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Stormarner Wochenschau : Dicke Kohle und lecker Essen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Einen haben Probleme mit Sand, die Anderen mit dem Mittagessen und wie immer geht es natürlich ums liebe Geld.

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erstellt am 13.Feb.2016 | 08:00 Uhr

An die Stulle

Mein Gott, was für ein Theater. Und das schon über Jahre. Kann sich noch jemand erinnern, wie viele Betreiber in der Schulzentrums-Mensa schon verschlissen wurden? Frank Fischer aus Bargteheide mit seiner legendären Fritteuse hatte den ersten Aufschlag. Dann gab es mal Menütaxi, mit denen es bereits Zoff gab, bevor das erste Essen ausgegeben wurde. Es ging um 30 Euro Kaution. Aber auch die sind längst Geschichte. Inzwischen sorgt das Unternehmen Dussmann für das Essen. Noch irgendwen dazwischen vergessen?

Ob es wirklich so einfach ist, wie Angelika Studtmann (CDU) im Sozialausschuss suggerierte, darf getrost bezweifelt werden. „Wenn es schmeckt, ist es auch ruhig“, hatte sie gesagt. Aber es schmeckt offenbar nicht. Und deshalb ist man von Ruhe weit entfernt.

Spätestens an dieser Stelle ist also Aufsichtspersonal gefordert. Aber genau wie an der Qualität des Essens scheint es daran zu hapern. Dafür werden Formalien bemüht: Kein Hausrecht, fehlende Kompetenz, unbekannter Vertrag ... Geht’s noch? Wenn man es wirklich will, sind das doch Sachen, die sich regeln lassen. Aber vielleicht ist es mit dem Willen ja nicht so weit her. Denn wenn das Kompetenzgerangel geklärt wäre, müssten die Schulen für Aufsichtspersonal sorgen. Und dass IES-Rektor Andreas Bielke das nicht will, hat er im Ausschuss deutlich gesagt. Seine Kollegin Barbara Richter-Conrad (TSS) hat vorsichtshalber den ganzen Abend nichts gesagt, und Henning Bergmann (TMS) machte sich die Formalien-Diskussion zu eigen. Immerhin neun Jahre nach der Mensa-Eröffnung hat die TMS ihre Stundentaktung so verändert, dass ab dem nächsten Schuljahr eine halbstündige Mittagspause für die Gymnasiasten möglich wird. Ein leckeres warmes Mittagessen ist was Feines. Schon weil es schade wäre, wenn so ein Millionenbau wie die Mensa mehr oder weniger ungenutzt bleibt. Wie schlecht auch immer die Zustände sein mögen: Bislang ist Gott sei Dank noch kein Kind verhungert. Wer keinen Pizzadienst ruft, muss eben eine Stulle mehr von zu Hause mitnehmen.

Kleine Lösung

Vielleicht, wenn alles klappt, kommen die Landwirte ja doch noch mit einem, blauen Auge davon, auf deren Äcker die insolvente Baufirma Betam ihre Reste von der Autobahn-Sanierung hinterlassen hatte. Die Qualität der Sandhaufen scheint so gut zu sein, dass ein Teil in einem Lärmschutzwall bei Barsbüttel verbaut werden könnte. Es ist zu hoffen, dass das Straßenbauamt das hinbekommt, denn bisher schien den Lübeckern das Problem doch eher egal zu sein. Selbst wenn es klappt, ändert das an der grundsätzlichen Problematik nichts. Bei allen großen Straßenbaustellen brauchen die Firmen in der Nähe Flächen, auf denen sie arbeiten können. Wenn man will, dass Grundbesitzer sie auch weiterhin zur Verfügung stellen, muss dafür gesorgt sein, dass auch bei Firmenpleiten Geld für Renaturierung zur Verfügung steht. Allein mit der Pacht geht das nicht. Es braucht entweder entsprechend hohe (und teure) Bürgschaften oder einen Fonds, der von allen Firmen bestückt wird.

Viel oder wenig

Ist das nun toll oder nur Brosamen? Rund eine Millionen Euro hat der Kreis für Anteile an der MVA Stapelfeld bekommen, die er vor 20 Jahren schon einmal verkauft hat. Je 9,6 Millionen Euro zahlte die Veba damals an Stormarn und das Herzogtum Lauenburg, an Hamburg entsprechend mehr. Dazu gab es das Angebot, in 20 Jahren erneut kostenfrei wieder einzusteigen. Das wollten weder Stormarn noch das Herzogtum Lauenburg, zumal die Gefahr bestand, an den Abrisskosten beteiligt zu werden. Aber Geld nahm man natürlich gerne. Nur was sind Anteile wert, die man gar nicht haben will (auf die der Lauenburger Kreistag schon im Vorwege verzichtet hatte)? Auf Kieler Geheiß musste der Kreis mit der Frage einen Gutachter beschäftigten.

Das Ergebnis kennen die Kreistagsabgeordneten nicht, nur die Summe, die Landrat Klaus Plöger unter dem Siegel der Verschwiegenheit mitteilte. Der CDU-Bundestagsabgeordnete und stellvertretender Lauenburger Landrat Norbert Brackmann bestätigte Journalisten allerdings die Zahl, die in Stormarn niemand nennen wollte. Ist eine Million zu wenig? Die MVA verdiente in guten Zeiten fast 20 Millionen Euro brutto, nach Abschreibungen Steuern blieben noch acht bis zehn Millionen. Ab 2017 halbiert sich aber nicht nur der Verbrennungspreis, die Stapelfelder Anlage ist mit kommunalen Aufträgen auch nur noch zu einem Drittel ausgelastet. Andererseits hatte es vorher schon geheißen, dass Stapelfeld Ende 2016 geschlossen würde, weil die Müllmengen zurückgehen. EQT zahlte da für die 18 deutschen Müllverbrennungsanlagen der EEW angeblich rund eine Milliarde. Jetzt gab es dafür rund 1,4 Milliarden von Bejing Enterprises. Ganz so schlecht kann die Branche also nicht dastehen.

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