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Amtseinführung : Der Propst, der mal Bausoldat war

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Dr. Daniel Havemann, neuer Propst des Kirchenkreises Plön-Segeberg, war Wehrdienstverweigerer in der DDR und musste Ersatzdienst als Bausoldat leisten. An diesem Sonntag in der Bad Segeberger Marienkirche vom stellvertretenden Bischof Gothart Magaard in sein Amt eingeführt.

Der neue Propst des Kirchenkreises Plön-Segeberg, Dr. Daniel Havemann, wird an diesem Sonntag in der Bad Segeberger Marienkirche vom stellvertretenden Bischof Gothart Magaard in sein Amt eingeführt. Der feierliche Gottesdienst mit Pröpsten, Kirchenkreisräten und Gesandte aus der Ökumene beginnt um 15 Uhr. Im Anschluss gibt es einen Empfang im Gemeindehaus.

Seine erste Amtshandlung hat der Nachfolger von Dr. Klaus Kasch bereits hinter sich: Ein Grußwort zur Eröffnung des Marienhofs am 16. August. Weil das Pastorat am Kirchplatz noch renoviert wird, wohnt der 46-Jährige mit seiner Frau, der Kirchenmusikerin Annette Havemann, und den drei Kindern im Alter von 13, 15 und 19 Jahren zurzeit im Schubertweg. Zunächst, sagt Daniel Havemann, „will ich begreifen, welche Vielfalt an kirchlichem Leben hier existiert und was in den Gemeinden anliegt.“

Der neue Propst erlebt seine Kindheit als Pastorenkind in der DDR im Grenzbereich bei Boizenburg. Diese Erfahrung hat ihn geprägt Offen sein für neue Eindrücke, Freude daran, Grenzen zu überwinden und Menschen zusammenzubringen. Als Pastorensohn blieb ihm das Abitur in staatlicher Schule verwehrt. Er macht ein nicht anerkanntes Abitur im kirchlichen Oberseminar Potsdam Hermannswerder.

Den Wehrdienst in der Volksarmee verweigerte. Einen 18-monatigen Ersatzdienst als „Bausoldat“ musste er in Prora ableisten, dem ehemaligen KdF-Bau auf Rüge: „Bausoldat zu sein bedeutete, Kabelsuchschächte per Hacke und Schaufel auszugraben und Eisenbahnschienen aus den 30er Jahren neu zu verlegen, mit einfachstem Werkzeug und viel Muskelkraft.“

1988 nahm er das Theologiestudium an der Universität Rostock auf, später kam Philosophie in Greifswald hinzu. Nach dem ersten theologischen Examen war er Assistent mit Lehrtätigkeit. 2001 promovierte er über die Paulusdeutung von Friedrich Nietzsche. Nach dem Vikariat und dem zweiten Theologischen Examen 1999 in Schwerin war Dr. Havemann Pastor in der Gemeinde Jördenstorf im Kirchenkreis Mecklenburg.

Wichtig waren und sind ihm neue Wege der Gottesdienst-Gestaltung, ökumenische Weite, vielgestaltige der Kirchenmusik, Fundraising und der Kontakt zur Grace Lutheran Church in Westerville (Ohio/USA). Die Partnerschaft erwächst aus einem dreimonatigen Studienaufenthalt in USA in 2004 mit der Familie in der Southern Ohio Synod (USA), der Partnerkirche der Mecklenburgischen Landeskirche. Der Schwerpunkt seiner Tätigkeit lag in der Peace Lutheran Church Gahanna. Im Frühjahr 2012 folgt ein weiterer Aufenthalt in den USA mit Gastdozentur an einer kirchlichen Hochschule.

Für ihn ist es wichtig geworden, Gottesdienst in einem Team vorzubereiten. Gottesdienst bedeute für ihn Feier des Lebens in seinen Höhen und Tiefen, mit Freude, Dank und Spaß, aber auch Ernst und Konzentration, so Dr. Havemann: „Die Vielfalt des Lebens muss im Gottesdienst seinen Ort und seine Zeit haben. Dafür sorgen schon die Menschen im Team mit ihren Alltagserfahrungen und dem, was ihnen wichtig ist.“

Es gibt aber auch ein Leben außerhalb der Kirche. Paddeln, Radfahren und in der Natur sein, nennt er als Hobbys, „lesen und Zeit mit der Familie verbringen“.

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