Bargteheide : Der umstrittene Knick nimmt breiten Raum ein

Die stellvertretende Vorsitzende des Kinderschutzbunds, Annegret Kolditz (l.), wurde von Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht (r.) und Bürgervorsteherin Cornelia Harmuth für 35 Jahre ehrenamtliche Arbeit im Kinderschutzbund geehrt. Auch Gabi Rebentisch erhielt dafür eine Ehrenvase der Stadt.
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Die stellvertretende Vorsitzende des Kinderschutzbunds, Annegret Kolditz (l.), wurde von Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht (r.) und Bürgervorsteherin Cornelia Harmuth für 35 Jahre ehrenamtliche Arbeit im Kinderschutzbund geehrt. Auch Gabi Rebentisch erhielt dafür eine Ehrenvase der Stadt.

Die Stadtvertretung beschließt nach lebhafter Diskussion Änderung für die neue Feuerwache.

shz.de von
06. April 2017, 14:37 Uhr

Der Flächennutzungsplan für Bargteheides neue Feuerwache steht. Die Stadtvertretung hat mit großer Mehrheit für eine entsprechende Änderung gestimmt. Über den Standort und insbesondere den Naturschutz wurde zuvor engagiert diskutiert. Dabei geht es um einen Knick von hohem ökologischen Wert, der das Gelände teilt. Eigentlich ist es kein Knick mehr, denn er wurde sehr lange nicht mehr geknickt. Traditionelle Knicks werden etwa alle zwölf Jahre etwa „auf den Stock gesetzt“ oder eben geknickt. Dabei werden die Bäume und Sträucher kurz über dem Boden abgesägt, sie treiben dann neu aus. Stehen bleiben dabei nur so genannte Überhälter, diese Bäume können in etwa 20 Meter Abstand weiter aufwachsen.

Der Knick beim Seniorendorf besteht nur noch aus großen Bäumen in dichtem Abstand, was allerdings als ökologisch noch wertvoller gilt. Das hebt auch die untere Naturschutzbehörde beim Kreis hervor. Nur mit Ausnahmegenehmigung kann der Knick beseitigt werden. Ersatz in dreifacher Größe muss dann geschaffen werden.

Schon in der Vergangenheit hat die Verwaltung in Bargteheide nicht immer Flächen dafür im Stadtgebiet gefunden. Deshalb wurden unter anderem Landflächen in Ammersbek genutzt. Die Freiwillige Feuerwehr hat fünf Standorte geprüft und den beim Seniorendorf als den geeignetsten bewertet. Wichtigstes Kriterium waren dabei die Einsatzfristen, um in der Stadt möglichst überall eine rasche Hilfe zu ermöglichen. Und die Nähe zum Gewerbegebiet gab den Ausschlag. Andere Daten liegen noch nicht vor, sie werden erst bei der Aufstellung eines B-Plans im nächsten Schritt geprüft.

Thomas Fischer (Grüne) kritisierte das Verfahren: „Die untere Naturschutzbehörde hat dabei bisher keine Rolle gespielt.“ Es habe keine korrekte Umweltverträglichkeitsprüfung gegeben: „Die Alternativen waren nur scheinbare, das Ergebnis stand schon fest.“ Auch Siegrun Jonuscheit (FDP) hatte Bedenken: „Der Kreis hält eine Wegnahme des Knicks für nicht vertretbar.“ Prüfkriterium für die Feuerwehr sei ausschließlich die Rettungszeit gewesen, so Jürgen Weingärtner (SPD). Damit seien drei Flächen weggefallen. „Wir hätten gern eine Alternativfläche gekauft, aber die stand nicht mehr zur Verfügung.“ Es sei mit geschützten Tierarten zu rechnen, eine Befreiung nach dem Bundesnaturschutzgesetz käme aber in Betracht – bei entsprechendem Ausgleich. Über den Erhalt des Knicks sei intensiv diskutiert worden, so Norbert Muras (WfB): „Wegen der Größe der Wache mit mindestens 14 Fahrzeughallen ist das nicht möglich.“

Auch CDU, FDP und SPD sehen den gefundenen Standort als alternativlos an. „Priorität hat die Aufgabe der Feuerwehr, Menschen und Sachgüter zu schützen“, so Claus Christian Claussen (CDU). Die Stadt sei stets um Ausgleich bemüht. Der werde aber oft weit entfernt von der Stadt gemacht, kritisierte Michael Schröer (Grüne). „Wir stehen grundsätzlich zur Arbeit der Feuerwehr“, betonte er. In der Sitzung gab es auch Ehrungen (s. Foto).

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