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Die drei Kandidaten, das T-Shirt und das Nachtleben

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Beirat lud zum „Bürgermeister-Duell“: Die Jugend fragte, aber nicht immer gab es Antworten

Der große Wurf war es nicht – weder für die drei Kandidaten um das Bürgermeisteramt noch für den Kinder- und Jugendbeirat der Stadt Ahrensburg, der zum „Bürgermeister-Duell“ in das Juki  42 eingeladen hatte. Drei Themenkomplexe mit den entsprechenden Fragen, eine pantomimische Aufgabe (eine Sache ohne Worte erklären) zur Auflockerung und ein kurzer Ausflug in die Jugendsprache: Was – so eine der Fragen – ist ein Senfautomat?

Die Themenbereiche: Freizeit, Soziales und Bildung. Welche kostenlosen Freizeitmöglichkeiten es in Ahrensburg denn gebe, war so eine Frage: Antworten: „Wiesen, Aalfangpark“ (Christian Conring, CDU, 50), „Joggen, Inline“ (Jörg Hansen, Grüne, 54) und „überall, wo Grünflächen sind, aber ein Kletterwald wäre nicht schlecht“ (Michael Sarach, SPD, 62).

Der Veranstalter hätte gut daran getan, den Jugendlichen einen Beipackzettel mitzugeben, auf dem Möglichkeiten und Aufgaben eines Bürgermeisters erklärt sind. Eine Aufwertung des Ahrensburger Nachtlebens etwa gehört nicht in den Kompetenzbereich des Verwaltungschefs, wohl aber – wie Conring es formulierte – die Rahmenbedingungen für ein entsprechendes Angebot zu schaffen.

Warum es in Ahrensburg so viele Seniorenheime gebe und so wenig bezahlbaren Wohnraum für junge Menschen, wollte jemand wissen – „ja, bezahlbarer Wohnraum fehlt, da hat die Stadt versagt“, startete Hansen mit einem Seitenhieb auf das Baugebiet Erlenhof einen Rettungsversuch. Wie könnten mehr attraktive Geschäfte in Ahrensburg angesiedelt werden? Für Sarach eine gute Gelegenheit, auf das verschleppte Stadtmarketing hinzuweisen: „Wir hätten schon vor drei Jahren ein Stadtmarketing haben können, die CDU hat das verhindert.“

Immerhin: In einem Punkt waren sich die drei Kandidaten zumindest verbal schnell einig: Das Thema Flüchtlinge gehöre nicht in den Wahlkampf, betonten sie – nur: Jörg Hansen erschien mit dem Aufdruck „welcome refugees“ (Flüchtlinge willkommen) auf dem T-Shirt. Ach ja, der Senfautomat: Ist in der Jugendsprache jemand, der zu allem seinen Senf dazugibt.

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