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Stormarner Tageblatt

20. Oktober 2017 | 16:52 Uhr

Der Schulverband wird aufgelöst

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Reinfeld und die Gemeinden des Amtes Nordstormarn kommen nach zähem Ringen zu einer Einigung

shz.de von
erstellt am 31.Okt.2014 | 15:18 Uhr

Es war ein hartes Ringen um den Schulverband. Bis zuletzt konnten die Grünen und die WIR nicht von dessen Auflösung überzeugt werden. Im Gegenteil: Mitglieder beider Parteien erläuterten auf der Stadtverordnetenversammlung noch einmal ausführlich ihren Standpunkt. Sabine Nauruhn (Grüne) fragte, woher das Geld kommen soll und ob Kredite aufgenommen werden müssen, denn immerhin seien mindestens 5,7 Millionen Euro für die Sanierung der Matthias-Claudius-Schule (MCS) veranschlagt.

Die Auflösung des Schulverbands würde rund eine Million Euro kosten, die dann nicht mehr für die Sanierung bereit ständen. Man mache den zweiten vor dem ersten Schritt, denn nach Wissen der Grünen liege noch keine Wirtschaftlichkeitsrechnung vor. Außerdem fehle die Antwort der Kommunalaufsicht.

„Wir sollten abwarten, bis wirklich belastbare Zahlen und Fakten für eine seriöse Entscheidung vorliegen“, sagte Nauruhn. Dietmar Gosch (Grüne) unterstrich, dass die Million für die Auflösung sofort fällig sei. Reinfeld erkaufe sich damit einen Handlungsspielraum, der langfristig der Qualität der MCS schade. 800 000 Euro ständen zwar im Haushalt bereit, diese würden im Endeffekt aber zu Lasten der Schulsanierung gehen.

Auch Manfred Schönbohm (WIR) fragte die Anwesenden, ob Reinfeld sich die Auflösung wirklich finanziell leisten könne: „Wir müssen eine Million zahlen, nur um den Schulverband aufzulösen.“ Nur 200 Schüler aus den Umlandgemeinden besuchten die MCS, was Schulkostenbeiträge von 50 000 Euro ergebe, den Rest müsse die Karpfenstadt „auf immer und ewig“ selbst aufbringen. Schönbohm bezeichnete die Maßnahme als „völlig unverhältnismäßig“.

Rolf Hanf (SPD) setzte dagegen, dass Gemeinden und Stadt sich einig geworden seien. Es habe zwischen Umland und Reinfeld einen Zustand gegeben, der zu Frust geführt habe. Jetzt sei die Stimmung endlich einvernehmlich. Im Grunde habe die Auflösung bereits vor zehn Jahren mit Errichtung der Immanuel-Kant-Schule (KGS) begonnen. Damals hatten sich die Umlandgemeinden bereits aus dem Verband zurückgezogen. Durch die neue Handlungsfreiheit könne die Stadt zu schnelleren Lösungen kommen und habe keine doppelten Verwaltungskosten. Auf lange Sicht würden Kosten gespart, ist sich Lasse Karnatz (SPD) sicher, die erforderlichen Mittel ständen bereit. Reinfeld habe in der Vergangenheit zwei Drittel der Kosten im Verband gezahlt, aber nur 50 Prozent der Stimmen bei Entscheidungen gehabt.

Torsten Fuhr (CDU) ist froh, dass eine einvernehmliche Lösung gefunden worden sei. Am Ende wurde die Auflösung des Schulverbandes mit zwölf Stimmen der CDU und SPD und fünf Gegenstimmen der Grünen und der WIR beschlossen. Die Verträge sollen bis Jahresende unterschrieben sein. Die Umlandgemeinden haben bereits zugestimmt.

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