zur Navigation springen
Stormarner Tageblatt

20. August 2017 | 10:35 Uhr

Stormarn : Die braunen Tonnen kommen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Nachfrage übersteigt deutlich die Erwartungen der AWSH, vor allem im Nachbarkreis Herzogtum Lauenburg.

Die Umstellung der Abfallentgelte hatte genau den beabsichtigten Effekt, allerdings in einem noch größeren Maße, als man bei der Abfallwirtschaft Südholstein (AWSH) gedacht hatte. „Wir verkaufen Biotonnen gerade wie geschnitten Brot“, sagt AWSH-Geschäftsführer Dennis Kissel.

Zum Jahreswechsel waren in Stormarn und dem Kreis Herzogtum Lauenburg die Gebühren komplett umgestellt worden. Die alten Festpreis-Lieferverträge für Biomüll waren ausgelaufen und in Trittau hatte man eine Anlage zur Gewinnung von Strom und Gas aus Bioabfall gebaut. Das neue Tarifsystem baut nicht mehr ausschließlich auf das Behältervolumen auf, sondern gliedert sich in Grundgebühren für Grundstück und Personen sowie Behältergrößen – und es gibt Rückerstattungen für Recycling-Erlöse.

Weil Restmüll etwas teurer, Bioabfall aber wesentlich günstiger wurde und die AWSH bis Ende März einen kostenlosen Tausch der Behälter anbot, stellten viele um. Mehr als 25 000 Behälter wurden von Dezember bis Ende Februar getauscht. Fast alle entschieden sich für größere Biotonnen, bei den grauen Tonnen war der Tauschwille weniger ausgeprägt, das Behälter-Volumen ging insgesamt nur um 1,5 Prozent zurück. Beim Bioabfall gab es dagegen eine deutliche Erhöhung.

Trotzdem wollte die AWSH noch mal nachlegen. Anfang Juni schrieb man alle Haushalte an, die bislang auf eine Biotonne verzichtet und ausschließlich selbst kompostiert hatten. Mit durchschlagendem Erfolg vor allem im Herzogtum Lauenburg, wo der Wille zur Selbstkompostierung wesentlich ausgeprägter war als in Stormarn, obwohl die Biotonnen im Nachbarkreis deutlich billiger waren.

Auf lediglich 63 Prozent der Grundstücke im Herzogtum konnte man bis vor kurzem eine Biotonne finden, demnächst werden es 71 Prozent sein. Auf 23 400 Grundstücken werden dann 37 173 braune Tonnen stehen. Stormarn hatte schon zuvor einen Anschlussgrad von 80 Prozent, trotzdem geht es jetzt noch mal um 1806 Behälter rauf auf 51 102 (Anschlussgrad: 82 Prozent). In beiden Kreis zusammen sind das gegenüber dem Vorjahr 700 Tonnen Bioabfall zusätzlich, die zuvor im Restmüll, im Garten oder sonstwo gelandet waren. Bei der AWSH hatte man mit einem nur halb so großen Anstieg gerechnet.

Nicht alle 29 000 Jahrestonnen gehen in die Trittauer Anlage, die AWSH muss 4500 Tonnen in Tangstedt-Bützberg abliefern. Noch: Die Verträge mit der Stadtreinung Hamburg, die dort ebenfalls eine Anlage zur Erzeugung von Strom und Gas aus Biomüll gebaut hat, laufen Ende nächsten Jahres aus. Das könnte die Gebühren leicht sinken lassen, größere Auswirkungen haben aber die neuen Verträge mit der MVA Stapelfeld. Ab 2017 wird die Müllverbrennung wesentlich günstiger.

 

 

 

 

zur Startseite

von
erstellt am 12.Aug.2014 | 06:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen