Diabetes – das „süße Gift“

Volkskrankheit Diabetes: Rund acht Millionen Menschen leiden in Deutschland darunter.  Davon 95 Prozent an  Diabetes Typ 2.
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Volkskrankheit Diabetes: Rund acht Millionen Menschen leiden in Deutschland darunter. Davon 95 Prozent an Diabetes Typ 2.

Nächstes Gesundheitsforum beschäftigt sich mit den Folgen der Zuckerkrankheit / „Bewegung das A und O“

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05. Juni 2014, 09:50 Uhr

Diabetes hat sich zu einer echten Massenerkrankung entwickelt, die knapp zehn Prozent der deutschen Bevölkerung betrifft. Nur fünf Prozent der rund acht Millionen Erkrankten leiden unter dem unheilbaren Diabetes Typ 1, aber 95 Prozent unter Diabetes Typ 2. Drei Faktoren gelten als Fahrkarte mitten hinein in diese Erkrankung: Übergewicht, Bewegungsmangel und eine kohlenhydratreiche Ernährung. Diabetes ist tückisch, ignoriert man ihn, kann er langfristig zu schweren Gesundheitsschäden und bei Diabetes Typ 1 sogar kurzfristig zum Tode führen.

Diabetes mellitus steht im Mittelpunkt des nächsten Gesundheitsforums der Asklepios Klinik, des Stormarner Tageblatts und der Barmer GEK am kommenden Mittwoch, 11. Juni, ab 19 Uhr im Bürgerhaus. Gleich vier Referenten beschäftigen sich mit den verschiedenen Aspekten dieser gefährlichen Krankheit. Denn eigentlich ist Diabetes die Bezeichnung für eine ganze Gruppe von Stoffwechselerkrankungen, deren Hauptsymptom die Ausscheidung von Zucker im Urin ist. Prof. Dr. Gerhard Hintze, Ärztlicher Leiter der Asklepios Klinik und Chefarzt der Inneren Medizin, ist Experte für Diabeteserkrankungen und wird über deren Symptome und Ursachen referieren. Außerdem widmet sich der Diabetologe den Fettstoffwechselstörungen.

„Die fallen bei den Patienten nämlich oft unter den Tisch“, weiß Prof. Hintze. Fettstoffwechselstörungen treten sehr häufig bei Diabetikern auf, denn eine schlechte Blutzuckereinstellung verschlechtert auch die Blutfettwerte. Die häufigste Ursache für Fettstoffwechselstörungen ist eine genetische Fehlregulation, die durch eine falsche Ernährungsweise, also den übermäßigen Verzehr von tierischen Fetten, verschlimmert wird.

Überhaupt spiele die Ernährung eine sehr wichtige Rolle, weiß Diabetesberaterin Heike Hasbargen von der Asklepios Klinik, die sich in ihrem Vortrag aber auch der Haut- und Fußpflege widmen wird. „ Auch Schuhe und Strümpfe sollten gut passen“, so die Ernährungsexpertin, die den laxen Umgang mit Alkohol bei Diabetikern kritisiert. Auch der Blutdruck wird nicht immer richtig eingeschätzt, Bluthochdruck ist für Diabetiker besonders gefährlich. Der Oldesloer Internist Dr. Dietrich Trebe wird darauf eingehen. Und damit die Bewegung auch am Infoabend nicht zu kurz kommt, wird Gunnar Herting von der physikalischen Therapie der Asklepios Klinik nicht nur einen Vortrag über physiotherapeutische Maßnahmen bei Diabetikern halten, sondern auch gleich leichte Übungen mit den Besuchern des Gesundheitsforums ausprobieren. „Bewegung ist nun mal das A und O“, betont der Physiotherapeut. Zumindest Typ-2-Diabetiker haben also alle Chancen auf Heilung – wenn sie nur bereit sind, ihre Lebens- und Ernährungsweise zu ändern.


Das Gesundheitsforum beginnt um 19 Uhr. Nach den Vorträgen können die Besucher wie immer Fragen stellen. Der Eintritt ist frei.



















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