Die Anlieger wollen den Schutzstreifen zurück

Nur noch ein paar Bäume sind von dem einstiegen zwölf Meter breiten Schutzstreifen zwischen übrig geblieben.
Nur noch ein paar Bäume sind von dem einstiegen zwölf Meter breiten Schutzstreifen zwischen übrig geblieben.

Neubaugebiet Bresslergelände: Nicht nur Fabrik abgerissen, auch Bäume gefällt

shz.de von
24. Juni 2014, 10:14 Uhr

Das Fabrikgebäude der ehemaligen Firma Bressler in Lasbek-Dorf ist abgerissen. Auf dem Areal soll nun ein Wohnbaugebiet mit bis zu 40 Wohneinheiten entstehen. Allerdings wurden nicht nur die Gebäude dem Erdboden gleich gemacht. Es wurde auch ein zwölf Meter breiter Schutzstreifen mit Bäumen zwischen dem ehemaligen Bresslergelände und der Wohnbebauung im Lehmskuhlen fast vollständig weggenommen. Sehr zum Unwillen der Anlieger, denn in dem Vorentwurf des neuen Bebauungsplanes ist von dem einstigen Schutzstreifen nicht mehr viel zu sehen.

„Die Bäume wurden in einer Nacht- und Nebelaktion einfach gefällt“, so Axel Bergstädt aus dem Lehmskuhlenweg. Sein Gang durch die Behördeninstanzen brachten dem Lasbeker aber wenig Erfolg. „Wie kann es angehen, das einfach ohne Genehmigung Bäume gefällt werden können“, fragt sich der Lasbeker, der der CDU angehört. „Es gab mehrere Gespräche mit dem Bürgermeister und der Amtsverwaltung“, so Bergstädt. Darin sei im zugesagt worden, dass dort wieder aufgeforstet wird.

Für die Investoren, die das Gelände ersteigert haben, war es hingegen ein ganz normaler Vorgang. „Wir haben uns vorher erkundigt, welche Bäume gefällt werden können und welche stehen bleiben müssen“, so Martin Dührkop. Auch die Entsorgung des Öltanks, der im Erdreich des Geländes verbuddelt war, sei von einer Spezialfirma vorgenommen worden. Dafür gebe es auch entsprechende Belege.

Die gefällten Bäume waren auch Thema auf der Sitzung des Bau- Planungsausschusses der Gemeinde. Holger Schulz (CDU) wollte von Planer Detlev Stolzenberg wissen, ob die Bäume überhaupt hätten gefällt werden dürfen. „Die Bäume sind Bestandteil des gültigen Bebauungsplanes und hätten danach nicht gefällt werden dürfen“, so Stolzenberg. Im neuen B- Plan, dessen Vorentwurf auf der Sitzung vorgestellt wurde ist der Schutzstreifen so wie er war nicht mehr vorhanden. „Der Streifen diente als Immissionschutz zwischen der ehemaligen Firma Bressler und der Wohnbebauung“, so der Planer. Da jetzt dort aber anstelle eines Gewerbegebietes ein Wohngebiet entstehen wird, sei dieser Schutzstreifen, so wie er war, nicht mehr erforderlich. Zwischen der vorhandenen Wohnbebauung und dem Neubaugebiet ist jetzt lediglich ein drei bis fünf Meter breiter Schutzstreifen vorgesehen satt eines zwölf Meter breiten.
Auf die Frage eines Anliegers, ob dort nicht wieder Bäume aufgeforstet werden können, meinte Bürgermeister Harald Loddders (SPD), der auch Vorsitzender des Bau- und Planungsausschusses ist, das die Bürger noch Gelegenheit haben sich zu dem Planentwurf zu äußern und im weiteren Verfahren auch entsprechende Eingaben machen können. Insgesamt sollen auf dem ehemaligen Bresslergelände bis zu 40 Wohneinheiten entstehen. Im ersten Bauabschnitt sind 13 Grundstücke mit bis 20 Wohneinheiten geplant. Der zweite Bauabschnitt soll dann 2025 umgesetzt werden. Jetzt geht der Plan zunächst zu den Trägern öffentlicher Belange. Sie können dazu ihre Stellungnahmen abgeben, bevor er dann erneut beraten wird und es eine Bürgerinformation geben wird. Der Vorentwurf wurde mit den Stimmen von SPD und CDU bei einer Gegenstimme der AWV-Lasbek genehmigt.




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