Der Teufel steckt häufig im Detail

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08. September 2012, 08:22 Uhr

Alter Mist Oha, die Abiturprüfungen am Oldesloer Gymnasium sind in Gefahr. Den Eindruck kann man jedenfalls nach der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses bekommen. Es geht um fehlende beziehungsweise zu alte Computer am der TMS. Jahrelang ist nichts passiert, aber jetzt muss es bitteschön ganz schnell gehen: Für eine halbe Million Euro sollen neue Computerräume geschaffen werden. Angesichts der Summe muss auch Schulleiter Henning Bergmann etwas mulmig zumute gewesen sein, denn er fing in der Sitzung schon an, zurück zu rudern. Die Schulen bekommen von der Stadt jährlich ein Budget. Wie sie dieses Geld ausgeben, entscheiden sie selber. Entweder erneuert man regelmäßig einen Teil der Computer oder packt ein paar Jahre lang etwas auf die Seite, um dann auf einen Schlag neue Technik anschaffen zu können.

Wie Andreas Bielke darlegte, wird es an der Ida-Ehre-Schule so gehandhabt. Und wo ist das Geld der TMS geblieben? Ausgegeben? 30 000 Euro habe er ja, sagte Rektor Bergmann. Dafür, dass offenbar seit zehn Jahren nichts passiert ist, vielleicht etwas wenig. Die Summe reicht laut Schätzung der Verwaltung grade für die Software. Für die Rechner müsste noch mal das Doppelte draufgelegt werden. In der Sitzung war von Schülerseite darauh hingewiesen worden, dass anstelle einer mündlichen Abi-Prüfung auch eine Präsentation gezeigt werden kann. Völlig richtig, bestätigt die Sprecherin des Bildungsministeriums Patricia Zimnik. Der Erlass stamme aber noch aus der Vor-Computer-Ära. Eine Präsentation müsse nicht zwingend mit Computer und Beamer gezeigt werden, das können auch Plakate oder Tafelbilder sein. Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Unser Zeichner Götz Wiedenroth hat ebenfalls einen kreativen Vorschlag zu diesem Thema.

Schöner mist "Mal verliert man und mal gewinnen die Anderen" oder: "Manchmal hat man kein Glück und dann kommt auch noch Pech dazu." Davon kann Bargteheide in letzter Zeit ein Lied singen. Die Stadt erlebte rabenschwarze Tage mit Pleiten, Pech und Pannen.

Erst erwischte es die Rathausstraße: Da floss auf einer Baustelle Flüssigbeton in die Unterwelt und dadurch das Abwasser nicht mehr optimal ab. Für die aufwändige Rohr-Reparatur ist die Flaniermeile zwischen Kreisel und Baumschulenstraße noch bis zum 21. September voll gesperrt. Echt Schiet!

Es folgten mehrere Rohrbrüche: im Voßkuhlenweg, in der Jersbeker Straße und - als wenn das nicht schon schlimm genug wäre - in der Hamburger Straße (B 75). Nichts ging mehr, dabei passieren täglich 20 000 Fahrzeuge die Hauptverkehrsader. Klar waren die Ausweichtrassen hoffnungslos verstopft - Einwohner, Geschäftsleute und Verkehrsteilnehmer sauer. Was für ein Dilemma! Bürgermeister Henning Görtz appellierte sogar an alle, zusammenzustehen und Solidarität zu entwickeln. Ob’s half?

Und dann verlor ein Muldenkipper an einer Ampel in der Alten Landstraße beim Anfahren noch eine Menge Beton abfall. Wieder Sperrung! Da fragt man sich: "Was hat die Stadt bloß verbrochen?" Neidet eine höhere Macht Bargteheide die Schuldenfreiheit? Oder steckt gar Luzifer dahinter? Wer weiß? Was aber klar ist: Der Teufel steckt häufig im Detail.

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