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Stormarner Tageblatt

20. Oktober 2017 | 22:47 Uhr

Stormarn : Die Bäcker wollen mehr verdienen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Gewerkschaft NGG fordert fünf Prozent mehr für Bäcker und Verkäufer / Arbeitgeber: Hilfskräfte sollen leer ausgehen.

Dicke Luft in den Backstuben und Bäckerei-Filialen in Stormarn: Schon seit Juni warten rund 730 Beschäftigte auf mehr Geld. „Vom Bäcker-Gesellen über die Verkäuferin bis zum Brotlieferanten – die Beschäftigten erleben eine echte Hängepartie“, sagt Dirk Himmelmann, Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten. Die NGG Lübeck fordert eine Lohnerhöhung von fünf Prozent für das Bäcker-Handwerk. Ein erfahrener Geselle hätte dann am Monatsende rund 113 Euro brutto mehr in der Tasche. „Bislang haben die Arbeitgeber allerdings noch kein akzeptables Angebot vorgelegt“, so Himmelmann.

Rund um die Backöfen habe sich das ohnehin schon heiße Klima zwischen Beschäftigten und Arbeitgebern in den letzten Wochen weiter aufgeheizt. „Denn schon seit Juni gibt es keinen Tarifvertrag für das Bäcker-Handwerk in Schleswig-Holstein mehr. Für die Beschäftigten bedeutet das Unsicherheit. Und für die Arbeitgeber ist es der Versuch, sich um die längst überfällige Lohnerhöhung zu drücken. Sie spielen auf Zeit“, sagt Dirk Himmelmann.

Überhaupt wirft die NGG der Bäcker-Innung Nord vor, einen Großteil der Beschäftigten vom Lohn-Plus abkoppeln zu wollen. „Wenn es nach den Arbeitgebern geht, sollen Ungelernte und Hilfskräfte in der Produktion keinen Cent mehr verdienen“, sagt Himmelmann. Ein Streitpunkt ist zudem, wann es mehr Lohn geben soll: Die NGG hatte bei den Tarifverhandlungen eine rückwirkende Lohnerhöhung ab Juni gefordert. Die Innung sei lediglich bereit, über einen höheren Lohn ab September zu reden, so die NGG Lübeck.

„Viele Bäcker im Kreis fragen sich, warum eine deutliche Lohnerhöhung in anderen Bundesländern längst beschlossen ist – nur nicht in Schleswig-Holstein“, sagt der Gewerkschafter. Sollten die Arbeitgeber weiter auf stur schalten, werde man den Druck erhöhen, kündigt Himmelmann an. Am Montag nächster Woche werden die Verhandlungen in der dritten Runde fortgesetzt.

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