu besuchen.

Und wenn dann ein Reisebus mit 50 Besuchern kommt, die alle eine Stadtführung buchen wollen, ist Sieglinde Demiss-Voigtmann überfordert. Deshalb hilft ihr jetzt auch Jürgen Schneider, der dann als Stadtführer einspringt. Der gebürtige Berliner lebt seit 40 Jahren in Bad Oldesloe und kennt die Kreisstadt wie seine Westentasche. „Ich bin in die Stadt verliebt und habe alles über Bad Oldesloe gelesen, was es gibt. Die Stadt besteht aber nicht nur aus Gebäuden und Straßen, sondern auch die Menschen, die hier mal lebten und wohnen, sind wichtig. Die Führungen sollen spannend und unterhaltsam sein“, betont Jürgen Schneider, der auch stellvertretender Vorsitzender der SPD in Bad Oldesloe ist.

Eine besondere Rolle nimmt Gerd-Günter Finck als Schauspieler und Stadtführer ein. Seit einigen Jahren bietet der Oldesloer historische Stadtführungen in die Zeit des Mittelalters an, als Oldesloe an der Hude noch einen Hafen hatte und auf dem Marktplatz ein Pranger für Betrüger und ein Galgen für Deserteure standen, die beide fleißig genutzt wurden. In der Kluft eines Jägers aus dem 17. Jahrhundert führt der pensionierte Berufsschullehrer und Hobbyhistoriker seine Gäste auch mal auf den alten Friedhof und richtet das Augenmerk auf Dinge, die sonst eher im Verborgenen bleiben. „Meine Stadtführungen sind eine Mischung aus Theater, Information und Geschichte und sehr unterhaltsam“, erzählt Gerd-Günter Finck, dem die lange Lockenperücke ein verwegenes Aussehen gibt. Das rege die Fantasie der Gäste an und deshalb werde er auch viel von ihnen fotografiert, lacht Finck.

Eine ganz besondere Premiere gibt es am kommenden Sonnabend, 21. März, wenn Gerd-Günter Finck und Christiane Iwohn zum ersten Mal einen Nachtwächter-Spaziergang anbieten. Unter dem Motto „Die wahrhafft und erschröcklich Geschicht von Todesloh“ führen die beiden ihre Gäste von Fackeln begleitet über die Hude auf den alten Friedhof, wo zwischen alten Grabsteinen ein „Überraschungsgast“ erwartet wird. Die Teilnahme ist für die mutigen Mitreisenden kostenlos, um eine Anmeldung wird unter der Telefonnummer (04531) 5040 gebeten. Treffpunkt ist um 19.30 Uhr auf der Hude an der alten Wasserpumpe. Die Nachtwächterführung wird am 28. März wiederholt.

Die nächste Stadtführung mit Sieglinde Demiss-Voigtmann findet am Sonntag, 29. März, statt und dann jeweils am letzten Sonntag im Monat bis einschließlich Oktober. Treffpunkt ist um 15 Uhr auf dem Parkplatz Bürgerpark (Exer). Alle Termine, auch der Wenzel-Hablik-Sonderführungen, findet man auf der Homepage der Stadt.

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