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Stormarner Tageblatt

17. Dezember 2017 | 15:33 Uhr

Bad Oldesloe : Der Schatz aus der Sitzbank

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Helmut Voss hält seit 30 Jahren einen Stapel Ausgaben des Stormarner Tageblatts in Ehren. Es sind Einblicke in die späten 1960er Jahre.

shz.de von
erstellt am 06.Aug.2014 | 17:12 Uhr

Es ist schon rund 30 Jahre her, als Helmut Voss in einer hölzernen Sitzbank im Kleingartenverein von 1950 in der Industriestraße einen Stapel alter Zeitungen fand. Diesen „Schatz“ brachte der Rentner jetzt in die Redaktion des Stormarner Tageblatt, denn bei dem Fund, der all die Jahrzehnte in seinem Keller lagerte, handelt es sich um etliche Exemplare des Stormarner Tageblatts aus dem Jahr 1967. „Ich war der Vereinshandwerker“, erzählt Helmut Voss, der 1976 in den Kleingartenverein eintrat, seit fünf Jahren aus Altersgründen aber nicht mehr Mitglied ist. Die alte Bank mit Klappdeckel sollte damals abgebaut werden und dabei fand Helmut Voss die alten Zeitungen. „Ich habe sie mit nach Hause genommen, weil ich nichts wegschmeißen kann“, sagt der Oldesloer.

Das war auch gut so, denn nun erweisen sich die leicht verblichenen Blätter als wahre Fundgrube. Auch vor fast 50 Jahren war nämlich eine Menge los im Kreis, worüber das zwölf Seiten starke „Stormarner Tageblatt“ täglich auf drei Lokalseiten ausführlich berichtete. Und wie heute konnte der Wissensdurst der Leser auch 1967 durch politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Themen aus Stormarn gestillt werden. Aber auch die klassischen Polizeimeldungen gab es damals – am 9. Mai berichtete das Tageblatt beispielsweise darüber, dass zwei Frauen die Poststelle in Sprenge überfallen hatten. Sie müssen sich die Schlüssel dazu auf gewaltsame Weise verschafft haben“, hieß es in dem kleinen Bericht. Der Posthalter war zu dieser Zeit bei einer Beerdigung, so wurde die im Garten arbeitende Mutter Zeuge des Einbruchs. Neben Gerichts-Reportagen – „Bequemlichkeit wurde zum Verhängnis – Unbescholtene junge Frau stahl ein Fahrrad“ – sprach das Tageblatt schon damals Missstände an. So berichtete die Redaktion am 12. Mai 1967 über die „hinfällige Badeanstalt“ in Bad Oldesloe. „Seit einigen Jahren ist die Trave so schmutzig, dass niemand mehr ohne Gefahr für seine Gesundheit darin baden kann“, hieß es damals. Während die Badelustigen nach Poggensee auswichen, verfiel die Badebrücke über die Trave zusehends. Diese werde als Zugangsweg zum Travestadion jedoch auch von auswärtigen Besuchern genutzt, hieß es 1967 – „Ihr guter Eindruck von Bad Oldesloe erleidet bestimmt Einbuße“, so das Resümee vor 47 Jahren.

Doch es gab noch andere „Aufreger“, wie beispielsweise, dass Trittau die Friedhofs-Gebührensätze zur Deckung des Haushaltsdefizits um 50 Prozent erhöhte, oder dass bereits 1967 viele Unfälle im Haushalt vermeidbar waren: „Hauptursache: Fahrlässigkeit – Man steigt nicht mit Holzsandalen auf eine Leiter“ hieß es beispielsweise am 20. Mai.

Der Sport kam auch nicht kurz, hatte wöchentlich eine eigene Beilage („Stormarner Sport-Spiegel“) zusätzlich zur täglichen Sportberichterstattung. Und nicht nur Fuß- oder Handball standen im Vordergrund: So berichtete das Tageblatt am 22. Mai 1967 über das „Spannende Windhundrennen auf der Sieker Bahn“.

Helmut Voss kann sich heute noch an vieles erinnern, über das vor fast 50 Jahren berichtet wurde – und ist bis heute einer der vielen treuen Leser des Tageblatts geblieben.

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