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Stormarner Wochenschau : Die dreifache Dübelsmischung

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Weihnachtsfrau, seltsames Spiel und eine Erinnerung

Weihnachtsfrau:

 Kaum hatten wir gefragt, wo denn der Wahlkampf für das Bürgermeisteramt in Bad Oldesloe bleibt, ist er schon eröffnet. Am Ostersamstagmorgen versteckte Maria Herrmann mit SPD-Fraktionskollegen 100 Weihnachtsmänner, die auf Bänken, in Pflanzkübeln oder Fensternischen auf Finder lauerten, um denen eine Botschaft zu bringen: Für die Bürgermeisterwahl am 5. Juni wünscht sich der aus der Zeit gefallene Schokokerl das Kreuz bei Maria Herrmann. Der Weihnachtsmann sagt jetzt nicht warum, aber das macht er sonst ja auch nicht, zumal es sich normalerweise um einen verkleideten Verwandten oder Nachbarn handelt, dem man vorher alles ins Textbuch schreiben musste. Die Aktion zeugt trotzdem von Weitblick, schließlich mussten die Weihnachtsmänner rechtzeitig besorgt werden, bevor sie noch zu Osterhasen umgeschmolzen wurden. Und nach dem Jahresendfest konnte man die Saisonartikel auch noch billig erwerben.

Im Angesicht der Weihnachtsmänner mit Maria-Botschaft haben die anderen Kandidaten vermutlich schon die Restbestände reduzierter Schokohasen aufgekauft und überlegen fieberhaft, wie sie sie einsetzen können. Mit Himmelfahrt und Pfingsten gibt es noch ein paar Festtage. Da muss man die Häschen entweder zum Fliegen oder zum bekehrenden Sprechen bringen. Ist immer noch einfacher, als sich als Mann was für den Muttertag einfallen zu lassen. Mariä Himmelfahrt liegt jedenfalls sogar für eine Stichwahl zu spät.

 

Seltsames Spiel:

Ein Mann macht Theater: Und das macht er gut. Seit fast 25 Jahren leitet Manfred Kutsche ehrenamtlich den Kulturring Bargteheide, bietet Stars en masse und trägt mit vielen Kulturperlen zum Antlitz der Kleinstadt bei. Das ist vor den Kulissen. Dahinter brodelt es – seit Jahren. Nun reicht es dem Frontmann. Wieder macht ein Mann Theater: Und das zu Recht. Die Spielkarten für das Kleine Theater werden neu gemischt. Aber der Kulturring sitzt nur dabei, statt mittendrin, vermisst von seiten der Stadt Klarheit, Transparenz und Würdigung. Bei allen Befindlichkeiten: Die hat er sich auch verdient – und sollte selbstverständlich sein!

 

Erinnerung:

 Mehr als 40 Jahre hat er für das Stormarner Tageblatt geschrieben, und in den vergangenen 20 Jahren die Leser jeden Dienstag mit seinen plattdeutschen Kolumnen erfreut. Vor wenigen Tagen starb Leonhard Hundsdoerfer kurz nach seinem 82. Geburtstag. Er musste als Kind aus seiner Heimat Ostpreußen fliehen, in Großensee wurde er zu einem Stormarner Original, und im Himmel wird es etwas lustiger werden, wenn er seine Geschichten erzählt.

Eine könnte man hier noch mal wiederholen: „Ick weur ton eisten mal ton Bürgermeister wählt worrn. Nu seiten wi all tausoamen in den Kraug. Tausoamen is nich dat richtige Woort, denn SPD un FDP weurn vergnatzt. Se harrn leiber den Kanidat von de SPD ton Bürgermeister hat. Jede Partei seit an einen Disch, un mit uns CDU-Lüüd wulln se nix to dauhn hebben. Also heff ich eist mal ein Oschloer Korn för alle uutgeben. De weur ein beeten farblos, säh de SPD, un bestell för alle ein roden Korn. Ick heff mi dann mit swatten Kater revanscheert. De FDP wull ock bi ehr Farv blieben un keum ganz nobel mit geelen Eierlikör un blagen Curacao inne Gang. Denn weurn wedder wi mit swatten Kater an, un so güng dat wieder bet in de Nacht. Ick kann di seggen, dat weur ein Dübelsmischung. Aber toletzt seiten wi all an einen Disch.“

 

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erstellt am 01.Apr.2016 | 17:25 Uhr

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