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Amtsgericht: : Der Tanzlehrer und seine ganz spezielle Masche

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

23-jähriger Ahrensburger muss sich wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger vor dem Jugendschöffengericht verantworten.

Als Tanzlehrer hat Roman B. (Name geändert) wohl keine große Zukunft mehr vor sich. Der 23-Jährige aus Ahrensburg muss sich wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger vor dem Jugendschöffengericht verantworten. Mit mindestens drei Mädchen im Alter unter 14 Jahren soll er sexuelle Kontakte bis hin zum Beischlaf gehabt haben. Die Jüngste war gerade mal zwölf Jahre alt. Das geschah zwar meist im gegenseitigen Einvernehmen, es bleibt aber eine Straftat.

Zu den Vorwürfen will sich B. aber erst später äußern, im Gerichtssaal schweigt er erst mal. Nach Ansicht der Staatsanwältin war ihm das Alter der Mädchen bekannt. Sein Anwalt bestreitet das: „Sie haben sich in ihrem Facebook-Profil als älter ausgegeben.“ Allerdings sagt eine heute 14-jährige Zeugin aus, er müsse das gewusst haben. „Das stand auf der Liste der Tanzschule, und ich habe nicht über mein Alter gelogen“, sagt sie weinend.

Wie sie hatte B. auch die anderen Mädchen als Tanzlehrer kennen gelernt. Er arbeitete in dem Job für zwei Tanzschulen in Ahrensburg und eine in Rahlstedt. Die Mutter eines Mädchens erfuhr durch einen Anruf einer Leiterin, dass gegen Roman B. Anzeige erstattet worden war. „Den Grund habe ich erst später erfahren.“ Angeblich hatte die Tochter damit geprahlt. Jedenfalls gestand sie ihrer Mutter, sie habe mit Roman mehrfach Geschlechtsverkehr gehabt. Vor Beginn der Tanzausbildung habe es ein gutes Verhältnis zur Tochter gegeben: „Er hatte fatalen Einfluss auf sie, meine Tochter hat sich völlig von uns entfremdet.“ Es habe von ihr nur noch pampige Antworten gegeben, die Schulleistungen hätten sich drastisch verschlechtert. Erst als die Beziehung endete, habe sie sich der Familie wieder angenähert und sei in der Schule wieder besser geworden. Die Tochter wird nichtöffentlich angehört.

Bei einem zweiten Mädchen kam es nicht zum Verkehr. „Wir haben uns zweimal geküsst“, sagt sie. Über einen Tanzgruppen-Chat blieb sie mit Roman B. in Kontakt. Die Mutter hatte das gelesen und Anzeige erstattet. „Meine Tochter war gerade erst 13 Jahre geworden und wurde zum Cocktailabend in die Tanzschule eingeladen“, sagt sie empört. Sie suchte das Gespräch mit Roman B. und verbot jeglichen Kontakt zur Tochter. Es habe aber weiter heimliche Treffen gegeben.

Von den „drei besten Küssen seines Lebens“ schrieb Roman B. ihrer Tochter. Aber auch davon, dass sie den Gesprächsverlauf löschen müsse: „Du musst mich retten“, bat er sie und „du sollst sagen, du hast dir alles nur ausgedacht.“ Er nutzte für seine Taten Nebenräume der Tanzschulen oder auch seine Wohnung.

Der Angeklagte verfolgt die Verhandlung meist mit gesenktem Kopf und meidet jeden Blickkontakt zu den Zeuginnen. Weil er die ersten Taten noch als Heranwachsender begangen hat, wird vor dem Jugendgericht verhandelt. Bisher liegen drei Anklagen vor. Weitere Ermittlungen laufen noch, so wurde eine Zeugin erst jetzt richterlich befragt.

Der Anwalt von Roman B. bot eine rechtliche Verständigung an. Das sei nur nach einem vollständigen Geständnis möglich, so der Richter, und es sei fraglich, ob dabei noch eine Bewährungsstrafe herauskommen könne. „Schon für die erste Tat sieht das Gesetz eine Mindeststrafe von zwei Jahren vor“, sagt die Staatsanwältin. Der Richter kann sich zudem ein Berufsverbot für den Unterricht Jugendlicher vorstellen.

Die Verhandlung soll am 7. April fortgesetzt werden. Dazu werden voraussichtlich weitere Zeuginnen geladen, auch die Leiterin einer Tanzschule. „Wir können die Verhandlung auch ohne sie fortsetzen“, warnt der Richter den Angeklagten. Bei Nichterscheinen müsse er mit seiner Vorführung und Haftbefehl rechnen.

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