Bad Oldesloe : Der Neue fürs Handwerk

Marcus Krause vor dem Handwerkerhaus in der Mommsenstraße am Oldesloer Bahnhof.
Marcus Krause vor dem Handwerkerhaus in der Mommsenstraße am Oldesloer Bahnhof.

Marcus Krause hat die Geschäftsführung für die Kreishandwerkerschaft Stormarn übernommen

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21. Januar 2015, 12:33 Uhr

Die Einladung 37. Jahrestreffen der Kreishandwerkerschaft hat noch Adelbert Fritz als Geschäftsführer unterschrieben. Am Montag um 17.30 Uhr Sparkasse wird aber sein Nachfolger Marcus Krause die Gäste begrüßen. Mehr als 25 Jahre war der Reinfelder Fritz Verwaltungschef der Innungen. Der Wechsel an der Spitze steht aber trotzdem für Kontinuität. Marcus Krause kam 1998 ins Stormarner Haus des Handwerks, seit mehr als zehn Jahren war er Fritz’ Stellvertreter.

„Wir haben viele Dinge gemeinsam gemacht und entschieden“, sagt Krause, „das ist schon ein recht spezielles Geschäft.“ Für das der 44-Jährige gut vorgebildet ist. Bei Minimax lernte er Anlagenmechaniker und arbeitete in der Qualitätskontrolle, bevor er sich entschloss, noch mal die Schulbank zu drücken. In Lübeck bildete er sich zum staatlich geprüften Maschinenbautechniker und Betriebswirt fort. Zu Herz und Hand gesellte sich damit auch wirtschaftlicher Sachverstand, eine Mischung, die seiner Bewerbung bei der Kreishandwerkerschaft durchaus förderlich war.

Marcus Krause kam zwar in Lübeck zur Welt, wohnte, aber zeitlebens in Oldesloe. In den letzten 18 Jahren gemeinsam mit Carmen, ein Paar ohne Trauschein, aber mit zwei Söhnen. So wenig Wert er privat auf staatlichen oder kirchlichen Ehesegen legt, so sehr gefällt ihm die alte Tradition des Einschreibens aller neuen Lehrlinge. 2014 bot die Kreishandwerkschaft es erstmals in der Stormarnhalle an. „Die Rückmeldungen von Azubis und Angehörigen waren durchweg positiv, deshalb wollen wir es etablieren. Die Einschreibefeier wird es künftig immer am letzten Dienstag im September geben“, so Krause.

Die Veranstaltung hat natürlich auch mit Wertschätzung zu tun: Das Handwerk hat schon heute Probleme, alle Ausbildungsplätze zu besetzen, in einigen Bereichen sind auch bereits die Gesellen knapp. „Im August hatten wir die Betriebe erstmals nach freien Lehrstellen gefragt. Es gab 80 unbesetzte Stellen“, sagt Krause. Das hängt nicht nur mit dem demographischen Wandel zusammen, sondern auch mit den Alternativen. Marcus Krause: „Heute gehen viele nach zehnten Klasse weiter zur Schule.“ Und es hat mit den Anforderungen für eine Ausbildung zu tun. Obwohl der Beruf attraktiv ist und Perspektiven auch in der Industrie bietet, blieben im Elektrohandwerk mehr als zehn von gut 40 Lehrstellen frei. Und es ist nicht die einzige Innung, die „händeringend“ nach Auszubildenden und Fachkräften sucht.

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