Bargteheide : Der Weg zurück ins Leben

Sie möchten das Thema Suizid von Jugendlichen enttabuisieren: Lena Proba, Olaf Nehls, Sabine Schaefer-Kehnert, Anja Libnau, Marion van der Marten; Peter Kuhlen und Sarah Kube (v. l.).
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Sie möchten das Thema Suizid von Jugendlichen enttabuisieren: Lena Proba, Olaf Nehls, Sabine Schaefer-Kehnert, Anja Libnau, Marion van der Marten; Peter Kuhlen und Sarah Kube (v. l.).

Hospizvereine und Theaterverein präsentieren Gastspiel im Kleinen Theater Bargteheide zum Tabuthema Suizid

shz.de von
27. Januar 2018, 06:00 Uhr

Pubertät ist auch eine Phase der Sinnsuche. Doch wenn das Leben für Jugendliche völlig sinnlos erscheint, scheint zuweilen ein Selbstmord die einzige Lösung zu sein. Mit diesem Thema beschäftigt sich ein Theaterstück, das im Kleinen Theater Bargteheide aufgeführt wird. Auf Initiative der Hospizvereine Ahrensburg und Bad Oldesloe kommt „norway today“ auf die Bühne. Autor Igor Bauersima spürt darin dem Thema Suizid nach.

Ausgangspunkt war für ihn eine wahre Geschichte, die der Spiegel recherchiert hat. Julie und Simon sind im Stück zwei junge Leute um die 20 Jahre. Sie sehen nichts Lohnenswertes mehr in ihrem Leben, keine Perspektive. Sie kennen sich nicht, im Internet begegnen sie sich und verabreden sich zum gemeinsamen Selbstmord. In Norwegen wollen sie zusammen von einer 600 Meter hohen Klippe in den Tod springen. Doch vor dem großen Sprung nähern sie sich einander an. Fast beiläufig entdecken sie die wahren Schönheiten des Lebens. Oft sind es nur Kleinigkeiten wie das Nordlicht, die eine scheinbare Ödnis wieder bunt machen können. Als dien Lichter über den Horizont flackern, versuchen sie immer wieder, eine Abschiedsbotschaft auf Video zu formulieren. Dabei finden sie schließlich einen Weg zurück ins Leben.

Das Kellertheater Hamburg bringt das Zweipersonenstück auf die Bühne in Bargteheide. Mit Caro Dibbern von der Theaterwerkstatt hat Sabine Schaefer-Kehnert vom Ahrensburger Hospizverein das Stück gesehen. „Caro hatte ursprünglich überlegt, es selbst zu inszenieren“, sagt sie. Doch die Aufführung habe so begeistert, dass sie dann Abstand von dieser Idee genommen habe. Stattdessen kommt jetzt die Hamburger Inszenierung mit Sarah Topfstädt und Dominik Greb nach Bargteheide. Und weil das Thema gerade Jugendliche beschäftigt, gibt es eine zusätzliche Schulvorstellung. „Das Stück eignet sich für Jugendliche ab dem achten Jahrgang“, sagt Sabine Schaefer-Kehnert. Und sie betont, dass ein unterhaltsamer Theaterabend bevorsteht: „Es ist kein schwermütiges Stück, nach dem man bedrückt nach Hause geht.“

Die Kooperation mit dem Theaterverein hat schon Tradition. Mit Prinzipalin Kirsten Martensen wurde vor bereits fünf Jahren das erste Stück aufgeführt, das sich mit verschiedenen Facetten des Gehens und des Sterbens beschäftigte. Jetzt geht es um die Todessehnsucht von Jugendlichen. „Es bereichert unser Programm um zusätzliche Farbtupfer“, sagt Olaf Nehls vom Theaterverein.

Das überaus interessante Stück wird am Donnerstag, 15. Februar, ab 19 Uhr im Kleinen Theater aufgeführt. Der Eintritt kostet 15 Euro, ermäßigt 11 Euro. Am Freitag, 16. Februar, beginnt die Schulvorführung um 10 Uhr. Für Schüler kostet der Eintritt 7 Euro, für Lehrer ist er frei. Karten gibt es beim Theater, Telefon (04532) 5440, oder online reservierung@kkleines-theater-bargteheide.de.








































































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