Die David-Kross-Show - der Jungstar 40 Minuten hautnah

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Bargteheide - Berlinale - Beverly Hills und zurück: David Kross, der Shootingstar des deutschen Films, auf Hausbesuch, hautnah im Cinema Paradiso. An seiner Seite kein Geringerer als Regisseur Stephen Daldry. Das war mehr als ein Hauch von Hollywood. Das war großes Kino im Kleinen Theater.

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09. März 2009, 10:54 Uhr

Wahrlich kein Freitagabend wie jeder andere. Dieser Abend war legendär, glamourös, etwas ganz Besonderes und wird vielen unvergessen bleiben. Der Stoff, aus dem die Träume sind, wurde greifbar und für 40 Minuten real. Willkommen zur David-Kross-Show!

Es ist 19 Uhr. Langsam füllt sich das Foyer des Kleinen Theaters in Bargteheide. Das Restaurant ist bereits restlos belegt. Weibliche Fans wie Carlotta Krone-Danhier (15), Katia Klinger (16), Eva Gadow (15) und Carla Schindler (15) vom Kopernikus Gymnasium sind schon ganz gespannt und fiebern dem außergewöhnlichen Ereignis mit pochendem Herzen entgegen. "Ich habe früher mit ihm zusammen Theater gespielt", erklärt Carlotta. "Wir standen in ,Momo gemeinsam auf der Bühne. Ich habe zwar wenig Erinnerung an David, war ja viel jünger als er. Aber ich freue mich, wenn ich ihn sehe." Ihre Freundinnen stimmen mit ein: "Der sieht gut aus, der hat was." Ein Autogramm von ihm wäre nicht schlecht.

Einmal David Kross gucken, das wollen an diesem Abend viele - eine von ihnen ist Yvonne Schmidt. Die junge Bargteheiderin, die mit ihm gemeinsam in die 5. und 6. Klasse ging, beschreibt David als eher unauffällig, freundlich und hilfsbereit.

Gaby Koalick aus Schönberg, die an der frischen Luft noch schnell eine Zigarette durchzieht, ist gespannt wie ein Flitzebogen: auf den Film ("ich habe das Buch gelesen") und auf David Kross ("der kommt aus Bargteheide und ist in Hollywood über den roten Teppich flaniert"). Das habe schon was. Für ihre Tochter Julina (9) soll sie auf jeden Fall ein Autogramm mitbringen.

Innen drin wird es langsam verdammt eng. Finanzminister Rainer Wiegard huscht vorbei und Bargteheides Bürgermeister Dr. Henning Görtz, der David zweimal im Weihnachtsmärchen gesehen habe, ihn aber weiter nicht kenne, wie er sagt und sich vor dem großen Rummel noch schnell seine Karte abholt.

Um 19.40 Uhr geht dann nichts mehr. Man kommt weder vor noch zurück. Und der Star ist noch nichtmal da. Ein Himmelreich für die Beinfreiheit. Aber keine Chance. Nicht bewegen, heißt die Devise! Erst als Kinoeinlass ist, lichten sich die Reihen. TV- und Radio-Teams, dazu Fotografen und Journalisten bleiben in Lauerstellung, verharren förmlich, um im richtigen Augenblick zuzuschlagen. Der ist 20.05 Uhr gekommen. Der 18-jährige Kinoüberflieger, der unter anderem in Ottfried Preußlers "Krabat" als Zauberlehrling glänzte, betritt den Musentempel und wird - unter Beifall und Jubelrufen - sofort von den Medien in Beschlag genommen. Im Schlepptau hat der junge Star seinen Regisseur, Stephen Daldry. Der Brite hat nicht nur Bernhard Schlinks "Der Vorleser" verfilmt, sondern auch "Billy Elliot" und "The Hours" mit Nicole Kidman auf die Leinwand gebracht.

Während David völlig relaxt Interviews gibt, vergnügt in die Menge winkt, sich mit weiblichen Fans ablichten lässt und zahlreiche Autogramme gibt, genießt Daldry, der extra aus New York gekommen ist, um sich Bargteheide anzusehen, nach kurzen Fotoshootings vor dem Eingang genüsslich eine Zigarette. Wenig später stehen beide auf der Bühne des Theatersaals neben Kinobetreiber Hans-Peter Jansen, der den Auftritt in zähen Verhandlungen mit Davids Agentur erst möglich machte.

Alle 344 Plätze sind natürlich besetzt. Davids Familie ist da, Lehrer, ehemalige Schüler, Freunde und Weggefährten sind es ebenso. Ein Heimspiel für den smarten Sonnyboy. Dennoch gesteht er: "Ich bin aufgeregter als bei der Berlinale." Da stand er mit Superfrau Kate Winslet - seiner Filmpartnerin in "Der Vorleser" - im Blickpunkt der Weltpresse. An diesem Abend steht David im Blickpunkt Bargteheides und erinnert sich, als er hier, an dieser Stelle, als Zwölfjähriger auf den Brettern, die die Welt bedeuten, seine ersten Gehversuche machte - in Kirsten Martensens Theatergruppe Blaues Wölkchen. Die Theaterchefin hatte ihm wenige Minuten vorher ein Bild von damals geschenkt. Darauf ist er mit Zahnlücke und seinen Mitspielern Rasmus Werner, Piet Ahlers und Franz Stiller in "Hilfe, die Herdmanns kommen" zu sehen. Eine nette Geste!

Nach kurzem Smalltalk und bevor der Kinostar und der Regisseur um 20.45 Uhr wieder entschwinden überreicht Kinochef Jansen an Daldry einen Blumenstrauß und an David das Herz Bargteheides, ein Blumen-Arrangement in Herzform. Eine gute Wahl. Denn es ist ein Abend mit Herz, mit viel Gefühl, innigen Momenten.

Erst den Vorleser hautnah erleben, und dann auf der Leinwand. Das ist - wie gesagt - großes Kino im Kleinen Theater.

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